Einsatzbereiche im Unterricht
Collaboard ist ein webbasiertes, kollaboratives Online‑Whiteboard mit „unendlich großer“ Arbeitsfläche, gedacht für gemeinsames Visualisieren, Strukturieren und Diskutieren – synchron im Unterricht oder asynchron als Arbeitsfläche für Hausaufgaben, Projekte und Ergebnisse.
Im Schulalltag ist das Tool besonders hilfreich, wenn du viel mit Visualisierung arbeitest: Brainstormings, Mindmaps, Concept‑Maps, Arbeitsaufträge mit Materialauszügen und gemeinsame Ergebnissicherung lassen sich auf einem Board bündeln. Medien (z. B. PDFs, Bilder, Präsentationen) können eingebunden und anschließend gemeinsam kommentiert/annotiert werden – das zeigen auch didaktische Praxisbeispiele aus Hochschul‑/Lehrkontexten.
Für den Unterricht entscheidend ist die Frage, wie Lernende teilnehmen: Collaboard unterstützt Gast‑Teilnahme per Link oder QR‑Code (ohne eigenes Konto), wahlweise anonym oder mit Name/Identifikation – das ist vor allem dann praktisch, wenn du datensparsam arbeiten willst oder kurzfristig Gruppen bilden musst.
Technisch funktioniert Collaboard im Browser und ist so ausgelegt, dass es sowohl mit Maus/Tastatur als auch auf Touch‑Geräten und großen interaktiven Displays nutzbar ist; für digitale Stifte wird explizit gängige Stift‑Hardware genannt.
Funktionen & Anwendung
Collaboard organisiert die Arbeit in „Projekten“ (Boards) und ergänzt die typische Whiteboard‑Palette (Text, Formen, Zeichnen) um Methoden‑Elemente wie Moderationskarten/Sticky Notes, Konnektoren für Mindmaps/Diagramme und eine umfangreiche Vorlagen‑Bibliothek.
Board‑Bausteine, die im Unterricht wirklich zählen:
Karten/Sticky Notes, Formen, Linien/Konnektoren, freie Stifteingabe und Mindmaps sind als Kernfunktionen vorgesehen; außerdem lassen sich Dokumente (z. B. PDF, Word, PowerPoint, Excel) hochladen und direkt ins Board einbetten.
Teilen, Rollen und Klassenführung:
Du kannst Lernende als Gäste einladen (ohne Konto) und ihnen Lese‑ oder Schreibrechte geben; Gastrollen sind bewusst eingeschränkt (keine Besitzer‑/Moderatorrolle).
Für die Unterrichtssteuerung sind drei Funktionen besonders praxisnah:
- Präsentationsmodus: Alle folgen deiner Ansicht; Teilnehmende haben dabei Zuschauerrechte, du kannst aber weiter live bearbeiten (z. B. markieren oder ergänzen).
- Fokus‑Modus: Reduziert die Oberfläche für Präsentationsphasen (weniger Ablenkung auf dem Beamer/Display).
- Abstimmungen & Bewertungen: Eignet sich für schnelles Feedback, Stimmungsbilder oder Priorisierung von Ideen.
Sicherung von Ergebnissen:
Boards können (je nach Plan) exportiert werden (z. B. PDF/PNG/SVG/CSV), was für Protokolle, Hefteinträge, Lernplakate oder Dokumentation von Gruppenarbeit wichtig ist.
Neuere Funktionsentwicklung (für Planungssicherheit wichtig):
Die Release Notes zeigen, dass Collaboard aktiv weiterentwickelt wird. Zuletzt sind u. a. Verbesserungen am Dashboard/Suche, Aufgaben‑Objekte, Import (z. B. aus anderen Whiteboards) sowie Audit‑Logs und weitere Enterprise‑Funktionen hinzugekommen; im Februar 2026 wurde Version 9.2 dokumentiert.
KI‑Funktionen (Beta) – relevant für Unterrichtsvorbereitung und Datenschutz:
Collaboard beschreibt KI‑Features wie „Sticky Note Detector“ (Fotoprotokolle/Haftnotizen vom Foto in editierbare Karten umwandeln) und „Hintergrund entfernen“ für Bilder; laut Release Notes sind diese Funktionen ab Advanced/Enterprise verfügbar und aktuell (zumindest in Teilen) als Beta in der WEB‑Cloud‑Umgebung. Die Aktivierung kann – je nach Umgebung/Organisation – über Feature‑Flags durch Admins gesteuert werden.
Didaktischer Mehrwert
Für dich als Lehrkraft ist der größte Mehrwert die Kombination aus Visualisierung + Kollaboration + sofortiger Sichtbarkeit von Lernständen: Lernende schreiben, sortieren, verbinden und kommentieren Inhalte in Echtzeit, während du parallel siehst, wo Missverständnisse liegen und wo du nachsteuern musst. Genau diesen Effekt („sofort sehen, was verstanden wurde“) beschreiben Praxisbeispiele aus dem Lehrkontext.
Collaboard eignet sich didaktisch besonders gut für Methoden wie Think‑Pair‑Share, Concept‑Mapping, Gruppenpuzzle, Projektlernen oder offene Aufgabenformate, weil Ergebnisse nicht nur abgegeben, sondern im Prozess sichtbar werden: Wer ergänzt was? Welche Begründungen entstehen? Welche Verknüpfungen werden gezogen? Das lässt sich auch mit hochgeladenem Material (z. B. PDF‑Arbeitsblatt/Transkript) direkt am Objekt diskutieren und annotieren.
Für Formatives Assessment sind Abstimmungen/Bewertungen nützlich: Du kannst Verständnisfragen, Priorisierungen oder Feedbackschleifen schnell einsammeln – besonders in hybriden Settings, in denen sonst oft nur wenige laut antworten.
Praktisch im Schulalltag ist außerdem der Vorlagen‑Ansatz: Collaboard wirbt mit 150+ Vorlagen und zusätzlich Bildungsvorlagen; eigene Vorlagen lassen sich wiederverwenden. Das reduziert Vorbereitungszeit, wenn du wiederkehrende Unterrichtsformate (z. B. Wochenplan, Mindmap‑Gerüst, Reflexionsbogen) etablieren willst.
Datenschutz
Hinter Collaboard steht laut Impressum die IBV Informatik, Beratungs und Vertriebs AG mit Sitz in Bonstetten sowie einer deutschen Geschäftsstelle der IBV GmbH, Informatik, Beratung, Vertrieb. Für Schulen ist das relevant, weil du damit einen klar benennbaren Vertragspartner für AVV/Anfragen hast.
AVV / Auftragsverarbeitung:
Collaboard stellt eine „Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung“ bereit. Darin wird u. a. geregelt, dass die vertraglich vereinbarte Verarbeitung grundsätzlich in EU/EWR oder der Schweiz erfolgt; Verarbeitungen in Drittländern bedürfen Zustimmung und müssen die Anforderungen der DSGVO (Art. 44 ff.) erfüllen.
Hosting‑Optionen und Serverstandorte (für Schulen oft entscheidend):
Die Preis‑/Planseite nennt als Cloud‑Standorte u. a. Niederlande/Schweiz/Deutschland sowie Self‑Hosting ab Enterprise. Im AVV werden als Hosting‑Umgebungen u. a. die Open‑Telekom‑Cloud (über Telekom Deutschland GmbH) sowie Microsoft Ireland Operations Limited/Microsoft‑Einheiten für Azure‑Hosting (CH/NL) aufgeführt. Zusätzlich beschreibt Collaboard Hosting in der (deutschen) Open‑Telekom‑Cloud als Angebot, das Datenspeicherung „exklusiv in Germany“ ermöglichen soll – ein Argument, das insbesondere für Behörden und Bildungseinrichtungen adressiert wird.
Wichtige Nuance aus schulischer Datenschutz‑Perspektive:
Ein schulbezogener Datenschutz‑Check weist darauf hin, dass es unterschiedliche Instanzen/Versionen geben kann (z. B. eine allgemeine Web‑Version vs. eine speziell für deutsche Schulen bereitgestellte Umgebung) und dass sich dadurch auch Tracking‑/Drittanbieter‑Einsatz unterscheiden kann. Für die deutsche Schul‑Variante wird explizit die Nutzung der Open‑Telekom‑Cloud und ein reduzierter Einsatz „umstrittener Drittanbieter“ beschrieben.
Unterauftragnehmer, Support‑/Marketing‑Tools und E‑Mail‑Versand:
Im AVV werden – je nach Hosting‑Kontext/Scope – mehrere Unterauftragnehmer genannt, darunter E‑Mail‑Dienstleister (z. B. Twilio SendGrid), CRM/Ticketing (z. B. HubSpot) sowie weitere Anbieter. Für dich heißt das: Wenn du personenbezogene Daten in Collaboard verarbeitest (z. B. Namen, E‑Mails, Inhalte), gehört zur Schulfreigabe immer ein Blick in den AVV inkl. Unterauftragnehmerliste – und idealerweise eine schulinterne Datenschutz‑Freigabe/Prüfung.
Einbettungen (YouTube & externe Inhalte):
Sobald du externe Inhalte per Embed (z. B. YouTube) in ein Board einbindest, können – wie bei vielen Whiteboards – Daten an Drittanbieter fließen bzw. Cookies gesetzt werden. Der schulische Datenschutz‑Check beschreibt diese Effekte sehr konkret und empfiehlt, Einbettungen bewusst zu steuern.
Sicherheitsfunktionen und Zugriffsschutz:
Collaboard nennt u. a. 2‑Faktor‑Authentifizierung, Passwortschutz für geteilte Boards und SSO‑Optionen (planabhängig). Über Feature‑Flags lassen sich in Organisationen zusätzlich sicherheitsrelevante Sharing‑Vorgaben zentral steuern (z. B. Passwortpflicht, Ablaufzeiten).
KI und Datenverarbeitung:
Der AVV enthält ein Addendum „Einsatz von KI“. Für die KI‑Funktion „Karten‑Erkennung“ wird zusätzlich erwähnt, dass in der aktuellen Beta ein Service von Mistral AI genutzt wird; im AVV ist diese Aufschaltung als „standardmäßig deaktiviert“ und „nur auf Anfrage“ beschrieben.
ISO‑27001‑Einordnung (wichtig, weil oft in Ausschreibungen gefragt):
Collaboard‑Seiten nennen, dass IBV ISO‑27001‑zertifiziert sei (teils mit Jahresversion). Gleichzeitig weist eine App‑Zertifizierungsseite im Microsoft‑Umfeld darauf hin, dass die Teams‑App (in diesem Kontext) nicht ISO‑27001‑zertifiziert sei. Für Schulen ist die saubere Lesart: ISO‑Angaben sollten immer auf die konkrete Hosting‑Umgebung und den konkreten Scope bezogen und im Zweifel schriftlich bestätigt werden (z. B. per Security‑Whitepaper/AVV‑Anhang).
Kosten & Lizenzmodelle
Planlogik (Stand: aktuelle Preis-/Planausweisung):
Offiziell werden „Kostenlos“, „Basic“, „Advanced“ und „Enterprise“ genannt; der kostenlose Plan ist bewusst als Einstieg (wenige Boards/Teilnehmende, keine Gästefunktion), während Basic/Advanced vor allem die Zusammenarbeit mit Klassen/Teams skalieren.
Worauf du als Lehrkraft bei der Lizenzwahl achten solltest:
- Gäste vs. Konten: Für viele Schulsettings ist Gastzugang zentral (kein Schülerkonto nötig). Laut Preis-/Planseite ist Gastzugang ab Basic möglich (mit Limit), ab Advanced unbegrenzt. Gleichzeitig gibt es Collaboard‑Seiten, die für „Whiteboard ohne Anmeldung“ explizit Advanced bzw. Trial nennen. Wenn du genau dieses Feature einkaufen willst, lohnt ein kurzer Check im Bestell-/Angebotsprozess (oder eine schriftliche Bestätigung).
- Moderation & Klassenlenkung: Präsentationsmodus/Moderation/Abstimmungen werden klar dem (höheren) Funktionsumfang zugeordnet und sind für Unterrichtsphasen (Input → Arbeitsphase → Sicherung) didaktisch wertvoll.
- Hosting‑Ort: Für Advanced wird das Hosting in NL/CH/DE genannt („ggf. mit Aufpreis“). Drittquellen markieren „Daten‑Hosting in Deutschland“ ebenfalls als mögliches Zusatzthema.
Bildungskonditionen (deutscher Markt / DACH‑Ansprache):
Collaboard nennt separat vergünstigte Bildungslizenzen (Lehrkräfte ab 5 € mtl., Schulen ab 2,50 € mtl. ab bestimmter Lizenzanzahl; Universitäten individuell). Zusätzlich wird ein Promocode „bis zu 50%“ für einzelne Lehrpersonen erwähnt sowie Schul‑/Campuslizenzen auf Anfrage.
Testmöglichkeiten:
Ein 14‑Tage‑Test wird prominent beworben. In schulischen Kontexten wird außerdem beschrieben, dass ein 14‑tägiger Vollzugang auf Anfrage möglich sein kann, um Gast‑/Schulfeatures real zu prüfen.
Erfahrungen & Bewertungen
In Software‑Verzeichnissen wird Collaboard meist im oberen „soliden“ Bereich bewertet. Bei Capterra wird z. B. eine Gesamtwertung von 4,6/5 auf Basis von 74 Reviews ausgewiesen (Stand der dortigen Produktseite; „Last updated“: Aug. 2025).
Bei GetApp erscheinen sehr ähnliche Kennzahlen (4,6; 74 Reviews) sowie Teilbewertungen (u. a. „Value for money“ hoch).
OMR Reviews führt 34 Bewertungen und eine KI‑Zusammenfassung, in der u. a. Benutzerfreundlichkeit, Kollaboration und DSGVO‑Ausrichtung als Stärken genannt werden, während bei großen Boards gelegentlich Performance‑Themen und Funktionswünsche (z. B. Export/Zeichenfunktionen) auftauchen.
Für die Schule besonders hilfreich sind Erfahrungsberichte/Handreichungen aus Bildungsumfeldern:
- Ein Datenschutz‑Check bewertet die schulische Nutzbarkeit aus Datenschutzsicht als „sehr gut geeignet“, betont aber die richtige Instanz/Hosting‑Variante und den bewussten Umgang mit externen Einbettungen.
- Praxisbeispiele aus Lehrkontexten zeigen, wie kollaborative Boards für Live‑Abfragen, Gruppenarbeit und Visualisierung eingesetzt werden können und nennen als Vorteil u. a. unmittelbares Feedback und zentrale Beobachtbarkeit von Gruppen.