Einsatzbereiche im Unterricht
Im Unterricht funktioniert Edumaps besonders gut als digitaler Planungs‑, Material‑ und Arbeitsraum, der für Lernende sehr klar wirkt: Du legst Spalten an, zum Beispiel „Einstieg“, „Erarbeitung“, „Üben“ oder „Abgabe“, füllst Boxen mit Aufgaben, Medien, Links, Dateien oder Rückmeldemöglichkeiten und teilst die Map anschließend per Link, QR-Code, Klassen-/Gruppenfreigabe oder Nutzerfreigabe. Edumaps beschreibt sich selbst als visuellen Arbeitsraum für Unterricht und Organisation, in dem Ideen, Materialien und Aufgaben in klar strukturierte Pinnwände überführt werden.
Wichtig ist dabei: Schüleraccounts sind keine Voraussetzung. Maps können vollständig anonym über einen Link geöffnet werden. Je nach Einstellung können Lernende anonym lesen oder auch anonym bearbeiten. Nur wenn „Zugriff nur für registrierte Benutzer“ aktiviert ist, wird ein Login benötigt. Bei anonymem Bearbeiten können neue Boxen erstellt und bestehende Boxen bearbeitet werden; Lösch- und Strukturänderungen sind aus Sicherheitsgründen eingeschränkt.
Damit eignet sich Edumaps sowohl für niedrigschwellige Unterrichtssituationen ohne Accountpflicht als auch für schulisch verwaltete Setups mit Klassen, Gruppen, Schüleraccounts und zentraler Benutzerverwaltung. Auch Lehrkräfte können Edumaps unabhängig von einer Schulanbindung nutzen, entweder kostenlos im Free-Tarif oder mit einem Standard-/Premium-Account. Der Free-Tarif enthält laut Preisseite bis zu 5 Maps und 10 MB Speicher; Standard und Premium erweitern unter anderem Speicher, Uploadlimits, Schüleraccounts und Funktionsumfang.
Map‑Formate wie Pinnwand, Zeitstrahl/Timeline, Stickerwand und Galerie unterstützen unterschiedliche Methoden: strukturierte Lernpfade, Projektverläufe, Brainstormings, Wochenpläne, Fotodokumentationen, kollaborative Sammlungen oder organisatorische Übersichten. Besonders im Grundschulbereich bietet sich Edumaps als Kombination aus Tages‑ oder Wochenplan, Aufgabenbereitstellung, Materialsammlung und einfacher Rückmeldung an.
Typische schulische Einsatzfelder sind Lernpfade, Wochenpläne, interaktive Materialsammlungen, kollaboratives Sammeln von Ergebnissen, Unterrichtsorganisation, Förderpläne, Lerntagebücher, Kompetenzraster, Kanban‑Boards, Timelines, Stundenpläne und Projektarbeit. Das Bildungsportal Kreis Mettmann beschreibt Edumaps unter anderem für Wochenpläne, Lernpfade, Audioaufträge, Förderpläne, Kanban, Timelines und Lerntagebücher.
Für den deutschen Markt ist außerdem relevant, dass Edumaps in mehreren Bildungsinfrastrukturen verfügbar ist. Die Plattform nennt Landeslizenzen für Hessen, Niedersachsen und Sachsen‑Anhalt sowie Partner‑ und SSO‑Anbindungen im Bildungsbereich. Auf der Startseite wird zudem angegeben, dass über 8.600 Schulen aktiv mit Edumaps arbeiten; Stand dieser Anbieterangabe ist April 2026.
Funktionen und Anwendung
Grundprinzip
Edumaps ist modular aufgebaut. Basis ist immer die Map, in der Inhalte als Spalten und Boxen organisiert werden. Die Bedienlogik ist sehr lehrkraftnah: erstellen → strukturieren → teilen → bearbeiten lassen oder Feedback einsammeln → exportieren, kopieren oder weiterverwenden.
Eine Box kann je nach Szenario Text, Bilder, Dateien, Links, Audio, Video, Kommentare, Bewertungen, Umfragen, Teamtexte, QR-Codes, Buchungen, Kalenderinformationen, Sprachübungen oder KI‑generierte Inhalte enthalten. Dadurch eignet sich Edumaps nicht nur als Pinnwand, sondern auch als strukturierter Lern‑ und Organisationsraum.
Map‑Formate und Aufbau
Edumaps unterstützt verschiedene Formate, darunter Pinnwand, Timeline/Zeitstrahl, Stickerwand und Galerie. Das neue Map‑Format Galerie mit Fotomodus eignet sich besonders für Projektdokumentationen, Ausstellungen, Exkursionen, Schulfeste, Turniere oder Events. In den Edumaps‑Updates wird die Galerie mit Drag‑and‑Drop für bis zu 30 Fotos oder Videos, schneller Galerieansicht und Einsatzfeldern wie Veranstaltungen, Projekten und Dokumentationen beschrieben.
Der Formatwechsel ist didaktisch interessant, weil dieselben Grundinhalte je nach Unterrichtsziel unterschiedlich dargestellt werden können: als lineare Abfolge, als freie Sammlung, als Zeitstrahl oder als visuelle Galerie.
Teilen, Rechte und Zusammenarbeit
Ein großer Vorteil von Edumaps liegt in den vielfältigen Freigabemöglichkeiten. Maps können anonym per Link geteilt werden, wahlweise mit Leserechten oder Bearbeitungsrechten. Alternativ können Maps gezielt an Klassen/Gruppen, an einzelne Nutzerinnen und Nutzer oder an eine Schule freigegeben werden. In der FAQ wird beschrieben, dass für eine Map unterschiedliche Rechte vergeben werden können, etwa Bearbeitungsrechte für Kolleginnen und Kollegen und Leserechte für Lernende.
Darüber hinaus bietet Edumaps granulare Teilfreigaben. Einzelne Boxen können per Direktlink geteilt werden; optional lassen sich dabei alle anderen Boxen ausblenden. Einzelne Spalten oder mehrere ausgewählte Spalten können über „Spaltengruppe teilen“ freigegeben werden, jeweils mit Lese‑ oder Schreibrechten. Auch ein Direktlink auf eine Spalte ist möglich, bei dem andere Spalten ausgeblendet werden können.
Für differenzierte Unterrichtssettings ist das sehr praktisch: Eine Gruppe erhält nur ihre eigene Spalte, einzelne Lernende erhalten nur ihre eigene Box, Kolleginnen und Kollegen bearbeiten die Gesamtmap, während die Klasse nur ausgewählte Bereiche sieht. Zusätzlich können Spalten passwortgeschützt und Boxen gegen Bearbeitung durch andere geschützt werden.
Auch zeitgesteuerte Sichtbarkeit ist möglich, etwa wenn eine Aufgabe, ein Buchungsfeld oder ein Material erst zu einem bestimmten Zeitpunkt erscheinen soll. Das ist für Lernpfade, Wochenpläne, Prüfungsphasen, Stationenlernen oder gestufte Projektarbeit hilfreich.
Schülerfeedback, Abgaben und Interaktion
Für Boxen können Kommentare aktiviert werden. Damit lassen sich Rückfragen, kurze Rückmeldungen, Abgaben oder Diskussionen direkt an der Aufgabe organisieren. Kommentare können je nach Einstellung nur für die Lehrkraft oder für alle sichtbar sein. Außerdem lassen sich Bewertungen und Abstimmungen aktivieren, zum Beispiel Einschätzungen, Ja/Vielleicht/Nein‑Abfragen oder A/B/C‑Abstimmungen.
Zusätzlich gibt es ein Umfragemodul. Edumaps beschreibt, dass Umfragen direkt in Boxen angelegt werden können; einfache Abstimmungen lassen sich über die Bewertungsfunktion aktivieren.
Für Lernende entsteht dadurch ein niedrigschwelliger Rückmeldeweg: Sie müssen nicht in ein anderes System wechseln, sondern reagieren direkt dort, wo die Aufgabe, das Material oder die Fragestellung steht.
History, Revisionen und Wiederherstellung
Für kollaboratives Arbeiten ist wichtig, dass Änderungen nachvollziehbar und wiederherstellbar sind. Edumaps bietet eine Map‑History sowie einen Verlauf pro Box. Frühere Versionen einer Box werden gespeichert und können wiederhergestellt werden; auch gelöschte Boxen lassen sich über die Map‑History wiederherstellen.
Das ist besonders relevant, wenn mehrere Lernende gleichzeitig oder zeitversetzt an einer Map arbeiten. Fehler, versehentliche Änderungen oder unerwünschte Bearbeitungen sind dadurch nicht automatisch endgültig.
Teamtext und kollaboratives Schreiben
Mit dem Modul Teamtext kann in einer Box ein gemeinsames Echtzeit‑Dokument eingebunden werden. Edumaps beschreibt Teamtext als Online‑Dokument, an dem beliebig viele Benutzerinnen und Benutzer zusammen schreiben können; es eignet sich für Ideensammlungen, Gruppenarbeiten, Brainstormings oder Breakout‑Szenarien. Technisch basiert Teamtext auf Etherpad Lite, das von Edumaps gehostet wird.
Für Unterrichtssituationen bedeutet das: Neben der Pinnwandstruktur gibt es auch einen echten gemeinsamen Schreibraum. Gruppen können in eigenen Teamtexten arbeiten, Ergebnisse festhalten und anschließend in der Map weiterverwenden.
Eingaben, Medien und Gestaltung
Der Boxeditor unterstützt verschiedene Eingabe‑ und Formatierungsformen, darunter Markdown‑ähnliche Formatierungen, LaTeX, QR‑Codes, Dateien, Bilder, Webcam‑ und Fotoaufnahmen sowie Medien‑Uploads. LaTeX kann beispielsweise mit Inline‑Syntax eingebunden werden, und QR‑Codes lassen sich direkt in Edumaps erzeugen, ohne dass dafür ein externer QR‑Dienst aufgerufen werden muss.
Besonders praktisch für den Unterricht sind direkte Audio‑, Webcam‑, Foto‑ und Screenshot‑Möglichkeiten in Boxen. So können Lernende oder Lehrkräfte kurze Rückmeldungen, Arbeitsprodukte, Erklärungen oder Dokumentationen direkt in der Map erzeugen, ohne vorher ein separates Tool zu öffnen.
Verwaltung, Konten, Rollen und SSO
Für schulische Setups ist die Account‑Logik wichtig. Schüleraccounts sind optional, aber für bestimmte Szenarien sinnvoll: etwa bei größeren Uploads, persönlicher Zuordnung, dauerhaftem Zugriff, empfangenen Maps, Klassen-/Gruppenfreigaben oder zentraler Benutzerverwaltung. Edumaps beschreibt, dass Schüler‑ und Lehreraccounts über einen Admin‑Account verwaltet werden können; der Admin kann neue Benutzer anlegen, bestehende Accounts ändern oder löschen.
Der Login‑Bereich zeigt außerdem mehrere Landesserver, unter anderem Hessen, Niedersachsen, NRW und Schweiz, sowie zahlreiche Single‑Sign‑On‑Optionen, darunter Bildungsmediathek NRW, Bildungsserver Sachsen‑Anhalt, DiLer, Edulog, Eduplaces, Edupool Hessen, IServ, moin.schule, Univention, VIDIS und WebUntis.
Wichtig ist dabei: Edumaps‑Server haben getrennte Benutzerdatenbanken. Die FAQ weist darauf hin, dass der Hauptserver, der Niedersachsen‑Server, der Hessen‑Server und der NRW‑Server separate Datenbanken haben. Das erklärt typische Login‑Probleme, wenn ein Account auf dem „falschen“ Server gesucht wird.
Import, Export und Datenhoheit
Edumaps bietet umfangreiche Exportmöglichkeiten. Maps können unter anderem als Offline‑Map mit allen Dateien im HTML‑Format, als Edumaps‑JSON, als Moodle‑Kurs im MBZ‑Format, als Markdown, als Bilddatei und als PDF exportiert werden. Beim Offline‑HTML‑Export wird die gesamte Map als ZIP-Datei inklusive HTML, Dateien und JSON‑Export bereitgestellt. Der JSON‑Export kann auf anderen Edumaps‑Servern wieder importiert werden.
Das ist für Schulen ein wichtiger Punkt: Inhalte bleiben nicht nur innerhalb der Plattform nutzbar, sondern können gesichert, offline bereitgestellt, weiterverarbeitet oder in andere Systeme übertragen werden. Besonders der Moodle‑Export ist didaktisch interessant, wenn Edumaps als Planungs‑ und Strukturfrontend genutzt wird und Moodle anschließend als Kursraum dient.
KI‑Funktionen und neue Module
Edumaps verfügt inzwischen über mehrere produktiv nutzbare KI‑Funktionen. Dazu gehören unter anderem das Erstellen von Maps, das Erstellen und Verändern von Boxen, Quiz‑Maps, Text‑zu‑Sprache sowie KI‑gestützte Sprachkurse. Die Edumaps‑Tutorials beschreiben, dass mit KI neue Maps und Boxen erzeugt, bestehende Inhalte geändert, Quiz‑Maps erstellt und Texte mit Sprachsynthese versehen werden können.
Neu hinzugekommen ist ein Sprachkurs‑Modul mit KI‑Unterstützung. Laut Edumaps‑Updates können damit Sprachkurse mit sieben verschiedenen Aufgabentypen erstellt werden; genannt werden unter anderem der Dialog „Sprachkurs erstellen mit KI“, automatische Aufgabenerstellung und die Auswertung von Benutzerergebnissen.
Für Lehrkräfte kann das die Vorbereitung deutlich beschleunigen: Map‑Gliederungen, Quizstrukturen, Sprachkurs‑Gerüste, Aufgabenboxen oder differenzierte Materialien lassen sich schneller erzeugen und anschließend didaktisch überarbeiten. Wichtig bleibt, KI‑Ergebnisse fachlich zu prüfen, sprachlich anzupassen und keine sensiblen personenbezogenen Daten in Prompts zu verwenden.
Didaktischer Mehrwert
Der didaktische Hauptvorteil von Edumaps liegt weniger in „noch mehr Material“, sondern in der sichtbaren Strukturierung von Lernprozessen. Edumaps zwingt die Unterrichtsplanung praktisch dazu, Lernwege sichtbar zu machen: in Spalten, Boxen, Aufgaben, Materialien, Abgabemöglichkeiten, Kommentaren und Freigaben.
Für Lernende ist der Mehrwert vor allem dreifach:
Orientierung und Selbststeuerung: Wochenplan‑ oder Lernpfad‑Maps geben klare Reihenfolgen, Wahlmöglichkeiten und Zuständigkeiten. Lernende sehen, was erledigt werden soll, welche Materialien nötig sind und welche Aufgaben bereits bearbeitet wurden. Durch zeitgesteuerte Boxen und Spalten können Inhalte schrittweise sichtbar gemacht werden.
Feedback ohne Medienbruch: Kommentare, Audio‑Rückmeldungen, Bewertungen, Umfragen und Abgaben in Boxen ermöglichen Rückmeldungen direkt an der Aufgabe. Lernende müssen nicht zwischen mehreren Systemen wechseln.
Kooperation: Echtzeit‑Zusammenarbeit, Teamtext, Spaltengruppen, Einzelbox‑Links und differenzierte Freigaben unterstützen Gruppenarbeiten, Projektphasen, Lernbüros, kollaborative Sammlungen und gemeinsame Dokumentationen.
Für Lehrkräfte kommen weitere praktische Vorteile dazu:
Wiederverwendbarkeit: Maps lassen sich kopieren, exportieren und als Grundlage für neue Reihen, Wochenpläne, Projekte oder Fortbildungen nutzen.
Datenhoheit: Durch JSON‑Export/-Import, Offline‑HTML‑Paket, PDF, Markdown und Moodle‑Export bleiben Inhalte langfristig sicherbar und weiterverwendbar.
Integration in bestehende Systeme: Edumaps lässt sich über SSO‑Anbindungen, Landesserver, Bildungsplattformen und Moodle‑Export gut in bestehende Schul‑ und Medienzentrumsstrukturen einbinden.
Zeitgewinn durch KI: KI‑Funktionen können bei Gliederungen, Aufgaben, Quizzen, Sprachkursen und Text‑zu‑Sprache helfen. Didaktisch bleibt aber entscheidend, dass Lehrkräfte die Ergebnisse prüfen, anpassen und transparent mit KI‑Nutzung umgehen.
Datenschutz
Für Lehrkräfte ist bei Edumaps vor allem relevant, dass die Plattform stark auf schulische Datenschutzrealität ausgelegt ist: anonymer Linkzugang ohne verpflichtende Schüleraccounts, SSO‑Optionen, Landesserver, AVV‑Prozess, keine externen Tracking‑Skripte, kontrollierte Einbindung externer Inhalte und KI‑Betrieb über Azure OpenAI in der EU.
Hosting, Tracking und Einbindung externer Inhalte
Als Serverbetreiber nennt Edumaps Hetzner Online GmbH mit Rechenzentrum in Falkenstein/Vogtland. Für den E‑Mail‑Versand wird Heinlein Hosting genannt; für KI‑Funktionen Microsoft Ireland Operations Limited/Azure OpenAI mit Rechenzentrum Schweden.
Edumaps beschreibt außerdem, dass keine externen Analyse‑Dienste oder Tracking‑Skripte eingesetzt werden. Die technische Messung der Serverauslastung erfolgt serverseitig und ohne Geräteanalyse, Standortanalyse oder IP‑Speicherung für diesen Zweck; Einzeldaten werden täglich gelöscht, nur eine aggregierte Tageszahl bleibt bestehen.
Bei Drittinhalten setzt Edumaps auf eine datenschutzsensible Einbindung. Externe Inhalte werden laut Datenschutzerklärung nicht per iFrame geladen. Wenn ein YouTube‑Link in eine Box gesetzt wird, lädt der Edumaps‑Server das Vorschaubild selbst und speichert es auf dem Edumaps‑Server, sodass beim Aufruf der Map nicht direkt YouTube für das Vorschaubild kontaktiert wird. Außerdem werden QR‑Codes direkt im Browser erzeugt, nicht über einen externen Dienst.
Anonymer Zugang und Schüleraccounts
Der ursprüngliche Text sollte an dieser Stelle klar korrigiert werden: Schüleraccounts sind optional, nicht Voraussetzung. Eine Map kann ohne Login per Link gelesen oder, wenn so eingestellt, auch anonym bearbeitet werden. Wenn ein Zugriff ohne Registrierung möglich sein soll, darf „Zugriff nur für registrierte Benutzer“ nicht aktiviert sein.
Schüleraccounts werden dann sinnvoll, wenn höhere Uploadlimits, persönliche Zuordnung, dauerhaftes Wiederfinden geteilter Maps, Klassen-/Gruppenfreigaben oder zentrale schulische Verwaltung benötigt werden. Für anonyme Nutzer gilt ein Uploadlimit von 10 MB pro Datei; bei Schul‑ und Landeslizenzen nennt Edumaps grundsätzlich 100 MB pro Datei für Schüler und 250 MB pro Datei für Lehrkräfte.
Karten und Datenschutz
Bei Karten verfolgt Edumaps bewusst einen datenschutzorientierten Ansatz. Interaktive Landkarten werden nicht als eigenes Live‑Tool eingebunden, weil solche Karten nach Edumaps‑FAQ auf externe Dienste wie Google Maps oder OpenStreetMap zurückgreifen können. Als datenschutzfreundlichere Alternative empfiehlt Edumaps, Karten als Bild oder Screenshot hochzuladen und anschließend mit Textfeldern, Pfeilen, Bildern und weiteren Elementen zu bearbeiten. So wird kein externer Kartendienst zum Rendern der Karte benötigt.
Für den Unterricht bedeutet das: Wer Kartenarbeit datenschutzarm gestalten möchte, kann mit statischen Kartenbildern arbeiten und diese in der Map annotieren. Das ist weniger interaktiv als eine Live‑Kartenanwendung, vermeidet aber zusätzliche Live‑Anfragen an externe Kartenserver.
Schule als Verantwortliche, AVV als Pflichtbaustein
Für den Schuleinsatz beschreibt Edumaps, dass der Dienst als Auftragsverarbeiter handelt; verantwortliche Stelle ist dann die Schule beziehungsweise der Schulträger.
In der FAQ wird außerdem ein automatisiertes Verfahren für den Auftragsverarbeitungsvertrag beschrieben. Dafür ist ein Login mit Admin‑Account nötig.
In der Praxis heißt das: Vor dem schulischen Einsatz sollte geklärt werden, welcher Server genutzt wird, ob der AVV bereits vorliegt, ob der Zugang über Landesplattform, Medienzentrum, Schullizenz oder Einzelaccount erfolgt und ob Lernende anonym, pseudonymisiert oder mit Klardaten arbeiten sollen.
KI und Datenschutz
Die KI‑Funktionen werden laut Datenschutzerklärung über Azure OpenAI betrieben. Edumaps gibt an, dass die Verarbeitung über Microsoft Ireland Operations Limited erfolgt, die Server innerhalb der EU in Schweden betrieben werden und keine personenbezogenen Daten wie Namen, IP‑Adressen, E‑Mail‑Adressen oder Inhalte aus Benutzerkonten an die KI‑Schnittstelle übermittelt werden. Außerdem sollen die übermittelten Inhalte nicht zu Trainings‑ oder Weiterentwicklungszwecken der Modelle genutzt werden.
Für Schulen ist das relevant, weil KI‑Funktionen dadurch eher als integriertes Lehrkraftwerkzeug genutzt werden können, ohne dass Lernende eigene Konten bei externen KI‑Anbietern benötigen. Trotzdem sollten Lehrkräfte keine sensiblen personenbezogenen Daten, Fotos, Tonaufnahmen oder vertraulichen Schülerdaten in KI‑Prompts verwenden und die schulischen Datenschutzvorgaben beachten.
VIDIS‑Einordnung
Edumaps schreibt auf der Startseite, dass es die Prüfkriterien des VIDIS‑Projekts erfüllt und durch die datenschutz nord GmbH geprüft wurde.
Für den Schulkontext ist das vor allem deshalb wichtig, weil sichere Anmeldung und Identitätsmanagement in vielen Schulen entscheidender sind als einzelne Zusatzfunktionen. Edumaps ist sichtbar darauf ausgelegt, über schulische Identitäts‑ und Plattformstrukturen angebunden zu werden.
Sicherheits‑Header und Performance
Für die Bewertung von Datenschutz, Sicherheit und Minderjährigeneignung sollten auch technische Aspekte berücksichtigt werden. Laut Verlagskorrektur setzt Edumaps sechs moderne Security‑Header ein: Content‑Security‑Policy, Strict‑Transport‑Security, X‑Frame‑Options, X‑Content‑Type‑Options, Referrer‑Policy und Permissions‑Policy. Die Content‑Security‑Policy wird von Edumaps selbst als zentrales Sicherheitskonzept beschrieben.
Ebenfalls laut Verlagskorrektur lädt Edumaps mit ca. 0,5 MB für JS/CSS/Fonts in rund 1,3 Sekunden bei 3 Mbit/s. Für Schulen ist das relevant, weil schwache WLAN‑Umgebungen, ältere Endgeräte und große Lerngruppen häufig echte Praxisprobleme sind. Kleinere Datenmengen und kürzere Ladezeiten können den Unterrichtseinsatz spürbar erleichtern.
Die konkreten Werte zu Sicherheits‑Headern und Ladezeit sollten bei einer Veröffentlichung als technische Messangabe gekennzeichnet oder vorab mit einem eigenen Test erneut geprüft werden.
Kosten & Lizenzmodelle
Edumaps unterscheidet zwischen Tarifen für Lehrkräfte/Privatpersonen und Schullizenzen.
Für Lehrkräfte und Privatpersonen gibt es Free, Standard und Premium. Der Free‑Tarif enthält bis zu 5 Maps und 10 MB Speicher. Der Standard‑Tarif kostet laut Preisseite 59,99 € pro Jahr und enthält unter anderem 100 Maps, 50 Schüleraccounts, 1 GB Speicher, 100 MB Uploadlimit pro Datei, Audio-/Videoaufnahme, Text‑to‑Speech und Moodle‑Export. Der Premium‑Tarif kostet 79,99 € pro Jahr und erweitert den Umfang unter anderem auf 1000 Maps, 500 Schüleraccounts, 10 GB Speicher, 500 MB Uploadlimit pro Datei, KI‑Unterstützung, Sprachkurse/Quizze, HTML‑Export sowie Buchungs‑ und Verleihmodul.
Für Schulen gibt es aktuell drei Schullizenz‑Stufen:
SchullizenzUmfangPreis pro JahrSchule Sbis 50 Lehrkräfte490 €Schule Mbis 100 Lehrkräfte890 €Schule Lbis 200 Lehrkräfte1.490 €
In jeder Schullizenz enthalten sind laut Edumaps KI zum Erstellen von Lernmaps, Wochenplänen, Sprachkursen und Quizzen, alle Premium‑Module, bis zu 2.500 Schüleraccounts, vollständige Benutzerverwaltung, 5 GB Speicher je Lehrkraft und jährliche Abrechnung. Außerdem nennt die Preisseite datenschutzkonforme Nutzung, keine Mindestlaufzeit, Rechnungsmöglichkeit und Support für Schulen.
Für größere Schulen, Schulträger und Medienzentren bietet Edumaps individuelle Angebote an. Öffentlich finanzierte Zugänge über Landes‑, Kreis‑ oder Medienzentrumsstrukturen sind für die Praxis ebenfalls wichtig. Auf der Startseite nennt Edumaps Landeslizenzen für Hessen, Niedersachsen und Sachsen‑Anhalt.
Für die Kategorie Preis‑Leistung ist besonders relevant, dass die Schullizenzen nicht nur Pinnwandfunktionen enthalten, sondern auch Benutzerverwaltung, KI‑Funktionen, Sprachkurse, Quizze, Buchungs‑/Verleihmodule, Exporte, SSO‑Anbindungen und hohe Speicherbudgets je Lehrkraft.
Erfahrungen & Bewertungen aus der Praxis im deutschen Schulkontext
In der Praxis wird Edumaps vor allem über Medienzentren, Landesangebote und schulische Plattformen als datenschutzkonformes Werkzeug für digitale Pinnwände, Lernpfade und Unterrichtsorganisation bereitgestellt.
Ein Beispiel aus Nordrhein‑Westfalen: Das Medienzentrum Rhein‑Kreis Neuss stellte Edumaps nach den Osterferien 2024 als DSGVO‑konformes Tool für Lehrkräfte bereit und betonte neben klassischen digitalen Pinnwandfunktionen weitere Anwendungsmöglichkeiten.
Ein aktuelleres Beispiel aus demselben Kreis beschreibt, dass durch die Bereitstellung über das Kreismedienzentrum rund 4.000 Lehrkräfte im Rhein‑Kreis Neuss Edumaps nutzen können; der Zugang erfolgt über die Bildungsmediathek NRW per Single‑Sign‑On.
Das Bildungsportal für den Kreis Mettmann liefert ein sehr konkretes Praxisbild. Dort wird Edumaps als Werkzeug für Lernpfade, Wochenpläne, kollaboratives Arbeiten, Audioaufträge, Förderpläne, Kanban‑Boards, Timelines und Lerntagebücher beschrieben.
Für Niedersachsen wird Edumaps in Fortbildungs‑ und Supportstrukturen ebenfalls als datenschutzkonforme digitale Pinnwand beschrieben, die vom Kultusministerium Schulen kostenfrei bereitgestellt wird. Genannt werden dort unter anderem Lernpfade und interaktive Materialsammlungen.
Auch die Bildungsinfrastruktur rund um moin.schule beschreibt Edumaps als Werkzeug für interaktive Wochenpläne, individuelle Förderpläne, Lernpfade, Materialboxen, Lernziele, Brainstorming, Kanban‑Boards, Stundenpläne, Timelines, schwarze Bretter und Lerntagebücher.