Wie viele Liter nimmt ein Mol Gas ein? Die Antwort hängt von Temperatur und Druck ab. Nutze das molare Volumen und erkenne, wann die ideale Gasgleichung die passende Näherung ist.
gasvolumUnsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck
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Lösungen mit Erklärungen
Nein – Vₘ ist Volumen pro Mol, M ist Masse pro Mol.
273,15 K – Null Grad Celsius bedeutet nicht null absolute Temperatur.
Temperatur und Druck – Gleiches n, T und p ergeben aus pV = nRT dasselbe V.
Molares Volumen: Wie viel Raum nimmt ein Mol Gas ein?
Gasteilchen sind im Vergleich zu Flüssigkeiten und Feststoffen meist weit voneinander entfernt. Sie bewegen sich ungeordnet und üben durch Zusammenstöße mit den Wänden Druck aus. Wie viel Raum eine bestimmte Stoffmenge im Gleichgewicht einnimmt, hängt wesentlich von Temperatur und Druck ab.
Das molare Volumen Vm gibt das Volumen pro Stoffmenge an. Im Unterricht verwendet man oft Liter pro Mol, geschrieben L·mol⁻¹. Es ist eine andere Größe als die molare Masse M in g·mol⁻¹.
Für ideale Gase besitzen gleiche Stoffmengen bei gleicher Temperatur und gleichem Druck das gleiche Volumen, unabhängig von der Gasart. Ein Mol Helium und ein Mol Sauerstoff können deshalb dasselbe Volumen haben, obwohl ihre Massen verschieden sind.
Helium: einzelne Atome
1 mol He ≈ 4,0 g
Ein Mol Helium enthält ein Mol He-Atome.
Sauerstoff: zweiatomige Moleküle
1 mol O2 ≈ 32,0 g
Ein Mol Sauerstoffgas enthält ein Mol O2-Moleküle – und damit zwei Mol O-Atome.
Gleiches Volumen trotz verschiedener Masse: Im idealen Gasmodell nehmen beide Proben bei gleicher Temperatur und gleichem Druck gleich viel Raum ein. Die Stoffmenge der Gasteilchen ist gleich, ihre Masse nicht. Die Massen sind gerundete Schulwerte.
Ein Mol Gas vergleichen: Temperatur und Druck verändern das Volumen
Vergleiche zunächst die beiden Einstellungen bei 0 °C. Wechsle dann zu 20 °C · 1 bar und anschließend zu 20 °C · 2 bar. Bestimme bei jedem Wechsel, welche Größe verändert wurde. Die Stoffmenge bleibt 1 mol.
Für ein Mol ideales Gas bei 0 °C · 1,01325 bar gilt V = nRT/p ≈ 22,41 L. Die Breite des Modellbehälters steht proportional zum Volumen; die Teilchenzahl bleibt gleich. Die Darstellung vergleicht Gleichgewichtszustände, keine tatsächlichen Teilchenbahnen.
Vorhersagen und überprüfen: Bei 20 °C und 1 bar beträgt das Volumen etwa 24,37 L. Was erwartest du bei 2 bar und unveränderter Temperatur?
Erklärung nach dem Ausprobieren öffnen
Etwa die Hälfte: 12,19 L. Bei gleicher Stoffmenge und Temperatur gilt p · V = konstant. Das beschreibt hier zwei Zustände mit unterschiedlich großem Volumen, kein starres Gefäß.
Mit V = n · Vₘ Gasvolumen und Stoffmenge umrechnen
Wenn das molare Volumen für die betrachteten Bedingungen angegeben ist, kannst du zwischen Stoffmenge und Volumen umrechnen:
V = n · Vm
n = VVm
Beispiel: Für die Aufgabe sei Vₘ = 24,0 L·mol⁻¹ gegeben. Dann nehmen 0,50 mol Gas ein Volumen von 12,0 L ein. Umgekehrt entsprechen 6,0 L unter denselben Bedingungen einer Stoffmenge von 0,25 mol.
Der Wert 24,0 L·mol⁻¹ ist hier ein vorgegebener Rechenwert. Ohne zugehörige Bedingungen darfst du ihn nicht als universelle Naturkonstante verwenden. Für die Bildvergleiche berechnen wir Vₘ ausdrücklich aus Temperatur und Druck.
22,4 L pro Mol gelten nur bei passender Temperatur und passendem Druck
Molare Gasvolumina bei verschiedenen Bedingungen · gerundet
Temperatur
Druck
Ideales Vm
0 °C
1,01325 bar
22,41 L/mol
0 °C
1,00 bar
22,71 L/mol
20 °C
1,00 bar
24,37 L/mol
Bezeichnungen wie „Normalbedingungen“ oder „Standardbedingungen“ werden in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet. Lies deshalb immer die konkreten Temperatur- und Druckangaben der Aufgabe. Ein allein genanntes Schlagwort ersetzt keine eindeutigen Zahlenwerte.
Ideale Gasgleichung: p · V = n · R · T mit passenden Einheiten
Die ideale Gasgleichung verbindet Druck p, Volumen V, Stoffmenge n und absolute Temperatur T:
p · V = n · R · T
R ist die universelle Gaskonstante. In SI-Einheiten verwendet man ungefähr 8,314 J·mol⁻¹·K⁻¹. Dann setzt du p in Pascal, V in Kubikmetern, n in Mol und T in Kelvin ein. Weil 1 J = 1 Pa·m³ gilt, passen die Einheiten zusammen.
Praktisch für Liter und bar ist R ≈ 0,08314 L·bar·mol⁻¹·K⁻¹. Dabei muss p in bar und V in Litern stehen. Mische nicht den Zahlenwert 8,314 mit beliebig gewählten Litern und bar.
Die Temperatur muss in Kelvin eingesetzt werden: T = ϑ + 273,15, wenn ϑ in °C angegeben ist. 20 °C entsprechen 293,15 K. Null Grad Celsius bedeutet keinesfalls null absolute Temperatur.
Zwei gleichwertige Schreibweisen · T immer in Kelvin, n in Mol
Zahlenwert von R
Einheiten für p und V
8,314 J/(mol·K)
p in Pa · V in m³
0,08314 L·bar/(mol·K)
p in bar · V in L
Gasvolumen berechnen: 1 mol bei 20 °C und 1 bar
1. Angaben ordnen: n = 1,00 mol, p = 1,00 bar und ϑ = 20 °C. Gesucht ist das Gasvolumen im idealen Modell.
2. Temperatur umrechnen: T = 20 + 273,15 = 293,15 K.
3. Gleichung umstellen und einsetzen:
V = n · R · Tp
Einsetzen mit Litern und bar
Verwende R = 0,08314 L·bar/(mol·K).
n · R · T ≈ 24,37 L·bar
Dieser Zwischenwert entsteht aus 1,00 mol · 0,08314 L·bar/(mol·K) · 293,15 K. Mol und Kelvin kürzen sich heraus.
V ≈ 24,37 L·bar1,00 bar
V ≈ 24,37 L
Beim Teilen durch den Druck kürzt sich auch bar. Übrig bleibt das gesuchte Volumen in Litern.
4. Plausibilität prüfen: Bei gleichem Druck nimmt das wärmere Gas mehr Raum ein als bei 0 °C. Das berechnete Volumen liegt deshalb über ungefähr 22,71 L. Kleine Rundungsunterschiede entstehen durch die verwendete Genauigkeit von R.
Gasvolumen vorhersagen: Temperatur, Druck oder Stoffmenge ändern
Temperatur ändern bei konstantem Druck und gleicher Stoffmenge: Das Volumen ist proportional zur absoluten Temperatur. Eine Verdopplung von 300 K auf 600 K verdoppelt idealerweise das Volumen. Eine Änderung von 20 °C auf 40 °C verdoppelt es dagegen nicht.
Druck ändern bei konstanter Temperatur und gleicher Stoffmenge: Das Volumen ist umgekehrt proportional zum Druck. Bei 20 °C nimmt ein Mol ideales Gas bei 2 bar nur halb so viel Volumen ein wie bei 1 bar, also etwa 12,19 L.
Stoffmenge ändern bei gleicher Temperatur und gleichem Druck: Die doppelte Stoffmenge benötigt das doppelte Volumen. In einem starren geschlossenen Gefäß kann das Volumen aber nicht mitwachsen: Beim Erwärmen steigt dort stattdessen der Druck. Nenne deshalb immer, welche Größen konstant gehalten werden.
Grenzen des Gasmodells: Hoher Druck, Kondensation und Gasgemische
Das ideale Gasmodell vernachlässigt das Eigenvolumen der Teilchen und ihre gegenseitigen Anziehungen. Für viele Gase bei niedrigen Drücken und ausreichend hohen Temperaturen ist es eine brauchbare Näherung. Bei hohen Drücken oder nahe an der Kondensation können deutliche Abweichungen auftreten.
Ein Wasserstoff- oder Sauerstoffmolekül selbst wird beim Erwärmen nicht einfach proportional zum Behälter größer. Vor allem der Raum zwischen den Teilchen verändert sich. Unsere Punkte bleiben deshalb gleich groß, während sich der Modellbehälter verändert.
Wird ein Gas über Wasser aufgefangen, kann das Gemisch zusätzlich Wasserdampf enthalten. Für die Stoffmenge des trockenen Gases muss gegebenenfalls dessen Partialdruck verwendet werden. Auch hier hilft es, genau zu klären, auf welchen Stoff sich die Angaben beziehen.
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Alle 18 Aufgaben mit Lösungen zum Nachlesen
1 · Erkennen und zuordnen
1. Was beschreibt das molare Volumen Vₘ?
Masse pro Stoffmenge
Druck pro Temperatur
Volumen pro Stoffmenge
Lösung und Erklärung
Volumen pro Stoffmenge
Vₘ = V/n gibt an, welches Volumen ein Mol unter den betrachteten Bedingungen einnimmt.
2. Welche Einheit passt zum molaren Volumen?
mol/L
L/mol
g/mol
Lösung und Erklärung
L/mol
Liter pro Mol gehört zu Vₘ, Gramm pro Mol zur molaren Masse M.
3. Welche Angaben brauchst du zur Einordnung eines molaren Gasvolumens?
Temperatur und Druck
Nur die Farbe des Gases
Nur die Gefäßmasse
Lösung und Erklärung
Temperatur und Druck
Das molare Gasvolumen hängt wesentlich von Temperatur und Druck ab.
4. Welche Temperatur wird in pV = nRT eingesetzt?
Die Temperatur in Celsius
Nur die Temperaturdifferenz zum Vortag
Die absolute Temperatur in Kelvin
Lösung und Erklärung
Die absolute Temperatur in Kelvin
Für das ideale Gasgesetz muss T in Kelvin eingesetzt werden.
5. Was gilt für gleiche Stoffmengen idealer Gase bei gleichem T und p?
Sie bestehen aus derselben Atomsorte
Sie haben gleiche Volumina
Sie haben immer gleiche Massen
Lösung und Erklärung
Sie haben gleiche Volumina
Das ideale Gasvolumen hängt bei festem T und p von n ab, nicht von der Gasart.
6. Welche Formel berechnet V aus n und Vₘ?
V = n·Vₘ
V = n/Vₘ
V = Vₘ/n
Lösung und Erklärung
V = n·Vₘ
Mol mal Liter pro Mol ergibt Liter.
2 · Anwenden und erklären
1. Für eine Aufgabe gilt Vₘ = 24,0 L/mol. Welches Volumen haben 0,25 mol Gas?
96 L
24,25 L
6,0 L
Lösung und Erklärung
6,0 L
V = 0,25·24,0 = 6,0 L.
2. 12,0 L Gas bei Vₘ = 24,0 L/mol: Welche Stoffmenge liegt vor?
288 mol
0,50 mol
2,0 mol
Lösung und Erklärung
0,50 mol
n = V/Vₘ = 12,0/24,0 = 0,50 mol.
3. Welche Kelvin-Temperatur entspricht 25 °C?
298,15 K
25 K
248,15 K
Lösung und Erklärung
298,15 K
T = 25 + 273,15 = 298,15 K.
4. Ein ideales Gas nimmt 10 L ein. n und T bleiben gleich, p verdoppelt sich. Neues Volumen?
20 L
10 L
5 L
Lösung und Erklärung
5 L
Bei festem n und T gilt pV = konstant. Doppelter Druck bedeutet halbes Volumen.
5. Bei festem n und p wird T von 300 auf 450 K erhöht. Aus 8 L werden …
16 L
12 L
4 L
Lösung und Erklärung
12 L
V₂/V₁ = T₂/T₁ = 450/300 = 1,5. Somit V₂ = 12 L.
6. Bei gleichem p und T haben 0,50 mol ein Volumen von 12 L. Welches Volumen haben 1,50 mol?
36 L
4 L
18 L
Lösung und Erklärung
36 L
Die Stoffmenge wird verdreifacht; das Volumen wächst ebenfalls auf das Dreifache.
3 · Prüfen und übertragen
1. Warum verdoppelt Erwärmen von 20 auf 40 °C bei gleichem n und p das Volumen nicht?
Weil ideale Gase sich nie ausdehnen
Weil Celsiuswerte zuerst quadriert werden müssen
Das Verhältnis muss aus Kelvin-Temperaturen gebildet werden
Lösung und Erklärung
Das Verhältnis muss aus Kelvin-Temperaturen gebildet werden
293,15 K und 313,15 K unterscheiden sich nur um etwa 6,8 %, nicht um den Faktor zwei.
2. Ein starres geschlossenes Gefäß wird erwärmt. Was steigt im idealen Modell?
Die Stoffmenge
Der Druck
Das Gefäßvolumen
Lösung und Erklärung
Der Druck
Bei konstantem n und V folgt p proportional T. Das Volumen kann nicht mitwachsen.
3. Zu R = 0,08314 L·bar/(mol·K) passen welche Einheiten?
p in bar und V in L
p in Pa und V in L
p in bar und V in m³
Lösung und Erklärung
p in bar und V in L
Der Zahlenwert der Gaskonstante muss zu den eingesetzten Einheiten passen.
4. Welche Aussage zu 22,4 L/mol ist richtig?
Er gilt für jedes Gas bei jeder Temperatur
Er ist die molare Masse von Sauerstoff
Der Wert gilt näherungsweise nur bei bestimmten Bedingungen
Lösung und Erklärung
Der Wert gilt näherungsweise nur bei bestimmten Bedingungen
Etwa 22,41 L/mol gelten ideal bei 0 °C und 1,01325 bar.
5. Wann ist mit deutlicheren Abweichungen vom idealen Gasmodell zu rechnen?
Nur wenn das Gas farblos ist
Bei hohem Druck oder nahe der Kondensation
Immer bei sehr niedrigem Druck
Lösung und Erklärung
Bei hohem Druck oder nahe der Kondensation
Eigenvolumen und zwischenmolekulare Anziehung werden dann bedeutsamer.
6. Ein Gas wird über Wasser aufgefangen. Was kann für die Berechnung der trockenen Gasmenge nötig sein?
Den Wasserdampfanteil am Gesamtdruck berücksichtigen
Den Gesamtdruck grundsätzlich verdoppeln
Wasserdampf als Feststoff zählen
Lösung und Erklärung
Den Wasserdampfanteil am Gesamtdruck berücksichtigen
Die Gasphase kann Wasserdampf enthalten. Für das trockene Gas zählt dessen Partialdruck.
Wie sicher bist du jetzt?
Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.
Entscheide ohne Nachschlagen. Pro Aufgabe passt genau eine Antwort.
Lösungen mit Erklärungen
0,75 mol – n = 18,0/24,0 = 0,75 mol.
5 L – Das Volumen ist umgekehrt proportional zum Druck: 15/3 = 5 L.
Ihre Massen – 1 mol He wiegt ungefähr 4 g, 1 mol O₂ ungefähr 32 g. Die Teilchenzahl ist gleich.
Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.
Weitere Aufgaben zum Selbstcheck
Sechs Aufgaben zum Selbstcheck
Erst selbst lösen, dann die Lösung öffnen.
1 · Welche Einheit kann das molare Volumen haben?
Lösung ansehen
Liter pro Mol, L·mol⁻¹. Die SI-Einheit ist m³·mol⁻¹.
2 · 0,50 mol bei Vₘ = 24,0 L·mol⁻¹: Welches Volumen?
Lösung ansehen
V = 0,50 · 24,0 = 12,0 L.
3 · 6,0 L bei Vₘ = 24,0 L·mol⁻¹: Welche Stoffmenge?
Lösung ansehen
n = 6,0 geteilt durch 24,0 = 0,25 mol.
4 · Welche absolute Temperatur entsprechen 20 °C?
Lösung ansehen
293,15 K.
5 · Der Druck verdoppelt sich bei gleicher Temperatur und Stoffmenge. Was passiert mit V?
Lösung ansehen
Im idealen Gasmodell halbiert sich das Volumen, sofern es sich ändern kann.
6 · Sind 22,4 Liter pro Mol ein allgemeingültiger Wert?
Lösung ansehen
Nein. Dieser Näherungswert gehört zu bestimmten Bedingungen, ungefähr 0 °C und 1,01325 bar im idealen Modell.