1 · Ist reines Wasser ein Element, weil es ein Reinstoff ist?
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Nein. Es ist die Verbindung H₂O und enthält zwei Atomarten.
Chemie · Grundlagen · Sekundarstufe I
Ist klares Wasser immer rein? Lerne, Reinstoffe, Elemente und Verbindungen zu unterscheiden und homogene sowie heterogene Gemische richtig einzuordnen.
Zwei Fragen helfen
Danach: einheitlich verteilt oder verschiedene Phasen?
Eine Verbindung kann ein Reinstoff sein.
Ein Reinstoff besteht aus einem chemischen Stoff mit charakteristischer Zusammensetzung. Beispiele sind reiner Sauerstoff oder reines Wasser. Ein Stoffgemisch enthält mindestens zwei verschiedene Stoffe, zum Beispiel Wasser und darin gelösten Zucker. Die Anteile eines Gemisches können unterschiedlich sein: Zuckerwasser kann mehr oder weniger Zucker enthalten.
Ein Element enthält nur eine Atomart. Sauerstoff besteht gewöhnlich aus O₂-Molekülen: Je zwei Sauerstoffatome sind verbunden. Trotzdem liegt nur eine Atomart vor. Eine Verbindung enthält mindestens zwei chemisch gebundene Atomarten in einer bestimmten Zusammensetzung. Wasser ist eine Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff, aber reines Wasser ist kein Gemisch.
Ein häufiger Denkfehler lautet: „Zwei Farben im Teilchenbild bedeuten zwei Stoffe.“ Farben stehen oft für Atomarten. Wenn alle dargestellten Moleküle gleich zusammengesetzt sind, kann trotz zweier Farben ein Reinstoff vorliegen. Die Legende entscheidet, was ein Symbol bedeutet.
Nur A₂-Moleküle: ein Reinstoff aus einer Atomart. Auch ein Molekül aus zwei gleichen Atomen gehört zu einem Element.
A₂ und AB sind erfundene Modellstoffe. Die Zeichnung zeigt keine konkrete Reaktion und keinen Ablauf des Mischens. Die Anordnung wurde für die Lesbarkeit vereinfacht; echte Teilchen stehen nicht in einem starren Raster. Mit dem Wechsel zwischen den beiden Gemischen vergleichst du zwei mögliche Verteilungen gleicher Stoffmengen, keine garantierte Entmischung eines beliebigen Gemisches.
Ein homogenes Gemisch ist auf der Stoffebene einheitlich zusammengesetzt und bildet eine Phase. Eine Phase ist ein Bereich mit einheitlichen physikalischen Eigenschaften. Vollständig gelöster Zucker in Wasser liefert bei guter Durchmischung eine einzige flüssige Phase. Der Zucker ist weiterhin vorhanden, auch wenn keine Kristalle mehr sichtbar sind.
Ein heterogenes Gemisch besitzt mehrere Phasen. Bei Sand in Wasser unterscheidest du die feste Sandphase von der flüssigen Phase. Öl und Wasser bilden nach dem Absetzen zwei flüssige Phasen. Heterogen bedeutet deshalb nicht zwingend „fest und flüssig“: Auch zwei Flüssigkeiten können getrennte Phasen bilden.
Mit bloßem Auge scheinbar einheitlich ist nicht immer homogen. Milch enthält fein verteilte Fetttröpfchen in einer wässrigen Umgebung und ist unter anderem eine Emulsion. Die kleinen Tröpfchen machen die Unterscheidung schwieriger, ändern aber nichts am heterogenen Aufbau.
Umgekehrt können verschiedene Phasen auch bei einem Reinstoff vorkommen: Eis und flüssiges reines Wasser bestehen beide aus H₂O. Zwei Phasen allein beweisen deshalb noch kein Stoffgemisch. Frage zuerst nach der Zahl der Stoffe, dann bei einem Gemisch nach der Verteilung.
| Beispiel | Einordnung | Begründung |
|---|---|---|
| Reines Wasser | Reinstoff, Verbindung | H₂O ist ein Stoff aus zwei Atomarten. |
| Saubere, trockene Luft | Homogenes Gasgemisch | Mehrere Gase sind gleichmäßig verteilt. |
| Vollständig gelöster Zucker in Wasser | Homogene Lösung | Zucker und Wasser bilden eine flüssige Phase. |
| Sand in Wasser | Heterogene Suspension | Feste Teilchen sind in Flüssigkeit verteilt. |
| Öl und Wasser nach dem Absetzen | Heterogenes Gemisch | Zwei getrennte flüssige Phasen. |
| Granit | Heterogenes Gemenge | Verschiedene feste Mineralbestandteile. |
Die Zusätze in den Beispielen sind wichtig: Nebel enthält flüssige Wassertröpfchen in Luft und ist heterogen. Zuckerwasser mit ungelösten Kristallen enthält zusätzlich eine feste Phase und ist ebenfalls heterogen. Nicht der Name allein entscheidet, sondern der tatsächlich vorliegende Zustand.
Die Bestandteile eines Gemisches lassen sich durch geeignete physikalische Verfahren trennen. Filtrieren kann gröbere, ungelöste Sandteilchen aus Wasser zurückhalten. Gelöster Zucker passiert dagegen einen gewöhnlichen Papierfilter zusammen mit dem Wasser. Die Filtergröße ist im Vergleich zu den gelösten Teilchen viel zu groß.
Will man Wasser aus einer Zuckerlösung gewinnen, kommt beispielsweise Destillation infrage: Wasser verdampft und wird anschließend wieder verflüssigt. Bei einer geeigneten Trennung bleiben die chemischen Stoffarten erhalten. Welche Methode geeignet ist, hängt von Unterschieden in den Stoffeigenschaften ab.
Eine Verbindung kann man nicht durch Filtrieren in ihre Elemente zerlegen. Um aus Wasser Wasserstoff und Sauerstoff zu erhalten, braucht es eine chemische Reaktion, etwa die Elektrolyse mit geeigneter Energiezufuhr. Dabei entstehen neue Stoffe. Das ist etwas anderes als die Trennung eines Gemisches.
Auch das einfache Merkwort „Reinstoff = eine Teilchensorte“ braucht Grenzen: In einem reinen Salz befinden sich verschiedene Ionen in einem regelmäßigen Verhältnis. Für Molekülstoffe helfen gleiche Moleküle; allgemeiner zählt die einheitliche chemische Zusammensetzung eines Stoffes. Salze betrachten wir später genauer.
Zeige zunächst „Verbindung“. Lass die Klasse zuerst die Atomarten zählen und danach die unterschiedlichen Molekülarten. Die Ergebnisse sind verschieden: zwei Atomarten, aber nur eine Molekülart. So wird verständlich, warum AB ein Reinstoff sein kann.
Wechsle anschließend zwischen den beiden Gemischen. Welche Merkmale bleiben gleich? Die Anzahl und Art der Moleküle. Was ändert sich? Ihre Verteilung. Lass danach das Beispiel „Eis in reinem Wasser“ einordnen: Es prüft, ob die Lernenden Phasen wirklich von Stoffarten unterscheiden.
Versuche die Aufgaben zuerst selbst zu lösen. Öffne anschließend die Lösung und vergleiche deine Begründung.
Nein. Es ist die Verbindung H₂O und enthält zwei Atomarten.
Im gezeigten Modell ein Reinstoff: Alle AB-Moleküle sind gleich. Die Farben stehen für verschiedene Atomarten.
Nein. Er ist weiterhin vorhanden und auf Teilchenebene verteilt. Die Lösung ist ein homogenes Gemisch.
Nein. Es ist ein Stoff, H₂O, in zwei Aggregatzuständen beziehungsweise Phasen.
Die gelösten Teilchen passieren ihn mit dem Wasser. Filtration eignet sich hier für ausreichend große ungelöste Teilchen, nicht für den gelösten Zucker.
Nein. Auch eine homogene Lösung kann klar aussehen und mehrere Stoffe enthalten.

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