Einsatzbereiche im Unterricht
FeedbackSchule ist besonders auf Unterrichtsentwicklung ausgelegt: Es geht weniger um spontane „Stimmungsabfragen“, sondern um strukturierte Rückmeldungen zur Unterrichtsqualität und zu lernrelevanten Merkmalen.
Typische Einsatzszenarien:
Unterrichtsfeedback durch Lernende (Klasse/Kurs)
Du kannst Rückmeldungen zur Unterrichtsqualität und zum Klassenklima einholen, inklusive Vergleich mit Selbsteinschätzung.
Kollegiale Hospitation und professionelle Lerngemeinschaften
Das Tool ist ausdrücklich auch für kollegiales Feedback gedacht (Hospitationen/Peer-Feedback) und erlaubt Perspektivvergleiche.
Schulentwicklung / größere Umfragen
Für Schulumfragen (z. B. Veranstaltungen, schulweite Themen) ist v. a. die Schullizenz PREMIUM relevant, weil dort die Teilnehmendenzahl pro Umfrage nicht begrenzt ist.
Oberstufe: Diagnose vor Prüfungen
Zusätzlich gibt es „Kompetenzchecks“ (laut Anbieter speziell für die Abiturvorbereitung in ausgewählten Fächern).
Funktionen & Anwendung
FeedbackSchule kombiniert fertige, wissenschaftlich begründete Instrumente mit einer schlanken Durchführung (QR‑Code/Code, automatische Auswertung).
So läuft ein typischer Feedback‑Zyklus ab (praxisnah):
- Du bereitest die Umfrage in der Webanwendung vor
Du erstellst einen Fragebogen (z. B. 10 Items aus 2–3 Kategorien) und gibst ihn frei; anschließend nutzt Du den bereitgestellten QR‑Code/Code zur Verteilung. - Lernende beantworten per App oder Web‑Fragebogen
Die Beantwortung ist ohne Registrierung möglich; alternativ zum Smartphone ist auch ein Web‑Fragebogen am PC vorgesehen. - Du steuerst Zeit und Setting
Als Richtwert nennt der Anbieter: beim ersten Einsatz in einer Klasse ca. 20 Minuten, später oft deutlich kürzer (z. B. 5 Minuten). - Auswertung & Reflexion
Die Ergebnisse werden grafisch aufbereitet (mit Exportmöglichkeiten, z. B. nach Excel) und sollen anschließend in der Regel in Ruhe reflektiert und besprochen werden.
Wichtige Funktionen im Überblick (lehrerrelevant):
FeedbackSchule nennt u. a. Vergleich von Perspektiven (Schüler/Kollegen/Selbsteinschätzung), zeitliche Vergleiche (Chrono‑Funktion), Verlaufskontrolle (Check‑up), Austausch/Import/Export von Vorlagen sowie Ergebnisexport nach Excel.
Zugriff & Rollen (für viele Schulen zentral):
Laut Anbieter bleiben Feedback und Daten grundsätzlich bei Dir: Schulleitung oder Kollegium sollen keine Einsicht in Deine Ergebnisse erhalten – auch nicht bei Nutzung einer Schullizenz; die Schulleitung sieht in diesem Modell höchstens, wer im Rahmen der Schullizenz registriert ist.
Technische Praxisgrenze (nicht übersehen):
Auf den Login-/Registrierungsseiten weist FeedbackSchule darauf hin, dass der Service (für Lehrkräfte) „noch nicht für Mobilgeräte optimiert“ sei und deshalb die Nutzung am „normalen Computer“ empfohlen wird.
Integration in bestehende Lernplattformen:
Auf der Registrierungsseite steht ausdrücklich, dass die Einbindung in andere Lernplattformen nicht gestattet sei. Das ist vor allem dann relevant, wenn Du eine tiefe LMS‑Integration erwartest (Single‑Sign‑On, Kurs‑Sync, Einbettung als Aktivität etc.).
Didaktischer Mehrwert
Feedback wirkt dann besonders, wenn es nicht als „Bewertung der Lehrperson“, sondern als gezielte Rückmeldung zu lernrelevanten Unterrichtsmerkmalen verstanden und anschließend dialogisch verarbeitet wird. Genau darauf zielt die Grundlogik von FeedbackSchule (standardisierte Bereiche, Vergleich von Perspektiven, anschließende Reflexion).
Warum sich der Aufwand pädagogisch lohnt
Eine große Meta-Analyse berichtet einen mittleren Gesamteffekt von Feedback auf Lernen (d ≈ 0,48) und betont zugleich, dass Wirkung stark von Art und Informationsgehalt des Feedbacks abhängt. Gleichzeitig wird in Deutschland immer wieder beschrieben, dass Lehrkräfte oft wenig systematisches Feedback erhalten bzw. Feedbackkultur lückenhaft bleibt – ein Anlass, Feedbackprozesse praktikabler zu machen.
Was FeedbackSchule dazu beiträgt (konkret):
Wissenschaftlich strukturierte Items statt „Zettelchen“
Der Anbieter positioniert seine Fragebögen als evidenzbasiert/praxiserprobt und nennt Validierungen (u. a. über viele Befragungen) für zentrale Instrumente.
Didaktisch anschlussfähige Kategorien
Eine bekannte Struktur sind die „7C“-Kategorien (z. B. Klarheit, Klassenführung/Control, Herausforderung/Challenge, Zusammenarbeit/Confer etc.), die als Bezugsrahmen für Unterrichtsqualität genutzt werden.
Vom Ergebnis zur Unterrichtsentwicklung (Prozess statt Momentaufnahme)
Ein Praxisbeispiel aus der beruflichen Bildung beschreibt ein mehrschrittiges Vorgehen: Unterrichtsfeedback (u. a. Schülerfeedback + kollegiale Perspektive + Selbsteinschätzung), anschließend kollegiales Gespräch und Klassengespräch, später erneute Erhebung zur Entwicklungskontrolle – die digitale Umsetzung erfolgte dabei über FeedbackSchule (QR‑Code‑Zugang).
Datenschutz
Datenschutz ist bei FeedbackSchule sowohl für die Akzeptanz in der Klasse als auch für die schulische Freigabe entscheidend. Der Anbieter arbeitet mit einer starken Datensparsamkeits-Logik (besonders für Teilnehmende), kombiniert mit klassischer Kontoverwaltung für Lehrkräfte.
Aussagen des Anbieters zur Anonymität (Teilnehmende):
In der Datenschutzerklärung (Stand 22.07.2025) wird betont, dass Teilnahmen von Schüler:innen/Lehrkräften/Eltern an Umfragen vollständig anonym erfolgen sollen und dafür keine personenbezogenen Daten gespeichert werden; zusätzlich wird ausdrücklich genannt, dass auch keine IP‑Adressen der Teilnehmenden verarbeitet werden.
Verschlüsselung & Serverstandort:
Der Anbieter nennt SSL/TLS‑Verschlüsselung für die Kommunikation zwischen App/Webanwendung und Server.
Auf der Produktseite wird außerdem angegeben, dass der Serverstandort in Deutschland liegt und dass keine Werbung geschaltet wird.
Wie Mehrfachantworten verhindert werden (relevant für „wirklich anonym“):
Laut Datenschutzerklärung wird beim Web‑Fragebogen ein fragebogenspezifischer, zufällig generierter Code nach Einwilligung als Cookie gespeichert, um Mehrfachteilnahmen desselben Geräts zu verhindern; dieser Cookie soll keinen Rückschluss auf die Identität zulassen und kann gelöscht werden.
Sonderfall Hospitation/Beobachter:innen:
Wenn Du Umfragen so einstellst, dass Beobachter:innen nicht anonym teilnehmen, kann FeedbackSchule deren Namen (nach Einwilligung) speichern, damit Antworten zugeordnet werden können. Das ist für kollegiale Hospitationen nützlich, verändert aber die Datenschutzlage (personenbezogene Daten statt Anonymität).
Welche personenbezogenen Daten bei Lehrkräften/Schullizenzen anfallen:
Für Einzellizenzen werden laut Datenschutzerklärung u. a. Anrede, Name, E‑Mail (als Benutzername) und Passwort gespeichert; bei zahlungspflichtigen Lizenzen auch Adresse/Zahlungsdaten. Für Schullizenzen werden entsprechend Namen/E‑Mails/Passwörter der berechtigten Nutzer:innen gespeichert. Die Löschung ist jeweils für Vertragsende bzw. bei Einstellung der Leistung vorgesehen.
Wissenschaftliche Auswertung (nur mit Zustimmung):
Die Datenschutzerklärung sieht vor, dass Umfragen mit Zustimmung des Fragestellers zu wissenschaftlichen Zwecken ausgewertet bzw. an Dritte (z. B. Universitäten/Forschungseinrichtungen) weitergegeben werden dürfen – laut Dokument erst nach Trennung vom Fragesteller und vollständiger Anonymisierung.
Drittanbieter-Komponenten (Website/Zahlung):
In der Datenschutzerklärung werden YouTube‑Plugins für eingebettete Videoinhalte beschrieben (inkl. Hinweis, dass YouTube bei Seitenaufruf informiert werden kann und bei eingeloggtem Konto ggf. Zuordnung möglich ist).
Außerdem wird PayPal als Zahlungsdienstleister genannt; bei PayPal‑Zahlung werden Zahlungsdaten übertragen.
Für schulische Datenschutzprüfungen ist genau diese Detailfrage wichtig: „Welche Funktionen nutzen wir wirklich – und welche Datenflüsse entstehen dadurch?“
AVV / schulische Freigabe (Praxis-Hinweis):
Ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) erforderlich ist, hängt davon ab, ob und welche personenbezogenen Daten im Auftrag der Schule verarbeitet werden. In Schulkontexten wird in Verwaltungsvorgaben und Datenschutz-Handreichungen regelmäßig betont, dass bei Auftragsverarbeitung ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO abzuschließen ist.
FeedbackSchule selbst weist bei der Registrierung darauf hin, dass Erhebungen mit Schulleitung und ggf. schulischen Gremien abzustimmen sind – das ist ein deutlicher Hinweis auf die notwendige interne Freigabelogik.
Kosten & Lizenzmodelle
FeedbackSchule unterscheidet klar zwischen Einzellizenzen (Lehrkraft allein) und Schullizenzen (mehrere Lehrerkonten). Beide Lizenztypen laufen jeweils 365 Tage und enden automatisch; ein „Abo mit Kündigungsfrist“ wird nicht beschrieben.
Einzellizenzen (für einzelne Lehrkräfte):
Der Start erfolgt über das kostenlose STARTER‑Paket; PROFI und REFERENDAR werden laut Anbieter im Konto-Bereich nach Registrierung gekauft. Didaktisch relevant ist hier vor allem die Grenze „max. 35 Teilnehmende pro Umfrage“, die in allen genannten Einzellizenz-Paketen auftaucht.
Schullizenzen (für Kollegien/Schulen):
BASIS ist als günstiges Programm für allgemeinbildende Schulen beschrieben, aber mit Einschränkungen (keine eigenen Fragestellungen, max. 35 Teilnehmende/Umfrage, nur ein Teil der Vorlagen). PREMIUM ist als „volles Programm“ für allgemeinbildende Schulen beschrieben und enthält u. a. unbegrenzte Teilnehmendenzahl pro Umfrage (für Schulumfragen) sowie erweiterte Funktionen wie eigene Items, eigene Vorlagen und zusätzliche Instrumente (z. B. für Schulleitung/Seminar).
Kontingente & typische Schul-Kalkulation ohne Tabelle (Beispiele):
Die Preisangaben auf der Website basieren auf 15 Lehrerkonten; weitere Kontingente werden in 15er‑Paketen berechnet (BASIS +39 € pro zusätzlichem 15er‑Paket; PREMIUM +49 € pro zusätzlichem 15er‑Paket). Daraus ergeben sich (ohne Rabatte) z. B. folgende Jahreskosten:
- BASIS mit 30 Lehrerkonten: 149 € + 39 € = 188 € (inkl. MwSt.).
- PREMIUM mit 30 Lehrerkonten: 299 € + 49 € = 348 € (inkl. MwSt.).
Rabatte & Testmöglichkeiten:
Für Schullizenzen werden ein Rabatt von 20 % bei vorzeitiger Verlängerung um ein weiteres Jahr sowie ein kleiner Preisnachlass bei Platzierung des „Wir sind eine FeedbackSchule“-Stickers auf der Schulwebsite genannt.
Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer 2‑wöchigen Probelizenz (i. d. R. einmal pro Schule, kostenlos).
Erfahrungen & Bewertungen
Direkte, unabhängige Sterne-Bewertungen sind im schulischen Profieinsatz oft weniger aussagekräftig als Erfahrungsberichte zur Einsatzlogik (Zeit, Akzeptanz, Auswertung, Datenschutz). Für FeedbackSchule liegen dafür mehrere gut nutzbare Perspektiven vor.
Einordnung als „Klassiker“ unter Feedback-Apps
Ein Beitrag im Umfeld des Friedrich Verlag ordnet FeedbackSchule als eine der klassischen Feedback-Apps ein und beschreibt die Grundlogik: vorgefertigte Instrumente, Ergänzung durch eigene Items möglich; zugleich wird betont, dass der Umfang des Standardinstrumentariums eher für zusammenfassendes Feedback (z. B. am Halbjahresende) als für spontane Mini-Feedbacks passt.
Darstellung der Auswertung („Hattiemeter“) und Perspektivvergleich
Im gleichen Beitrag wird hervorgehoben, dass Ergebnisse schnell sichtbar werden (aber typischerweise nicht als Echtzeit-Diskussion im Minutenrhythmus), und dass insbesondere die grafische Aufbereitung („Hattiemeter“) sowie der Vergleich von Selbst- und Fremdwahrnehmung als hilfreich erlebt werden.
Praxisblog-Perspektive (Kosten-Nutzen und Durchführung)
Ein praxisorientierter Erfahrungsbeitrag beschreibt FeedbackSchule als schnell einsetzbar (viele vorliegende Fragenvorschläge, eigene Fragen möglich) und „voll automatisch“ auswertend; zugleich wird offen gesagt, dass die Vorteile im vollen Umfang erst mit kostenpflichtigem Account greifen, die Kosten aber aus Praxissicht im Schulbudget vertretbar sein können.
Schulischer Kontext & Marktbeobachtung
Ein Bericht im Tagesspiegel nennt FeedbackSchule als kostenpflichtige Alternative zu staatlichen Feedback-Portalen und greift den Preisrahmen (u. a. 299 € pro Jahr für Schullizenzen) sowie Nutzungszahlen/Anfragen in Berlin auf.
Wissenschaftsnahe Anwendung (QR‑Code, Prozess, Gesprächsanlässe)
In einem wissenschaftlichen Beitrag zu strukturiertem Unterrichtsfeedback wird beschrieben, dass FeedbackSchule als webbasierte App-Anwendung genutzt wurde, bei der Lehrpersonen per QR‑Code einen Zugang erhielten; die Ergebnisse wurden anschließend über kollegiale Gespräche und Klassengespräche in Entwicklungsschritte übersetzt.
Kritikpunkte, die in der Praxis wirklich zählen (und belegbar sind):
Die Lehrkräfte-Webanwendung ist laut Login-/Registrierungshinweis nicht für Mobilgeräte optimiert, was spontane Bedienung „zwischen Tür und Angel“ am Smartphone erschwert. Außerdem begrenzen STARTER/PROFI/REFERENDAR (und auch Schullizenz BASIS) die Teilnehmendenzahl pro Umfrage auf 35 – für viele Klassen okay, für größere Jahrgänge/Schulumfragen aber ein echtes Kriterium, das faktisch Richtung PREMIUM lenkt. Und: Wenn Du eine enge Einbettung in bestehende Lernplattformen erwartest, ist der Hinweis zur untersagten Einbindung in andere Plattformen ein Stoppschild (zumindest lizenzrechtlich).