Weltwirtschaftskrise – Geschichtspodcast mit Arbeitsblatt, Transkript & Lösungen
0,00 €
inkl. MwSt.
Digitaler Download · PDF-Dateien · kein Versand Downloadlink nach der kostenlosen Bestellung per E-Mail
100 % kostenloser Podcast mit Begleitmaterial
Keine Zahlungsdaten notwendig
Downloadlink per Email
Produktbeschreibung
Menschen erzählen Geschichte · Folge 15 Deutsch · 9:03 Minuten · Podcast online + 3 PDFs · kostenlos
Wenn die Arbeit wegbricht
Berlin, Dezember 1930: Paul hat seine Stelle als kaufmännischer Angestellter verloren. Reicht das Geld für Kohlen oder für die Fahrt zu einer Bewerbung? Das Gespräch verbindet seine Alltagssorgen mit Kreditknappheit, sinkender Nachfrage und den politischen Spannungen der Weltwirtschaftskrise.
KI-Illustration · erfundene Figur
Podcast · Menschen erzählen Geschichte · Folge 15
Wenn die Arbeit wegbricht
Ein Angestellter erzählt · Berlin, Dezember 1930 · 9:03 Minuten
Kostenlos anhören · ohne Bestellung
0:009:03
Die Wiedergabe konnte nicht starten. Bitte versuche es noch einmal oder öffne die MP3-Datei.
KI-vertontes, fiktives Interview auf historischer Grundlage. Keine echte Zeitzeugenaufnahme.
Hörfragen und Lösungen
1. Kohlen oder Fahrkarte?
Zwischen welchen Ausgaben muss Paul entscheiden? Nenne zwei weitere Folgen seiner Arbeitslosigkeit.
Lösung zu Hörfrage 1
Paul wägt Kohlen zum Heizen gegen die Fahrt zu einer möglichen Arbeitsstelle ab. Hinzu kommen Unsicherheit, Scham, Verlust der Tagesstruktur und Sorgen um die Familie. Das geliehene Fahrgeld ermöglicht die Bewerbung, garantiert aber keine Stelle.
2. Wie verstärkt sich die Krise?
Erkläre mit Pauls Einkaufsentscheidungen, warum Entlassungen weitere Entlassungen auslösen können. Warum helfen günstigere Preise nicht unbedingt?
Lösung zu Hörfrage 2
Weniger Einkommen führt zu weniger Käufen. Dadurch verlieren andere Betriebe Umsatz und können weitere Stellen abbauen. Sinkende Preise gleichen einen starken Einkommensverlust nicht unbedingt aus. Pauls notwendiges Sparen ist keine persönliche Schuld.
3. Was belegt das Plakat?
Was fordert das Dresdner Plakat von 1930? Prüfe die Grenzen des Vorschlags und der Quelle.
Lösung zu Hörfrage 3
Es fordert, sogenannte Doppelverdiener zugunsten Arbeitsloser zu entlassen. Eine Umverteilung vorhandener Stellen schafft allein keine neuen Aufträge und kann andere Familien belasten. Das Plakat belegt eine Forderung dieser Verbandsortsgruppe, nicht deren Wirksamkeit oder die Meinung aller Arbeitslosen. Pauls Gespräch ist eine erfundene Veranschaulichung.
Vollständiges Transkript lesen
Otto: Willkommen bei Lernmarktplatz – Menschen erzählen Geschichte. Ich bin Otto. Heute: Wenn die Arbeit wegbricht. Wir versetzen uns nach Berlin, in den Dezember neunzehnhundertdreißig. Mein Gast ist Paul Neumann, ein entlassener kaufmännischer Angestellter. Paul und seine Erlebnisse sind erfunden, die historischen Hintergründe recherchiert. Beide Stimmen entstehen mit KI. Paul, auf Ihrem Küchentisch liegen Rechnungen und eine Stellenanzeige. Was beschäftigt Sie?
Paul: Ob ich morgen hinfahre. Die Firma sucht jemanden für die Buchhaltung, draußen am anderen Ende der Stadt. Ich könnte die Arbeit. Aber die Fahrt kostet Geld, und wir brauchen Kohlen. Meine Frau sagt: Geh hin, sonst ärgerst du dich. Ich denke: Und wenn dort schon fünfzig andere warten? Dann komme ich mit leeren Händen zurück.
Otto: Sie müssen also selbst für die Suche nach Arbeit Geld einsetzen. Wie haben Sie Ihre Stelle verloren?
Paul: Ich habe Rechnungen geschrieben und Bestellungen bearbeitet, in einem Betrieb für Maschinenzubehör. Erst kamen weniger Aufträge. Dann blieben Rechnungen unserer Kunden unbezahlt. Eines Tages hieß es, die Verwaltung müsse kleiner werden. Mein Chef gab mir ein ordentliches Zeugnis. Das steckt jetzt in meiner Mappe. Nur bezahlen kann ich damit nichts.
Otto: Ein gutes Zeugnis schafft noch keine freie Stelle. Hinter solchen Entlassungen stand eine internationale Krise. Im Oktober neunzehnhundertneunundzwanzig brachen in New York die Aktienkurse ein. Das war ein wichtiger Auslöser und ein sichtbares Zeichen der Krise, aber nicht ihre einzige Ursache. Die deutsche Wirtschaft war besonders verletzlich, weil ihr Aufschwung auch von ausländischen Krediten abhing. Als Geldgeber Kredite zurückzogen und weniger neues Geld verliehen, gerieten Unternehmen unter Druck. Paul, hatten Sie selbst Aktien?
Paul: Nein. Darum habe ich zuerst gedacht: Das betrifft die Leute mit ihren Wertpapieren, nicht mich. Ich wusste zwar, dass unser Betrieb Geld von der Bank brauchte. Aber zwischen einer Nachricht aus Amerika und meinem Schreibtisch habe ich keinen Zusammenhang gesehen. Bis die Bestellungen ausblieben. Da wurde aus der Zeitungsnachricht plötzlich mein eigenes Problem.
Otto: Zur Kreditknappheit kam, dass im In- und Ausland weniger Waren gekauft wurden. Betriebe verkauften weniger, drosselten ihre Produktion und entließen Beschäftigte. Was haben Sie seit Ihrer Entlassung im Alltag verändert?
Paul: Ins Kino gehen wir nicht mehr. Den Mantel lasse ich noch einmal ausbessern. Beim Bäcker kaufe ich weniger, und meine Frau schreibt jeden Pfennig auf. Manchmal denke ich an den Mann im Bekleidungsgeschäft. Wenn alle so sparen wie wir, verkauft der doch auch nichts mehr. Aber ich kann kein Geld ausgeben, das ich nicht habe.
Otto: Genau darin liegt ein sich verstärkender Kreislauf: Weniger Arbeit bedeutet weniger Einkommen. Haushalte kaufen weniger. Dadurch verlieren weitere Unternehmen Kundschaft und bauen womöglich Stellen ab. Für eine einzelne Familie kann Sparen notwendig sein; wenn sehr viele gleichzeitig sparen müssen, verschärft das den Absatzmangel. Sie sind daran nicht persönlich schuld. Bekommen Sie Unterstützung?
Paul: Ja, vorerst bekomme ich Arbeitslosenunterstützung. Zum Amt gehe ich trotzdem mit einem Knoten im Magen. Ich habe doch immer gearbeitet. Meine Frau verdient mit Näharbeiten etwas dazu, aber auch ihre Kundinnen überlegen jetzt zweimal. Abends rechnen wir gemeinsam. Ich möchte nur nicht, dass unser Sohn bei jedem Stück Brot merkt, wie knapp es geworden ist.
Otto: Seit neunzehnhundertsiebenundzwanzig gab es eine gesetzliche Arbeitslosenversicherung. Sie half, ersetzte aber nicht einfach das frühere Einkommen. Anspruch und Bezugsdauer waren begrenzt. Mit der Massenarbeitslosigkeit geriet ihre Finanzierung unter großen Druck. Viele Menschen mussten später andere Hilfen beantragen. Und während der Krise wurden Leistungen eingeschränkt. Paul, erinnert Sie das an die Inflation von neunzehnhundertdreiundzwanzig?
Paul: An die Angst, ja. Aber damals wurden die Preise dauernd höher. Jetzt sehe ich sogar günstigere Angebote. Das klingt erst einmal gut. Nur habe ich eben viel weniger Geld. Ein billigerer Mantel hilft mir nicht, wenn ich zwischen Kohlen und einer Fahrt zur Bewerbung wählen muss. Früher fehlte mir nach Feierabend Zeit. Jetzt fehlt mir die Arbeit.
Otto: Das ist ein wichtiger Unterschied. Bei der damaligen Hyperinflation verlor das Geld rasant an Kaufkraft. In der Weltwirtschaftskrise sanken dagegen viele Preise; ein allgemeiner Rückgang des Preisniveaus heißt Deflation. Trotzdem konnten Menschen verarmen, weil Einkommen und Arbeitsplätze wegfielen. Auch die Sparpolitik der Regierung Brüning ab neunzehnhundertdreißig verringerte die Nachfrage zusätzlich. Die Regierung wollte die Staatsfinanzen ordnen; Kürzungen und höhere Abgaben belasteten aber die Wirtschaft. Was macht die Lage mit Ihrem Selbstvertrauen?
Paul: Morgens ziehe ich mich noch genauso ordentlich an. Meine Frau fragt manchmal, warum ich die Schuhe putze, wenn ich nur zum Amt gehe. Weil ich nicht möchte, dass man mir gleich ansieht, wie es steht. Am schlimmsten ist die Frage: Noch immer nichts gefunden? Als hätte ich nicht gesucht. Dabei weiß ich, dass viele genauso dastehen.
Otto: Wir ergänzen Ihre erfundene Geschichte mit einer echten Quelle. Das Deutsche Historische Museum bewahrt ein Plakat aus Dresden vom zwölften Dezember neunzehnhundertdreißig. Es stammt von der dortigen Ortsgruppe des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbands. Darauf steht: Entlasst die Doppelverdiener! Stellt dafür Arbeitslose ein! Gemeint ist die Forderung, Beschäftigung umzuverteilen. Was denken Sie bei diesem Vorschlag?
Paul: Zuerst denke ich: Vielleicht wäre dann eine Stelle für mich frei. Aber dann sehe ich meine Frau vor mir. Sollen wir auf ihren Verdienst verzichten, sobald ich wieder etwas finde? Davon bezahlen wir doch auch unsere Rechnungen. Und wenn ein Betrieb gar keine Aufträge mehr hat, entsteht durch so eine Forderung auch keine zusätzliche Arbeit. So einfach ist es wohl nicht.
Otto: Das Plakat zeigt eine politische Forderung, keinen Beweis dafür, dass sie die Krise gelöst hätte. Wir müssen fragen: Wer wirbt hier, für welches Ziel und auf wessen Kosten? Aus einem Plakat erfahren wir außerdem nicht, wie alle Arbeitslosen dachten. Dafür brauchen wir weitere Quellen. Auch Pauls Antworten sind unsere erfundene Veranschaulichung. Begegnen Ihnen politische Versprechen im Alltag?
Paul: Überall. Auf der Straße, auf Plakaten, in Gesprächen. Manche reden, als müsste man nur bestimmte Menschen loswerden, dann wäre alles wieder gut. Wenn man verzweifelt ist, möchte man glauben, dass jemand einen Ausweg kennt. Aber ich möchte Arbeit, nicht einen Nachbarn zum Feind erklärt bekommen. Gestern hat mir gerade ein Nachbar von dieser freien Stelle erzählt.
Otto: Die Krise schwächte das Vertrauen vieler Menschen in die Demokratie. Die Nationalsozialisten nutzten Not und Ängste für ihre Propaganda, mit falschen Schuldzuweisungen und antisemitischer Hetze. Doch Arbeitslosigkeit machte nicht jeden Menschen zum Nationalsozialisten. Politische Entscheidungen und Einstellungen unterschieden sich. Die spätere Diktatur war keine zwangsläufige Folge der Wirtschaftskrise. Paul, was wird nun aus Ihrer Fahrt morgen?
Paul: Ich fahre hin. Mein Nachbar hat mir das Geld für die Fahrkarte geliehen. Für die Kohlen reicht es dann auch erst einmal. Meine Frau hat die Mappe mit dem Zeugnis schon neben die Tür gelegt. Ob ich die Stelle bekomme, weiß ich nicht. Aber heute muss ich die Entscheidung wenigstens nicht allein tragen. Das hilft mehr, als ich gestern gedacht hätte.
Otto: Danke, Paul. Seine Geschichte endet mit einer Möglichkeit, nicht mit einer sicheren neuen Stelle. Historisch verschärfte sich die Krise noch: Anfang neunzehnhundertzweiunddreißig waren rund sechs Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos. Merkt euch drei Zusammenhänge: Internationale Geld- und Handelsbeziehungen können Krisen übertragen. Arbeitslosigkeit und sinkende Nachfrage können einander verstärken. Und politische Versprechen müssen wir prüfen, gerade wenn sie einfache Schuldige anbieten. Das war Menschen erzählen Geschichte von Lernmarktplatz. Hörfragen, Quellen und mehr zum Thema findet ihr auf lernmarktplatz.de. Bis zum nächsten Mal.
Quellen und historische Einordnung
Quellen und Einordnung
Paul und seine Erlebnisse sind erfunden. Das Plakat ist eine echte historische Quelle. Der Schluss blickt über Dezember 1930 hinaus.
Den Podcast (9:03 Minuten) hörst du direkt hier kostenlos und ohne Bestellung. Das passende Begleitmaterial erhältst du als PDF-Download.
Hörarbeitsblatt (2 Seiten): sechs Aufgaben mit Schreibraum, Podcastbild und QR-Codes.
Vollständiges Transkript (2 Seiten): separat zum Mitlesen und Austeilen.
Lösungen und Lehrerhinweise (3 Seiten): Erwartungshorizont, Unterrichtsablauf und Differenzierung.
PDF-Download: 3 Dateien mit insgesamt 7 Seiten. Für das Begleitmaterial legst du dieses Produkt in den Warenkorb und schließt die kostenlose Bestellung ab. Anschließend erhältst du die Downloadlinks zu den PDFs. Die PDFs kannst du ausdrucken; den Podcast spielst du online im Player ab.
Digitaler PDF-Download, kein physischer Versand und kein Abonnement. Hörarbeitsblatt, Transkript und Lösungen gehören zu diesem Produkt. Weitere Themenarbeitsblätter und Lernposter sind optionale Ergänzungen in der Themenbox.
PASSEND ERGÄNZEN
Passende Materialien: Weltwirtschaftskrise
Hörarbeitsblatt, Transkript und Lösungen gehören bereits zu dieser Folge. Ergänze bei Bedarf weitere Materialien zum Thema und bestelle deine Auswahl gemeinsam.
Podcast online + 3 PDFs · 9:03 Minuten
PDF-Begleitmaterial zur Folge
Mit Paul verstehen, wie Arbeitslosigkeit den Alltag verändert.
Wie internationale Kredit- und Handelsbeziehungen die Krise nach Deutschland übertragen.
Warum Arbeitslosigkeit, weniger Einkommen und sinkende Nachfrage einander verstärken können.
Wie sich Deflation von der Hyperinflation 1923 unterscheidet.
Wie man politische Forderungen prüft und eine erfundene Erzählung von einer historischen Originalquelle unterscheidet.
Für Unterricht und selbstständiges Lernen
Passend zur Lernseite empfohlen für Klasse 8–9, je nach Vorwissen und Unterrichtsplanung; auch zur Wiederholung geeignet. Nutze die Folge als Einstieg, als Hörimpuls mit anschließender Diskussion oder zur Vertiefung zu Hause. Für Hören und ein kurzes Auswertungsgespräch sind etwa 20 Minuten ein sinnvoller Planungsrahmen. Mit dem Hörarbeitsblatt lässt sich eine Unterrichtsstunde von etwa 45 Minuten gestalten.
Hörauftrag: Erkläre mit Pauls Einkaufsentscheidungen, wie sich Arbeitslosigkeit und sinkende Nachfrage gegenseitig verstärken können. Welche Erlebnisse gehören zur erfundenen Figur, und welche historischen Zusammenhänge werden erklärt?
Die interviewte Person und ihre persönlichen Erlebnisse sind erfunden. Die historischen Hintergründe sind recherchiert; die heutige Moderation ordnet Zusammenhänge ein. Die Folge veranschaulicht eine mögliche persönliche Erfahrung und ersetzt keine historische Originalquelle. Die Quellenangaben stehen auf der Lernseite.
Entdecke die Erklärung zum Thema und wähle passende Materialien zum Üben.
Online verstehen
GeschichteDamalsDie Weltwirtschaftskrise
Kostenlose Lernseite
Die Weltwirtschaftskrise
Ein Betrieb hat kaum noch Aufträge, entlässt Beschäftigte und spart bei neuen Maschinen. Die entlassenen Menschen kaufen weniger – und nun verlieren auch andere Betriebe Kundschaft. Ab 1929 verstärkten sich ...
Ab 1929 geriet die Weltwirtschaft in eine schwere Krise. Der Börsenkrach in New York machte die Erschütterung besonders sichtbar. In Deutschland brachen Geschäfte...
Wie wurde aus einer wirtschaftlichen Erschütterung eine lang anhaltende Krise? Das Poster verbindet Börsenkrach, Kreditrückzug und sinkenden Außenhandel. Eine Abw...
Auswahl wird vorbereitet …
PDF-Downloads erhältst du nach der Bestellung.
Preise inkl. MwSt.; mögliche Versandkosten siehst du im Warenkorb.
✉
Kostenlose Lernpost
Keine neuen Lernmaterialien verpassen
Erhalte neue kostenlose Arbeitsblätter, Lernkarten und Lernposter
sowie ausgewählte Lerntipps direkt per E-Mail.