Stationäre Phase · bleibt am Ort
Bei der hier betrachteten Dünnschichtchromatografie ist das eine dünne Kieselgelschicht auf einer Platte. An ihrer Oberfläche können Stoffteilchen adsorbieren.
Chemie · Klasse 9–13 · Trennen & Auswerten
Warum wandern Stoffe auf derselben Platte unterschiedlich weit? Verstehe das Zusammenspiel von mobiler und stationärer Phase, lies ein Chromatogramm und berechne Rf-Werte.
Dünnschichtchromatografie · Rf · Stoffvergleich
Chromatografie trennt Stoffgemische, weil ihre Bestandteile unterschiedlich stark zwischen zwei Phasen verteilt beziehungsweise zurückgehalten werden. Das sichtbare Trennbild heißt Chromatogramm.
Im Beispiel stehen A und B für Vergleichsstoffe, P für die Probe. Die Startlinie ist unten bei 0 cm, die Laufmittelfront oben bei 8 cm. Die Probe zeigt zwei getrennte Flecken. Die Farben kennzeichnen hier nur die Spuren, nicht reale Stofffarben.
Bei der hier betrachteten Dünnschichtchromatografie ist das eine dünne Kieselgelschicht auf einer Platte. An ihrer Oberfläche können Stoffteilchen adsorbieren.
Das Laufmittel ist eine Flüssigkeit oder ein Flüssigkeitsgemisch. Es steigt durch Kapillarkräfte auf und transportiert gelöste Stoffe mit.
Die Oberfläche von Kieselgel trägt polare Silanolgruppen. Stoffe können über Wasserstoffbrücken und andere polare Wechselwirkungen daran gebunden werden. Adsorption bedeutet Anlagerung an einer Oberfläche; Desorption ist das Ablösen.
Ein Stoff verbringt mehr Zeit an der stationären Phase und wandert unter sonst gleichen Bedingungen weniger weit.
Ein Stoff, der sich häufiger in der mobilen Phase befindet, wird weiter transportiert. Das hängt sowohl vom Stoff als auch vom gewählten Laufmittel ab.
Auf polarem Kieselgel werden polarere Stoffe häufig stärker zurückgehalten. Ein stärker eluierendes Laufmittel kann sie weiter bewegen. Die Regel „polar wandert immer langsamer“ gilt aber nicht für jede Art der Chromatografie.
Gemessen wird immer ab der Startlinie, nicht ab der Unterkante der Platte. Die Laufmittelfront muss rechtzeitig markiert werden, bevor das Laufmittel verdunstet.
Die Strecke des Stoffes reicht von der Startlinie bis zur Mitte des Flecks. Im Beispiel: Stoff 3,0 cm, Laufmittelfront 8,0 cm.
Der Rf-Wert ist dimensionslos. In der üblichen Auswertung liegt er zwischen 0 und 1.
Ein Rf-Wert ist keine unveränderliche Stoffkonstante. Stationäre Phase, Laufmittel, Temperatur und weitere Versuchsbedingungen müssen vergleichbar sein.
Die Front bleibt bei 8,0 cm. Verschiebe die Fleckenmitte der Probe P und lies den Rf-Wert ab.
Auswertungsmodell: Die Position wird direkt eingestellt. Der Regler simuliert keine reale Laufzeit. A und B bleiben als Referenzen bei 2 beziehungsweise 6 cm.
Liegen ein Probenfleck und ein Referenzfleck unter gleichen Bedingungen auf gleicher Höhe, ist das ein Hinweis auf denselben Stoff. Es ist kein eindeutiger Identitätsbeweis: Verschiedene Stoffe können gleich weit wandern.
Auch ein einzelner Fleck beweist keine Reinheit. Bestandteile können zusammenlaufen oder mit der verwendeten Nachweismethode unsichtbar bleiben. Weitere Laufmittel, Vergleichsproben oder unabhängige Analysen können die Aussage absichern.
Vergleiche Probe P mit den Referenzen A und B auf derselben Modellplatte.
Die Probe kann direkt in das Vorratslaufmittel übergehen, statt von der Startlinie aus getrennt zu werden. Der Flüssigkeitsspiegel muss unter den aufgetragenen Flecken liegen.
Zu viel Probe führt zu breiten oder verschmierten Zonen. Eine Bleistiftmarkierung ist üblich; Tintenfarbstoffe können selbst mitwandern.
Die Front wird direkt nach der Entwicklung markiert. Ein Wert größer als 1 deutet in der üblichen Auswertung auf einen Mess- oder Zuordnungsfehler hin. Bei farblosen Substanzen kann eine geeignete Nachweismethode, beispielsweise UV-Detektion oder ein spezifisches Reagenz, nötig sein.
Die Stoffe erscheinen als getrennte Zonen auf einer flachen Unterlage. Papier und Kieselgel sind nicht chemisch identische stationäre Systeme; beim Papier spielt auch gebundenes Wasser eine Rolle.
Die Trennung erfolgt entlang einer Säule. Bei der Gaschromatografie ist die mobile Phase ein Gas, bei der Flüssigchromatografie eine Flüssigkeit. Häufig werden Signale gegen die Zeit aufgezeichnet.
Die Retentionszeit einer Säulenmessung ist eine Zeitangabe und kein Rf-Wert. Auch sie muss unter festgelegten Bedingungen mit Referenzen verglichen werden.
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25–40 Minuten: Stationäre und mobile Phase zuordnen, Flecken- und Frontstrecken messen und Rf-Werte berechnen.
Partnerauftrag: Im Proben-Labor erst die Beobachtung formulieren, dann die zulässige Aussage. „Ein Fleck = Reinstoff“ und „gleicher Rf = Identität“ als Fehlerdetektive diskutieren.
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