Wer gibt Elektronen ab, wer nimmt sie auf? Verfolge eine Reaktion Schritt für Schritt und lerne, Oxidation, Reduktion und die beiden Reaktionsmittel sicher zu unterscheiden.
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Lösungen mit Erklärungen
Reduktion – Reduktion bezeichnet die Aufnahme von Elektronen.
Oxidiert – Es gibt Elektronen ab und reduziert damit den anderen Partner.
Die Zahl abgegebener und aufgenommener Elektronen – Nur bei gleicher Elektronenzahl lassen sich die Elektronen vollständig kürzen.
Redoxreaktionen koppeln Elektronenabgabe und Elektronenaufnahme
Bei vielen Reaktionen verändert sich, welchen Atomen Elektronen zugeordnet werden. Der eine Reaktionspartner gibt Elektronen ab, der andere nimmt sie auf. Zusammen nennt man diese Vorgänge eine Redoxreaktion. Das Wort verbindet Reduktion und Oxidation.
Oxidation ist Elektronenabgabe, Reduktion ist Elektronenaufnahme. Merke dir zuerst diese beiden eindeutigen Aussagen. Sauerstoff kann beteiligt sein, muss es aber nicht. Auch eine Reaktion zwischen einem Metall und Metallionen kann eine Redoxreaktion sein.
Oxidationszahlen machen die Veränderung sichtbar: Bei einer Oxidation steigt die Zahl, bei einer Reduktion sinkt sie. Bei Molekülen ist die Elektronenübertragung dabei eine formale Beschreibung der veränderten Bindungsverhältnisse; sie bedeutet nicht immer, dass freie Ionen entstehen.
Zink und Kupfer(II)-Ionen: Oxidation, Reduktion und Gesamtbilanz erkunden
Wähle zuerst Oxidation, dann Reduktion. Verfolge jeweils Elektronen und Oxidationszahl. Prüfe in der Gesamtbilanz, warum keine Elektronen mehr in der Gleichung stehen.
Zwei Vorgänge gehören zusammen
Elektronenabgabe · Zink
Zn → Zn²⁺
0 → +II
Reduktionsmittel: Zn
Elektronenaufnahme · Kupfer
Cu²⁺ → Cu
+II → 0
Oxidationsmittel: Cu²⁺
e⁻e⁻
Übertragung: vom Zink zu den Kupfer(II)-Ionen. Pro Zn-Atom werden 2 Elektronen bilanziert.
Zn + Cu²⁺ → Zn²⁺ + Cu
Teilgleichungen sind Bilanzschritte desselben Vorgangs, keine unabhängig ablaufenden Reaktionen. Die Symbole zeigen keine maßstäbliche Teilchenbahn.
Zink wird oxidiert. Kupfer(II)-Ionen werden reduziert. Das Metall Zink und die gelösten Kupferionen sind die Reaktionspartner.
Vorhersagen und überprüfen: Ist Zn das Oxidationsmittel, weil es oxidiert wird?
Erklärung nach dem Ausprobieren öffnen
Nein. Zn gibt Elektronen ab und ermöglicht dadurch die Reduktion der Kupfer(II)-Ionen. Es ist das Reduktionsmittel und wird selbst oxidiert. Das Oxidationsmittel Cu²⁺ nimmt die Elektronen auf und wird selbst reduziert.
Zink reduziert Kupfer(II)-Ionen: Zwei Teilgleichungen beschreiben die Übertragung
Bringt man Zink mit einer geeigneten Kupfer(II)-salzlösung zusammen, kann sich metallisches Kupfer abscheiden, während Zink als Zn²⁺ in Lösung geht. In der vereinfachten Ionengleichung betrachten wir nur die Teilchen, die sich chemisch verändern.
Zink: Als Metall hat Zn die Oxidationszahl 0. Im Zn²⁺-Ion beträgt sie +II. Der Anstieg um zwei entspricht der Abgabe von zwei Elektronen pro Zinkatom.
Zn → Zn²⁺ + 2 e⁻
Kupfer: Das gelöste Cu²⁺-Ion hat +II; das entstehende Metall hat 0. Die Abnahme um zwei entspricht der Aufnahme von zwei Elektronen pro Kupferion.
Cu²⁺ + 2 e⁻ → Cu
Sulfat-Ionen einer Kupfersulfatlösung werden hier nicht verändert. Sie sind Zuschauerionen und erscheinen deshalb nicht in der gekürzten Ionengleichung. Das heißt nicht, dass die reale Lösung ohne Gegenionen auskommt.
Reduktionsmittel gibt Elektronen ab, Oxidationsmittel nimmt sie auf
Das Reduktionsmittel gibt Elektronen ab und ermöglicht dadurch die Reduktion des Partners. Es wird selbst oxidiert. Im Beispiel ist Zn das Reduktionsmittel.
Das Oxidationsmittel nimmt Elektronen auf und ermöglicht dadurch die Oxidation des Partners. Es wird selbst reduziert. Im Beispiel sind die Cu²⁺-Ionen das Oxidationsmittel – nicht das erst entstehende Kupfermetall.
Die Namen beschreiben also die Wirkung auf den anderen Partner. Wenn du unsicher bist, schreibe erst „gibt Elektronen ab“ oder „nimmt Elektronen auf“ und leite daraus den Namen ab. So vermeidest du, Oxidation und Oxidationsmittel gleichzusetzen.
Name des Mittels und eigener Vorgang unterscheiden
Teilchen
Elektronen
Eigene Veränderung
Zn: Reduktionsmittel
Gibt 2 e− ab
Wird oxidiert: 0 → +II
Cu2+: Oxidationsmittel
Nimmt 2 e− auf
Wird reduziert: +II → 0
Teilgleichungen addieren: Gleich viele abgegebene und aufgenommene Elektronen
Bei derselben Reaktion müssen genau so viele Elektronen aufgenommen wie abgegeben werden. Addiere deshalb nur Teilgleichungen mit gleicher Elektronenzahl. Beim Zink-Kupfer-Beispiel sind es auf beiden Seiten zwei.
Zn + Cu²⁺ → Zn²⁺ + Cu
Die Elektronen kürzen sich beim Addieren heraus. Sie sind keine verbleibenden Produkte, die sich im dargestellten Reaktionsgemisch ansammeln. Die Teilgleichungen sind ein Hilfsmittel für die Bilanz.
Atomkontrolle: Auf beiden Seiten steht ein Zn- und ein Cu-Atom. Ladungskontrolle: Links beträgt die Gesamtladung +2, rechts ebenfalls +2. Eine Ionengleichung muss nicht auf beiden Seiten neutral sein; beide Gesamtladungen müssen übereinstimmen.
Kupfer und Silberionen: Die Reduktion mit zwei multiplizieren
Kupfer gibt pro Atom zwei Elektronen ab. Jedes Silberion nimmt nur eines auf. Deshalb werden zwei Silberionen pro Kupferatom benötigt.
1 · Oxidation: Zwei Elektronen abgeben
Cu → Cu2+ + 2 e−
Cu: 0 → +II
2 · Reduktion: Ein Elektron je Silberion
Ag+ + e− → Ag
Ag: +I → 0
3 · Die gesamte Reduktion verdoppeln
2 Ag+ + 2 e− → 2 Ag
Alle Koeffizienten werden mit zwei multipliziert. Nun werden genauso viele Elektronen aufgenommen wie bei der Oxidation abgegeben.
4 · Addieren und 2 e⁻ auf beiden Seiten kürzen
Cu + 2 Ag+→ Cu2+ + 2 Ag
Die zwei Silberionen sind notwendig, damit die Elektronenbilanz stimmt. Verändere dafür die Koeffizienten vor den Formeln, niemals die Ionenladung von Ag⁺ zu Ag²⁺. Sonst würdest du einen anderen Reaktionspartner hinschreiben.
Kontrolle: Ein Kupferatom und zwei Silberatome stehen auf beiden Seiten; links und rechts ergibt sich jeweils die Ladung +2.
Magnesiumverbrennung: Oxidationszahlen zeigen vier übertragene Elektronen
2 Mg + O₂ → 2 MgO
Magnesium steigt von 0 auf +II. Jedes der zwei Mg-Atome gibt formal zwei Elektronen ab, zusammen vier. Sauerstoff sinkt von 0 auf −II. Jedes der zwei O-Atome nimmt formal zwei Elektronen auf, ebenfalls zusammen vier.
Hier ist Sauerstoff das Oxidationsmittel und Magnesium das Reduktionsmittel. Im Magnesiumoxid liegen Mg²⁺ und O²⁻ im Ionengitter vor. Die moderne Elektronenbeschreibung erklärt also auch die früher gelernte Oxidation als Sauerstoffaufnahme.
Die Oxidationszahlen zeigen die Bilanz, aber nicht den detaillierten Reaktionsmechanismus. Aus den Elektronenzahlen lässt sich beispielsweise nicht direkt ablesen, wie schnell die Verbrennung abläuft.
Redox erkennen: Oxidationszahlen ändern sich bei Neutralisation und Fällung nicht
Bei der einfachen Neutralisation H₃O⁺ + OH⁻ → 2 H₂O bleiben Wasserstoff bei +I und Sauerstoff bei −II. Es findet eine Protonenübertragung statt, aber keine Änderung der Oxidationszahlen: Dieses Beispiel ist eine Säure-Base-Reaktion ohne Redoxumsatz.
Bei der Fällung Ag⁺ + Cl⁻ → AgCl ändern sich Ag mit +I und Cl mit −I ebenfalls nicht. Die Bildung eines Feststoffs allein ist somit kein Redoxnachweis.
Farbe, Wärmeentwicklung oder Gasblasen können auf eine Reaktion hinweisen. Um sie als Redoxreaktion einzuordnen, prüfst du aber die beteiligten Stoffe und die Veränderungen ihrer Oxidationszahlen.
Redoxgleichungen aufstellen: Oxidationszahlen, Teilgleichungen und Bilanzkontrolle
1. Schreibe Edukte und Produkte korrekt auf und bestimme die relevanten Oxidationszahlen. 2. Markiere die Atomart mit steigender und die mit sinkender Zahl.
3. Formuliere die Teilgleichungen mit Elektronen. 4. Gleiche die Elektronenzahlen durch Multiplikation aus und addiere. 5. Kontrolliere Atome und Gesamtladung.
Bei komplizierteren Redoxgleichungen in saurer oder basischer Lösung müssen zusätzlich Wasserstoff und Sauerstoff passend mit Wasser sowie Oxonium- beziehungsweise Hydroxid-Ionen bilanziert werden. Dafür folgt eine eigene Vertiefung; hier geht es zuerst um das sichere Grundprinzip.
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Alle 18 Aufgaben mit Lösungen zum Nachlesen
1 · Erkennen und zuordnen
1. Was bedeutet Oxidation im Elektronenmodell?
Elektronenaufnahme
Immer Protonenaufnahme
Elektronenabgabe
Lösung und Erklärung
Elektronenabgabe
Bei einer Oxidation werden Elektronen abgegeben; die Oxidationszahl steigt.
2. Was bedeutet Reduktion im Elektronenmodell?
Immer Sauerstoffaufnahme
Elektronenaufnahme
Elektronenabgabe
Lösung und Erklärung
Elektronenaufnahme
Bei einer Reduktion werden Elektronen aufgenommen; die Oxidationszahl sinkt.
3. Welche Rolle hat ein Elektronendonator in einer Redoxreaktion?
Reduktionsmittel
Oxidationsmittel
Immer Zuschauerion
Lösung und Erklärung
Reduktionsmittel
Er gibt Elektronen ab und ermöglicht die Reduktion des Partners.
4. Was geschieht mit dem Oxidationsmittel selbst?
Es wird oxidiert
Es bleibt grundsätzlich unverändert
Es wird reduziert
Lösung und Erklärung
Es wird reduziert
Das Oxidationsmittel nimmt Elektronen auf; sein eigener Vorgang ist eine Reduktion.
5. Muss Sauerstoff an jeder Redoxreaktion beteiligt sein?
Ja, aber nur in wässriger Lösung
Nein
Ja, ohne O₂ ist Redox unmöglich
Lösung und Erklärung
Nein
Auch Metall und Metallionen können Elektronen austauschen, etwa Zn und Cu²⁺.
6. Welche Teilgleichung beschreibt die Oxidation von Zn?
Zn → Zn²⁺ + 2 e⁻
Zn + 2 e⁻ → Zn²⁺
Zn²⁺ → Zn + 2 e⁻
Lösung und Erklärung
Zn → Zn²⁺ + 2 e⁻
Zink gibt zwei Elektronen ab; Atomzahl und Gesamtladung bleiben erhalten.
2 · Anwenden und erklären
1. Welches Teilchen wird bei Zn + Cu²⁺ → Zn²⁺ + Cu reduziert?
Zn
Zn²⁺ als Edukt
Cu²⁺
Lösung und Erklärung
Cu²⁺
Cu²⁺ nimmt zwei Elektronen auf und wird zu Cu; der Wert sinkt von +II auf 0.
2. Welches ist das Reduktionsmittel bei Zn + Cu²⁺ → Zn²⁺ + Cu?
Das erst gebildete Cu
Zn
Cu²⁺
Lösung und Erklärung
Zn
Zink liefert die Elektronen und wird dabei selbst oxidiert.
3. Wie viele Ag⁺-Ionen können die zwei Elektronen eines zu Cu²⁺ oxidierten Cu-Atoms aufnehmen?
Zwei
Eines
Vier
Lösung und Erklärung
Zwei
Jedes Ag⁺ benötigt ein Elektron. Daher passen zwei Silberionen zu einem Kupferatom.
4. Welche Gesamtgleichung für Kupfer und Silberionen ist ausgeglichen?
Cu + Ag⁺ → Cu²⁺ + Ag
Cu + 2 Ag⁺ → Cu²⁺ + Ag
Cu + 2 Ag⁺ → Cu²⁺ + 2 Ag
Lösung und Erklärung
Cu + 2 Ag⁺ → Cu²⁺ + 2 Ag
Zwei Silberionen nehmen die zwei abgegebenen Elektronen auf. Atome und Ladung stimmen.
5. Wie groß ist die Gesamtladung auf jeder Seite von Zn + Cu²⁺ → Zn²⁺ + Cu?
−2
+2
0
Lösung und Erklärung
+2
Links ist Cu²⁺, rechts Zn²⁺ geladen. Beide Summen sind +2; sie müssen nicht null sein.
6. In 2 Mg + O₂ → 2 MgO: Wie viele Elektronen werden formal insgesamt übertragen?
Vier
Zwei
Acht
Lösung und Erklärung
Vier
Zwei Mg-Atome geben je zwei Elektronen ab; die zwei O-Atome nehmen je zwei auf.
3 · Prüfen und übertragen
1. Ist H₃O⁺ + OH⁻ → 2 H₂O eine Redoxreaktion?
Ja, weil Wasser entsteht
Ja, weil Ionen reagieren
Nein, die Oxidationszahlen bleiben gleich
Lösung und Erklärung
Nein, die Oxidationszahlen bleiben gleich
Hier werden Protonen übertragen. H bleibt +I und O bleibt −II.
2. Ist Ag⁺ + Cl⁻ → AgCl eine Redoxreaktion?
Ja, weil die Gesamtladung sinkt
Nein, Ag bleibt +I und Cl bleibt −I
Ja, weil ein Feststoff entsteht
Lösung und Erklärung
Nein, Ag bleibt +I und Cl bleibt −I
Die Gesamtladung bleibt auf beiden Seiten null. Die Fällung verändert keine Oxidationszahlen.
3. Warum erscheint Sulfat nicht in der gekürzten Ionengleichung für Zn und Cu²⁺?
Es bleibt in diesem Beispiel unverändert
Es ist in der realen Lösung nicht vorhanden
Es nimmt die Elektronen auf
Lösung und Erklärung
Es bleibt in diesem Beispiel unverändert
Sulfat ist hier ein Zuschauerion. Gegenionen gehören dennoch zur realen Lösung.
4. Eine Oxidation liefert zwei Elektronen, eine Reduktion braucht drei. Kleinste gemeinsame Elektronenzahl?
Fünf
Drei
Sechs
Lösung und Erklärung
Sechs
Oxidation mal drei und Reduktion mal zwei ergeben jeweils sechs Elektronen.
5. Warum darf man Ag⁺ beim Ausgleichen nicht einfach in Ag²⁺ ändern?
Weil nur ungeladene Teilchen reagieren können
Man würde einen anderen Reaktionspartner hinschreiben
Weil dann immer die Atomzahl verdoppelt wird
Lösung und Erklärung
Man würde einen anderen Reaktionspartner hinschreiben
Man verändert Koeffizienten, nicht vorgegebene Ionenladungen oder Stoffformeln.
6. Eine Reaktion entwickelt Wärme und zeigt eine neue Farbe. Reicht das als Redoxnachweis?
Nein, man muss die Oxidationszahländerungen prüfen