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Compton-Effekt

Ein Photon wird an einem Elektron gestreut und verliert dabei Energie. Warum wird seine Wellenlänge größer, und welche Rolle spielt der Streuwinkel?

Unsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck

Finde heraus, was du schon kannst

Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.

Löse die Aufgaben ohne Nachschlagen. Bei Zahlen sind Dezimalkomma und Dezimalpunkt möglich. Verwende keine Tausenderpunkte.

Nur die Zahl in pm eingeben.

Nur die Zahl in keV eingeben.

Nur die Zahl in ohne Einheit eingeben.

Lösungen mit Erklärungen
  1. 2,426 – Δλ = 2,426 pm. Sie hängt bei festem Winkel nicht von der Anfangswellenlänge ab.
  2. 55,286 – λ′ = 22,426 pm; E′ = 1239,84/22,426 ≈ 55,286 keV.
  3. 0,5 – p₂/p₁ = 10/20 = 0,5.

Direkt mit der Erklärung beginnen →

Lernschritt 1

Streuung mit Energie- und Impulsübertragung

Röntgenstrahlung wird auf eine Probe gerichtet. Untersucht man das gestreute Licht unter verschiedenen Winkeln, findet man neben gegebenenfalls unveränderter Strahlung auch einen Anteil mit größerer Wellenlänge. Diese Verschiebung lässt sich durch die Wechselwirkung eines Photons mit einem Elektron erklären.

Das Photon überträgt Energie und Impuls auf das Elektron. Es bleibt nach dem Vorgang als gestreutes Photon erhalten. Das Elektron erhält Bewegungsenergie. Für die folgende Rechnung betrachten wir ein freies Elektron, das vor der Streuung ruht; schwach gebundene Elektronen können näherungsweise so behandelt werden.

θ bezeichnet den Winkel zwischen der ursprünglichen und der neuen Ausbreitungsrichtung des Photons. Er ist nicht der Winkel des zurückstoßenden Elektrons.

θPhoton λPhoton λ′Elektron

Welcher Winkel gehört in die Formel?

θ liegt zwischen der ursprünglichen Vorwärtsrichtung und der Richtung des gestreuten Photons. Der Elektronenpfeil hat einen eigenen Rückstoßwinkel.

Die Pfeile kennzeichnen schematisch Richtungen, keine maßstäblichen Impulsbeträge. Nach der Streuung gilt λ′ > λ für θ > 0: Das Photon gibt Energie und Impuls an das anfangs ruhende Elektron ab.

Lernschritt 2

Die Compton-Formel

Δλ = λ′ − λ = λC · (1 − cos θ)

λC = hmₑc ≈ 2,426 pm

λ ist die Wellenlänge vor der Streuung, λ′ die Wellenlänge danach. Die Compton-Wellenlänge λC gehört hier zum Elektron. 1 pm = 10−12 m.

Eγ = hcλ;   pγ = hλ

Ein Photon besitzt keine Ruhemasse, aber Energie und Impuls. Je größer seine Wellenlänge, desto kleiner sind beide. Seine Geschwindigkeit im Vakuum bleibt c.

Die Formel folgt aus der Erhaltung der gesamten relativistischen Energie und des Impulses. Die Annahme eines anfangs ruhenden Elektrons ist wesentlich; bei bereits schnellen Elektronen kann die Energieübertragung anders ausfallen.

So gehst du vor

  1. Modell und Winkel klären

    Die Standardformel gilt für ein anfangs ruhendes, freies Elektron. θ ist der Streuwinkel des Photons.

  2. Änderung berechnen

    Δλ = λC · (1 − cos θ). Bei Winkeln in Grad den Taschenrechner auf DEG stellen.

  3. Neue Wellenlänge bilden

    Erst λ′ = λ + Δλ liefert die Wellenlänge nach der Streuung.

  4. Energiebilanz prüfen

    Berechne bei Bedarf beide Photonenenergien mit hc/λ. Ihre Differenz wird zur kinetischen Energie des Elektrons.

Lernschritt 3

Winkel und Ausgangswellenlänge verändern

θ = 90° und λ = 50 pm: Δλ ≈ 2,426 pm; λ′ ≈ 52,426 pm.
Wellenlängenänderung Δλ in pm · fester Maßstab01234504590135180Photonen-Streuwinkel θ in Grad
Die Kurve zeigt die Wellenlängenänderung, keine Teilchenbahn und keine Häufigkeit der Streuereignisse. Die zweite Einstellung verändert die Energiebilanz, aber bei festem Winkel nicht Δλ.
Unterrichtsimpuls

Lasse den Winkel bei 90° und verändere λ von 20 pm auf 100 pm. Die absolute Verschiebung bleibt gleich. Vergleiche aber den Anteil der übertragenen Energie: Derselbe Wellenlängenzuwachs wirkt sich bei kurzen Ausgangswellenlängen stärker aus.

Lernschritt 4

Ein Photon mit 50 pm wird um 90° gestreut

Beispiel · Schritt für Schritt

1. Wellenlänge nach einer 90°-Streuung

Ein Photon mit λ = 50 pm trifft auf ein ruhendes Elektron.

θ = 90°; λC ≈ 2,426 pm.

Rechenweg: 1. Wellenlänge nach einer 90°-Streuung
Rechnung Erklärung zum Schritt
cos 90° = 0
1Winkelfaktor bestimmen

Verwende den Gradmodus, nicht den Bogenmaßmodus.

Δλ = 2,426 pm · (1 − 0)
2Compton-Formel einsetzen

Die Formel liefert zunächst nur die Änderung.

λ′ = 50 pm + 2,426 pm
3Änderung addieren

Die ursprüngliche Wellenlänge darf nicht weggelassen werden.

Ergebnis: Nach der Streuung gilt λ′ ≈ 52,426 pm.

Beispiel · Schritt für Schritt

2. Wie viel Energie erhält das Elektron?

Werte die Energiebilanz aus Beispiel 1 aus.

hc ≈ 1239,84 keV·pm; vorzeitiges Runden vermeiden.

Rechenweg: 2. Wie viel Energie erhält das Elektron?
Rechnung Erklärung zum Schritt
Eγ = 1239,84 / 50 keV ≈ 24,7968 keV
1Energie vorher berechnen

pm kürzt sich; die Energie steht in keV.

E′γ = 1239,84 / 52,426 keV ≈ 23,6493 keV
2Energie nachher berechnen

Mit der größeren Wellenlänge wird die Photonenenergie kleiner.

Ekin,e = Eγ − E′γ ≈ 1,148 keV
3Energieübertragung bestimmen

Die Ruheenergie des Elektrons steht auf beiden Seiten der vollständigen Energiebilanz und kürzt sich.

Ergebnis: Das Elektron erhält etwa 1,148 keV kinetische Energie. Das Photon bewegt sich im Vakuum weiterhin mit c.
Vertiefung: Aus einer Verschiebung den Winkel finden

Beispiel · Schritt für Schritt

3. Welcher Streuwinkel passt?

Gemessen wird eine Verschiebung von 1,213 pm.

λC ≈ 2,426 pm; 0° ≤ θ ≤ 180°.

Rechenweg: 3. Welcher Streuwinkel passt?
Rechnung Erklärung zum Schritt
Δλ / λC = 1,213 / 2,426 = 0,5
1Durch λC teilen

Der Quotient ist einheitenlos.

cos θ = 1 − 0,5 = 0,5
2Nach dem Kosinus umstellen

Die Reihenfolge der Subtraktion ist entscheidend.

θ = arccos(0,5) = 60°
3Umkehrfunktion verwenden

Im DEG-Modus erhältst du Grad. Zulässig ist nur 0 ≤ Δλ ≤ 2λC.

Ergebnis: Der Photonen-Streuwinkel beträgt 60°.

Lernschritt 5

Drei Winkel als Orientierung

0°: cos θ = 1. Es gibt im Modell keine Wellenlängenänderung und keine Energieübertragung.

90°: cos θ = 0. Die Verschiebung entspricht einer Compton-Wellenlänge.

180°: cos θ = −1. Die maximale Verschiebung beträgt ungefähr 4,853 pm.

Die Winkel bestimmen mögliche Ergebnisse. Wie oft ein bestimmter Winkel auftritt, lässt sich aus dieser Formel allein nicht ablesen. Bindung und Bewegung der Elektronen beeinflussen reale Messungen.

Δλ in pm0°090°2,426180°≈ 4,852

Die Verschiebung hat eine Obergrenze

Mit λC ≈ 2,426 pm ergibt sich bei 90° eine Verschiebung von λC und bei 180° die doppelte Verschiebung. Die gerundete Rechnung ergibt 4,852 pm; mit genauerem λC sind es rund 4,853 pm.

Dargestellt ist Δλ, nicht die gesamte Wellenlänge λ′ und nicht die Häufigkeit eines Streuwinkels.

Lernschritt 6

Typische Fehler vermeiden

Δλ mit λ′ verwechseln: Die Änderung muss zur ursprünglichen Wellenlänge addiert werden.

Energieverlust als langsameres Licht deuten: Im Vakuum bleibt die Lichtgeschwindigkeit konstant.

Photoeffekt und Compton-Effekt gleichsetzen: Beim Photoeffekt wird das Photon absorbiert; hier bleibt ein gestreutes Photon übrig.

Mehr Wellenlänge mit mehr Energie verwechseln: Energie und Wellenlänge sind umgekehrt proportional.

Selbst ausprobieren

Üben & prüfen

Mit Tipps lernen oder ohne Hilfe testen – du entscheidest.

Wähle deine Stufe. Du löst jeweils sechs Aufgaben mit direkter Rückmeldung, Tipps und Rechenwegen.

Wie sicher bist du jetzt?

Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.

Löse die Aufgaben ohne Nachschlagen. Bei Zahlen sind Dezimalkomma und Dezimalpunkt möglich. Verwende keine Tausenderpunkte.

Nur die Zahl in pm eingeben.

Nur die Zahl in keV eingeben.

Nur die Zahl in ohne Einheit eingeben.

Lösungen mit Erklärungen
  1. 2,426 – Δλ = 2,426 pm. Sie hängt bei festem Winkel nicht von der Anfangswellenlänge ab.
  2. 12,105 – λ′ = 102,426 pm; E′ = 1239,84/102,426 ≈ 12,105 keV.
  3. 0,5 – p₂/p₁ = 50/100 = 0,5.

Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.

Eigene Werte einsetzenMit dem Physikhelfer

Physikhelfer

Eigene Werte einsetzen

Berechne die Änderung der Photonwellenlänge bei Streuung an einem anfangs ruhenden, freien Elektron oder bestimme den zugehörigen Streuwinkel. Wähle deine gesuchte Größe und lass dir den Rechenweg Schritt für Schritt zeigen.

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Kostenlos und ohne Anmeldung. Ein Rücklink führt dich wieder zu dieser Erklärung.

Lieber auf Papier? 6 Aufgaben mit aufklappbaren Lösungen

Auf Papier üben

Erst vorhersagen oder selbst rechnen, dann die Lösung öffnen.

1 · Wie groß ist Δλ bei 0°?

Lösung ansehen

0 pm.

2 · Wie groß ist Δλ bei 180° ungefähr?

Lösung ansehen

2 · 2,426 pm ≈ 4,853 pm mit genauerer Konstante.

3 · Bei λ = 30 pm und Δλ = 2 pm: Wie groß ist λ′?

Lösung ansehen

32 pm.

4 · Wird das gestreute Photon im Vakuum langsamer?

Lösung ansehen

Nein. Seine Energie und Frequenz sinken, seine Geschwindigkeit bleibt c.

5 · Ändert eine andere Ausgangswellenlänge bei gleichem Winkel Δλ?

Lösung ansehen

Im Modell des ruhenden freien Elektrons nicht.

6 · Ein Photon verliert 2 keV. Wie viel kinetische Energie gewinnt das anfangs ruhende Elektron?

Lösung ansehen

2 keV.

Fachlicher Abgleich der Grundlagen: OpenStax · University Physics.

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