1 · Was gehört zu einem Atomrumpf?
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Der Atomkern und die stärker gebundenen inneren Elektronen. Der Rumpf ist im Modell positiv geladen.
Chemie · Grundlagen · Sekundarstufe I
Warum leitet ein Kupferdraht Strom und lässt sich biegen, während ein Salzkristall leicht bricht? Verbinde den Aufbau eines Metalls mit seinen Eigenschaften und lerne die Grenzen des Elektronengasmodells kennen.
Ein gemeinsamer Zusammenhalt
Positive Atomrümpfe werden durch delokalisierte Elektronen zusammengehalten.
Das Metall ist insgesamt neutral.
In einem Metall sind die äußeren Elektronen nicht dauerhaft einem einzelnen Atom zugeordnet. Sie gehören zu Zuständen, die sich über viele Atome erstrecken. Man nennt sie delokalisierte Elektronen. Zurück bleiben im einfachen Modell positiv geladene Atomrümpfe: jeweils der Atomkern zusammen mit den stärker gebundenen inneren Elektronen.
Die Anziehung zwischen den positiven Atomrümpfen und den negativen Elektronen trägt zum Zusammenhalt bei. Das ist die Metallbindung. Das gesamte Metall bleibt elektrisch neutral, denn es wurden keine Elektronen aus der Probe entfernt. Ihre Zuordnung im Modell hat sich geändert.
In einem festen, kristallinen Metall sind die Atomrümpfe regelmäßig angeordnet. Sie stehen aber nicht völlig still, sondern schwingen um ihre Plätze. Die Skizzen zeigen einen kleinen ebenen Ausschnitt; der reale Festkörper ist dreidimensional.
Die Valenzelektronen sind im Metall über viele Atomrümpfe delokalisiert. Die positive Ladung der Rümpfe und die negative Elektronenladung gleichen sich insgesamt aus. Die Punktanzahl ist keine Elektronenbilanz eines bestimmten Metalls.
Der Ausdruck „Elektronengas“ ist ein anschaulicher Modellname. Er bedeutet nicht, dass sich zwischen den Atomrümpfen ein gewöhnliches Gas wie Luft befindet. Die Elektronen sind quantenmechanische Teilchen; kleine grüne Kugeln und Pfeile helfen hier nur, ihre Beweglichkeit und gemeinsame Zugehörigkeit sichtbar zu machen.
Ein Atomrumpf ist mehr als ein nackter Atomkern. Innere Elektronen gehören weiterhin dazu. Die eingezeichneten Pluszeichen kennzeichnen die positive Nettoladung, legen aber keine bestimmte Ladungszahl für jedes beliebige Metall fest.
Die genaue Elektronenstruktur erklärt man mit einem Bändermodell. Es beschreibt, welche Energiezustände Elektronen im Festkörper besetzen können. Für unseren Einstieg genügt: Es gibt bewegliche Ladungsträger, und der Zusammenhalt ist nicht auf einzelne feste Zweierbindungen beschränkt.
1. Bewegliche Ladungsträger erkennen: Ein Kupferdraht enthält Elektronen, die zum Ladungstransport beitragen können. Anders als in einem festen Salz müssen dafür keine Ionen aus ihren Gitterplätzen wandern.
2. Spannung anlegen: Eine angeschlossene Spannungsquelle erzeugt im geschlossenen Stromkreis ein elektrisches Feld. Zusätzlich zur ungeordneten Elektronenbewegung entsteht eine kleine mittlere Drift entgegen der Feldrichtung. Im metallischen Leiter bewegen sich Elektronen dabei im Mittel vom negativen zum positiven Anschluss.
3. Stromrichtung unterscheiden: Die technische Stromrichtung wurde als Bewegungsrichtung positiver Ladungen festgelegt. Im Metall zeigt sie deshalb entgegengesetzt zur Elektronendrift. Die Elektronen müssen nicht erst den gesamten Draht durchlaufen, bevor sich die elektrische Wirkung im Stromkreis bemerkbar macht.
4. Widerstand erklären: Die Bewegung wird durch Wechselwirkungen mit dem Gitter, Verunreinigungen und Defekten beeinflusst. Bei vielen reinen Metallen steigt der elektrische Widerstand mit der Temperatur: Stärkere Gitterschwingungen erschweren den gerichteten Transport. Das ist eine typische Tendenz, keine ausnahmslose Regel für alle Werkstoffe.
Wird ein Metall belastet, können sich Bereiche des Gitters gegeneinander verschieben. Die delokalisierten Elektronen tragen auch bei veränderter Nachbarschaft zum Zusammenhalt bei. Deshalb lassen sich viele Metalle zu Drähten ziehen, walzen oder biegen. „Verformbar“ bedeutet dabei nicht „beliebig weich“: Festigkeit und Bruchverhalten hängen stark vom Werkstoff und seinen Bedingungen ab.
Beim Ionengitter eines Salzes kann eine Verschiebung gleich geladene Ionen nebeneinander bringen. Deren Abstoßung begünstigt einen Bruch. Im Metall besteht der Zusammenhalt dagegen aus positiven Atomrümpfen und gemeinsamen Elektronen; es gibt keine abwechselnden Reihen positiver und negativer Ionen wie in unserer Kochsalzskizze.
Reale Verformung erfolgt oft durch Versetzungen, also bestimmte Gitterfehler, die sich durch den Kristall bewegen. Das gleichzeitige Verschieben einer ganzen gezeichneten Reihe ist lediglich eine vereinfachte Veranschaulichung.
Metalle leiten häufig auch Wärme gut. Bewegliche Elektronen und Gitterschwingungen transportieren Energie. Ein Metalllöffel kann sich deshalb schneller kalt anfühlen als ein Holzlöffel bei gleicher Temperatur: Er führt der Hand schneller Wärme ab. Das Kältegefühl beweist keine niedrigere Anfangstemperatur.
Metallischer Glanz hängt damit zusammen, wie Elektronen auf Licht reagieren. Viele Metalle reflektieren sichtbares Licht stark. Farbe, Oberfläche und Oxidschichten beeinflussen das Erscheinungsbild; nicht jedes Metall ist silbrig und glänzend.
Eine Legierung ist ein metallischer Werkstoff aus mindestens zwei Elementen, davon mindestens einem Metall. Messing enthält Kupfer und Zink; Stahl enthält vor allem Eisen und Kohlenstoff. Andere Atome und veränderte Gefüge können die Bewegung von Versetzungen erschweren und Eigenschaften gezielt verändern.
Legieren macht nicht automatisch jeden Werkstoff in jeder Hinsicht besser. Härte, Verformbarkeit, Korrosionsbeständigkeit und Leitfähigkeit können sich unterschiedlich ändern. Wähle ein Material deshalb passend zur Aufgabe: Ein Kabel und eine Schneide benötigen andere Eigenschaftskombinationen.
Zeige zuerst „Ohne Spannung“ und frage, ob die Elektronen stillstehen. Lass anschließend erklären, weshalb trotz Bewegung kein Nettostrom fließt. Wechsle dann zu „Mit Spannung“: Was kommt hinzu? Bei „Verformen“ sollen die Lernenden begründen, warum das Metall zusammenhalten kann, ohne von einem einzelnen Elektronenpaar pro Nachbarpaar auszugehen.
Erst selbst lösen, dann die Lösung öffnen.
Der Atomkern und die stärker gebundenen inneren Elektronen. Der Rumpf ist im Modell positiv geladen.
Nein. Die negative Elektronenladung gleicht die positive Rumpfladung aus.
Nein. Es gibt Bewegung, aber ohne bevorzugte Richtung keinen elektrischen Nettostrom.
Nein. Sie ist der mittleren Elektronenbewegung entgegengesetzt.
Delokalisierte Elektronen tragen auch bei verschobenen Gitterbereichen zum Zusammenhalt bei.
Nein. Mindestens eine Komponente ist metallisch; Stahl enthält beispielsweise auch Kohlenstoff.

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