Einsatzbereiche im Unterricht
ZDF goes Schule ist eine Bildungsinitiative des ZDF mit dem Ziel „Bildung für alle“. Zentral ist die Plattform schule.zdf.de, auf der Bildungsinhalte gebündelt und schulischen Fächern bzw. Themen zugeordnet werden.
Für den Unterricht bedeutet das: Du nutzt ZDF goes Schule vor allem als Material‑ und Impulsquelle. Inhalte lassen sich direkt über die Website abspielen oder per Link an Lernende weitergeben. Das Angebot richtet sich laut ZDF an Lehrkräfte aller Schulformen sowie an Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Klassen. Gleichzeitig führt der Deutsche Bildungsserver das Angebot auch für Grundschule/Sek I/Sek II (als Bildungsbereich-Einordnung).
Typische Unterrichtsszenarien, in denen ZDF goes Schule besonders praktisch ist:
- Stunden‑Einstieg mit kurzem Wissensclip (z. B. 1–3 Minuten) oder Erklärvideo. Die Plattform bietet dafür u. a. Schnellfilter für CC‑Clips und Unterrichtsmaterial.
- Themenblöcke/Projektphasen über „Themenpakete“, in denen mehrere Inhalte (Doku, kurze Clips, ggf. Zusatzformate) gebündelt sind.
- Vertiefung mit Unterrichtsmaterial (PDF‑Arbeitsblatt, didaktische Einordnung, teils PowerPoint), z. B. in Naturwissenschaften, Geografie, Geschichte oder Verbraucherbildung/Finanzbildung.
Funktionen & Anwendung
ZDF goes Schule ist keine typische „Software“, sondern ein webbasiertes Portal mit klarer Unterrichtslogik: Fächer → Unterthemen → Inhalte. Auf der Startseite sind „Alle Fächer auf einen Blick“ gelistet (u. a. Geschichte, Geografie, Biologie, Chemie, Physik, Mathematik & Technik, Politik, Wirtschaft, Ethik & Religion, Gesellschaft & Soziales, Sprachen, Kunst, Sport). Innerhalb der Fächer gibt es weitere Unterkategorien (z. B. Geschichte: Antike/Mittelalter/Neuzeit etc.).
Wichtige Funktionen aus Lehrkräfte‑Sicht:
- Suche und Filter nach schulischen Parametern: Laut ZDF ist eine Such‑ und Filterfunktion integriert, die sich an schulischen Parametern orientiert. Zusätzlich beschreibt die Seite „Nutzung der Inhalte“ eine detaillierte Suche und die Zuordnung zu Schulfächern zur einfacheren Handhabung.
- Themenpakete als kuratierte Sammlungen: Themenpakete bündeln Inhalte zu einem Unterrichtsthema (z. B. „Römisches Reich“ oder „Klimawandel und Klimaforschung“) und kombinieren lange Dokus, kurze Clips und weitere Formate. In einem Themenpaket können auch externe interaktive Elemente verlinkt sein (z. B. eine 3D‑Zeitreise über einen externen ZDF‑VR‑Link).
- Unterrichtsmaterial direkt am Inhalt: Viele Beiträge haben einen Block „Unterrichtsmaterial“ mit Download‑Dateien (z. B. Arbeitsblatt als PDF, didaktische Einordnung, teils PowerPoint). Beispiel „Didaktische Einordnung“ (Geografie): Enthält Filmlänge, Fach, Klassenstufen, Verfügbarkeit, Unterrichtsthemen, didaktische Hinweise und Fachbegriffe. Beispiel „Didaktische Einordnung“ (Biologie/Stress): Enthält zusätzlich konkrete Vorschläge, wie Lernende Inhalte strukturieren, vergleichen und eigene Experimente entwickeln könnten. Beispiel Geschichte („Die Deutschen“): Es gibt umfangreichere Unterrichtsmaterialien (mehrseitig) in Kooperation mit dem Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V..
- Download‑Optionen (wenn freigeschaltet): ZDF goes Schule erklärt, dass einige Produktionen zum Download angeboten werden; ob das möglich ist, steht direkt auf der jeweiligen Videoseite. Bei einzelnen Videos wird das sehr klar ausgewiesen („Video herunterladen“).
- Creative Commons / OER über Terra Xplain Commons: Ein zentrales Plus sind die OER‑fähigen „Terra Xplain Commons“-Clips. Dort gibt es einen großen Fundus kurzer Erklärvideos aus Terra X und weiteren Wissenschaftssendungen unter Creative‑Commons‑Lizenz, der laut ZDF laufend erweitert wird. Die Nutzungsregeln (z. B. Namensnennung, Kennzeichnung von Änderungen, keine Entstellung) sind auf der Plattform ausführlich erklärt.
- Embed‑Link / Einbettung (v. a. bei CC‑Clips sichtbar): Bei CC‑Clips ist eine „Embed‑Funktion“ sichtbar, inkl. Copy‑Button, sodass du Inhalte technisch sauber in schulische Websites/LMS-Seiten einbetten kannst (sofern dein System HTML‑Embeds zulässt). Für ZDF‑Videos gelten zudem allgemeine Nutzungsbedingungen (z. B. unzulässige Kontexte, Depublikation beendet Embedding).
Didaktischer Mehrwert
Der didaktische Mehrwert liegt vor allem in drei Bereichen: Zeitersparnis, didaktische Einbettung und rechtlich/technisch praktikable Nutzung.
Erstens spart die Plattform Vorbereitungszeit, weil Inhalte kuratiert und Lehrplan‑nah nach Fächern/Parametern sortiert sind und eine schulbezogene Such‑/Filterlogik beschrieben wird. Für viele Lehrkräfte ist das ein großer Unterschied zu einer „normalen Mediathek“, weil der Einstieg über Unterrichtskategorien erfolgt.
Zweitens sind Videos häufig nicht „nackt“, sondern mit Arbeitsblättern oder didaktischen Einordnungen ergänzt – inklusive Vorschlägen für Unterrichtsthemen, Klassenstufen und Fachbegriffe. In Geschichte wird die Zusammenarbeit mit Geschichtslehrkräften und der Ausbau eines praxisorientierten Zugangs besonders hervorgehoben.
Drittens ist die OER‑Komponente ein echter Mehrwert: CC‑Clips dürfen (bei Einhaltung der Lizenzbedingungen) gespeichert, bearbeitet, in eigene Filme eingebaut, auf Websites eingebunden und öffentlich präsentiert werden. Für Unterrichtsvorhaben, bei denen Lernende selbst Medienprodukte erstellen (z. B. Erklärvideo, Podcast mit Video‑Einblendungen, Präsentation), ist diese rechtlich klare Wiederverwendbarkeit besonders hilfreich.
Als zusätzliche Stärke: Bei CC‑Clips wird die Urhebernennung direkt mitgeliefert („Bei Verwendung immer nennen“) und es gibt häufig eine Textfassung sowie teils Quellenangaben, was sauberes Arbeiten (Quellen, Zitate, Transparenz) erleichtern kann.
Datenschutz & Hosting
Für den Unterricht ist entscheidend: ZDF goes Schule ist in der Regel ohne Schülerregistrierung nutzbar, weil das Angebot als Website/Streaming‑Portal funktioniert und Inhalte per Link bereitgestellt werden können. Damit entfallen typische Datenschutzthemen von Lernplattformen (Klassenlisten, Abgaben, Chatverläufe), solange du keine zusätzlichen interaktiven Kontofunktionen nutzt.
Trotzdem gilt wie bei jeder Website: Beim Besuch werden personenbezogene Daten (vor allem technische Daten) verarbeitet. Das Deutschland‑weite Angebot verlinkt im Footer auf die ZDF‑Datenschutzerklärung; dort steht, dass Daten teils durch Mitteilung (z. B. bei Kontoanlage) und teils automatisch (z. B. Browser/OS/Zeitpunkt) erhoben werden und dass externe Dienstleister eingesetzt werden können.
Wichtige Punkte, die du als Lehrkraft kennen solltest:
- Nutzungs‑ und Reichweitenmessung: ZDF nennt als beauftragte Dienstleister u. a. Nielsen und Piano; diese dürfen Nutzungsdaten nicht zu eigenen Zwecken verwenden oder mit anderen Daten zusammenführen. ZDF beschreibt zudem Anonymisierung/Schutzmaßnahmen und nennt Widerspruchsmöglichkeiten.
- Cookies & Local Storage: Für Personalisierungsfunktionen nutzt ZDF (für die ZDF‑Streaming‑Plattform) Cookies und Local‑Storage‑Technik; Local Storage kann z. B. für Präferenzen oder Merklisten genutzt werden. ZDF schreibt, dass Dritte nicht auf Local‑Storage‑Daten zugreifen können, dass sie nicht zu Werbezwecken verwendet werden und dass nicht erforderliche Local‑Storage‑Nutzung nur mit Zustimmung erfolgt (widerrufbar).
- Identifizierbarkeit: ZDF weist darauf hin, dass eine Rückverfolgung zu einer Person im Kontext pseudonymisierter Nutzungsdaten grundsätzlich nur möglich ist, wenn die Streaming‑Plattform als angemeldeter User mit ZDF‑Konto genutzt wird; ohne Anmeldung sei eine Identifizierung durch ZDF nicht möglich.
Praktischer Hinweis für Schule: Wenn Lernende Inhalte auf eigenen Geräten öffnen, greifen die üblichen Web‑Datenschutzmechanismen (Einwilligungsbanner, Browser‑Einstellungen). ZDF erläutert zudem, dass Cookies/Local Storage im Browser steuer‑ und löschbar sind.
Kosten & Lizenzmodelle
ZDF goes Schule ist für dich in der Praxis ein „kostenloser Materialpool“. Der Deutsche Bildungsserver führt das Angebot als frei zugänglich ohne Anmeldung und „Kostenpflichtig: nein“. Das deckt sich mit der Positionierung des ZDF, das schule.zdf.de als offen zugängliches Webangebot für Schulen beschreibt.
Lizenzlogik ist bei ZDF goes Schule wichtiger als „Preismodelle“, weil es unterschiedliche Nutzungsarten gibt:
- Standard‑ZDF‑Inhalte (Streaming/Link/teilweise Download):Laut „Nutzung der Inhalte“ dürfen die auf schule.zdf.de eingestellten Produktionen und Materialien zur Veranschaulichung im Unterricht im Klassen‑ und Kursverbund eingesetzt werden; du kannst sie über die Website aufrufen oder per Link teilen. Einige Produktionen sind zusätzlich downloadbar (Offline‑Vorführung im Klassen‑/Kursverbund), wenn die Videoseite das ausweist. Bei vielen Inhalten gibt es eine Befristung („Video verfügbar bis …“).
- Creative‑Commons‑Inhalte (OER):CC‑Clips dürfen – bei Einhaltung von Regeln – gespeichert, bearbeitet, verbreitet und öffentlich präsentiert werden. Die Plattform erklärt Unterschiede zwischen CC BY 4.0 (Nennung/Änderungskennzeichnung, keine Entstellung) und CC BY‑SA 4.0 (zusätzlich „Share Alike“). Auf einzelnen CC‑Videoseiten werden Lizenz, „Bei Verwendung immer nennen“ (Urheber-/Herkunftsangabe) und „Embed‑Funktion“ klar angezeigt.
Zusatz: Das Partnerschulprogramm ist kein Lizenzmodell, sondern ein Kooperationsformat. Für das Schuljahr 2026/2027 läuft laut Plattform ein Bewerbungszeitraum (bis 20. April 2026) und es gibt definierte Vorteile wie Schulbesuch, Newsletter und Sounding Board.
Erfahrungen & Bewertungen
Da ZDF goes Schule (Stand: Frühjahr 2026) noch relativ jung ist, kommen belastbare „App‑Store‑Bewertungen“ oder breite Vergleichstests seltener vor als bei kommerziellen Plattformen. Trotzdem gibt es mehrere aussagekräftige Perspektiven:
- Qualitätscheck eines konkreten Unterrichtsmaterials: Der Materialkompass auf Verbraucherbildung.de bewertet das Unterrichtsmaterial „So sparst und investierst du richtig“ (Video + PDF) insgesamt mit „Gut“. Gelobt werden u. a. klare Struktur, schrittweise Bearbeitung und reflexive Elemente; kritisch genannt werden u. a. fehlende Materialien zur Unterstützung der Lehrkräfte sowie eine nicht funktionierende Video‑Verlinkung in der PDF.
- Rückmeldungen aus dem Bildungsbereich (Fachverband/Schule): Der Geschichtslehrerverband hebt den Ausbau des Geschichtsangebots hervor, nennt die Materialien eine wertvolle Ergänzung und betont den Nutzen historisch‑politischer Bildung in Zeiten von Fake News.
- Praxisnähe durch Partnerschulen: ZDF berichtet von einem breiten Pilotschuljahr 2025/26 mit über 50 Partnerschulen und konkreten Austauschformaten (Schulbesuche, Newsletter, Sounding Board); diese Erfahrungen sollen Grundlage für die Weiterentwicklung sein.
- Beispielhafte Einordnung in Medienberichterstattung: Ein ZDFheute‑Beitrag zur Initiative beschreibt den direkten Austausch mit Schulen als „Bereicherung“ aus Sicht einer Schulleitung (zitierte Einschätzung im Artikel) und ordnet das Projekt u. a. als Beitrag zu Medienkompetenz/Fake‑News‑Abwehr ein.
In Summe zeigen diese Quellen: Die Stärken werden vor allem bei Struktur, Zugänglichkeit, Materialqualität und OER‑Optionen gesehen; Kritik bezieht sich eher auf punktuelle Material-/Link‑Praktikabilität oder darauf, dass nicht jedes Format umfangreiche Lehrkraft‑Begleitmaterialien mitliefert.