Einsatzbereiche im Unterricht
PlanbookEdu ist ein webbasiertes Unterrichtsplanungs-Tool, das darauf ausgelegt ist, deine Unterrichtsplanung schnell und von überall verfügbar zu machen: Du erstellst Planbücher (typisch: ein Schuljahr), planst Wochen, Tage und Stunden/Blöcke und kannst bei Bedarf Materialien anhängen, Standards/Kompetenzen zuordnen und Pläne teilen oder exportieren.
Für Lehrkräfte in Deutschland ist vor allem wichtig: PlanbookEdu kommt klar aus dem US‑Schulkontext (K‑12) und ist sprachlich in der Praxis überwiegend englisch (Oberfläche/Help-Center). Du kannst es dennoch als persönliches Planungswerkzeug nutzen – besonders, wenn du eine einfache digitale Alternative zum Papierplaner suchst und deine Planung nicht an ein deutsches Lehrwerksystem gekoppelt sein muss.
Typische Unterrichtsszenarien, in denen PlanbookEdu sinnvoll ist:
- Unterrichtsvorbereitung: Wochen- und Tagesplanung mit wiederkehrenden Bausteinen, Vorlagen und Copy‑Workflows.
- Unterrichtsdurchführung: Du öffnest deine Planung im Browser (auch mobil über iPhone/iPad via Safari) oder auf Android zusätzlich über die App.
- Vertretung/Transparenz: Du teilst gezielt eine Woche/einen Tag oder exportierst Pläne als PDF/Word – z. B. für Vertretungsordner oder interne Abstimmungen.
Funktionen & Anwendung
PlanbookEdu ist im Kern ein Planbuch mit mehreren Ansichten und einer Struktur, die sich an Stunden/Perioden pro Tag orientiert. Beim Start legst du dein Planbook an (Zeitraum, Anzahl „Periods“, optional Standards) und arbeitest danach primär im Wochenraster; zusätzlich gibt es u. a. Monats- und Tagesansichten.
Planungslogik, Vorlagen und Wiederverwendung
Ein zentraler Mehrwert ist das Wiederverwenden von Planung:
- Planbook kopieren (neues Schuljahr): Premium erlaubt, ein altes Planbook zu kopieren und als Ausgangspunkt zu nutzen. Der Kopiervorgang kann je nach Umfang Minuten bis Stunden dauern; du bekommst eine E‑Mail, wenn er fertig ist.
- Wiederkehrende Einträge: Das System unterscheidte u. a. einmalige, tägliche und wöchentliche Einträge und versucht beim Kopieren, diese passend auf das neue Startdatum zu legen.
- „Bumping“ (Pläne nach vorne schieben): Wenn Unterricht ausfällt oder du „nicht fertig geworden bist“, kannst du Tage oder einzelne Stunden nach vorne „bumpen“; Wochenenden und als frei markierte Tage werden dabei übersprungen.
- „Cubby“ (Zwischenablage über Wochen/Planbooks): Inhalte lassen sich in eine Art Zwischenablage ziehen und später in eine andere Woche oder sogar in ein anderes Planbook ziehen.
Materialien, Anhänge und Dateimanagement
Wenn du Materialien direkt an deine Planung knüpfen möchtest, bietet PlanbookEdu zwei Wege:
- Dateianhänge: Du kannst gängige Dateitypen (z. B. DOC/PDF/PowerPoint) an Planfelder hängen; pro Datei gilt ein Limit von 50 MB und pro Planfeld ein Limit von 5 Dateien.
- Google Drive-Verknüpfung: Statt Dateien hochzuladen, kannst du auch Dateien aus deinem Google Drive verlinken. Dafür verknüpfst du dein PlanbookEdu‑Konto mit deinem Google‑Konto und erteilst Berechtigungen; danach kannst du Drive-Dateien auswählen oder direkt in Drive hochladen und gleichzeitig anhängen.
Gerade für deutsche Schulen ist das relevant, weil Cloudspeicher und Kontoberechtigungen oft streng geregelt sind. Wenn du Google Drive nutzen willst, sollte das mit deiner Schul-IT/Datenschutzpraxis kompatibel sein.
Teilen, Zusammenarbeit und Sichtbarkeit für andere
PlanbookEdu unterscheidet zwischen „Teilen“ (nur ansehen) und „Kollaboration“ (gemeinsam bearbeiten):
- Teilen (Premium): Nur Premium‑Konten können Planbooks teilen; ansehen kann ein geteiltes Planbook aber auch ohne eigenes Konto. Du steuerst Zeitraum (Tag/Woche/alles), Sichtbarkeit (offen vs. auf E‑Mail-Adressen begrenzt) und Ablaufdatum (z. B. 1 Woche/1 Monat/nie).
- Einbetten: Wenn du Transparenz für Eltern/Lernende willst, kannst du ein geteiltes, „offenes“ Planbook als Embed in eine Website einbauen und Darstellung/Ansicht (Woche oder Monatskalender) beeinflussen.
- Kollaboration (Premium): Du fügst Kolleg:innen per E‑Mail hinzu (sie brauchen ein Konto). Änderungen erscheinen in Echtzeit; während jemand ein Feld editiert, wird es für andere gesperrt, um Konflikte zu vermeiden. Es gibt laut Help Center kein Limit für Kollaborierende – und sie erhalten nicht automatisch eine Benachrichtigung, du musst sie selbst informieren.
Export, Druck und Planung „für die Akte“
Premium enthält Export- und Druckfunktionen, die in der deutschen Praxis oft wichtig sind (Nachweisführung, Vertretung, Hospitation):
- Export als Word oder PDF: Du kannst einen Tag oder eine Woche als Word/PDF exportieren und speichern/ausdrucken/mailen.
- Gesamtes Planbook exportieren: Ein kompletter Export wird im Hintergrund erstellt und kann einige Minuten dauern; du erhältst eine E‑Mail, wenn er bereit ist.
Standards/Kompetenzen (wichtig für Deutschland)
PlanbookEdu hat eine Standards-Funktion, die in den USA stark auf „Common Core“ ausgerichtet ist. Du aktivierst Standards pro Planbook und kannst dann Standards suchen und einzelnen Planfeldern zuordnen.
Für den deutschen Markt ist der Knackpunkt: Öffentlich genannt werden Common Core sowie „Custom, DoDEA and Australia Standards“. Für deutsche Lehrpläne/Kompetenzraster wird kein fertiges Paket beworben – dafür verweist der Anbieter auf Custom Standards und auch auf „Community Standards“ (Nutzende teilen Sets; im Help Center ist von „über 600“ geteilten Sets die Rede). Praktisch bedeutet das: Wenn du PlanbookEdu in Deutschland kompetenzorientiert nutzen willst, planst du sehr wahrscheinlich mit eigenen Standards/Kompetenzlisten oder importierst/übernimmst Community‑Sets, sofern passende vorhanden sind.
Extras, die im Alltag wirklich helfen
- Suche: Du kannst in allen Planbooks nach Begriffen suchen und direkt zur Fundstelle springen oder sofort editieren.
- Notizen (privat): Es gibt eine Notizfunktion „nur für dich“ – selbst wenn du einbettest, turn‑in nutzt oder kollaborierst, bleiben diese Notes privat.
- Monatsansicht mit Filter: Monatssicht zeigt mehr Planung auf einmal; Perioden lassen sich filtern (nur bestimmte Stunden anzeigen), was Langfristplanung erleichtert.
- Google Calendar‑Push: Du kannst Pläne als eigenen Kalender nach Google Calendar senden. Dabei wird immer nur die aktuelle Woche übertragen; Änderungen werden nicht automatisch synchronisiert (du musst erneut pushen), und übertragen wird nur Text (Formatierung wird vereinfacht).
Didaktischer Mehrwert
Didaktisch ist PlanbookEdu kein Inhalts- oder Übungssystem, sondern ein Organisationstool. Der Mehrwert entsteht vor allem durch saubere Routinen und Wiederverwendbarkeit:
Wenn du häufig ähnliche Sequenzen unterrichtest (z. B. Wochenrhythmus, feste Rituale, wiederkehrende Kompetenzbausteine), sparst du Zeit über Copy‑Planbook, Templates und wiederkehrende Einträge – und reduzierst „Planungsstress“ vor Schuljahresstart deutlich.
Im laufenden Unterricht hilft dir besonders das Bumping: Statt an mehreren Stellen umzuplanen, schiebst du Pläne vor und behältst trotzdem eine konsistente Wochenstruktur. Das ist praktisch bei Ausfalltagen/Feiertagen/Projektwochen oder wenn eine Stunde „länger gebraucht“ hat.
Für Teamarbeit ist die Premium‑Kollaboration didaktisch (und organisatorisch) relevant, weil gemeinsame Planungen in Echtzeit möglich sind – bei gleichzeitiger Sperre von Feldern während der Bearbeitung. So lassen sich parallele Vorbereitung, Absprachen für Jahrgangsteams oder Doppelbesetzungen strukturierter umsetzen.
Grenze: Die Standards-/Kompetenzfunktion ist zwar vorhanden, aber ohne offensichtliche deutsche Lehrplanpakete musst du die Kompetenzstruktur selbst aufbauen bzw. importieren. Das ist machbar, kostet aber Einstiegzeit und ist eher etwas für Lehrkräfte, die ein eigenes Kompetenzraster ohnehin pflegen wollen.
Datenschutz & Hosting
PlanbookEdu beschreibt sich als webbasiert und „hosted“ auf eigenen Webservern; du brauchst einen Browser und Internetzugang.
Was laut Datenschutzerklärung anfällt
Laut Privacy Policy werden – wie bei vielen Webdiensten – nicht-personenbezogene Daten (z. B. Browsertyp, Sprache, Referrer, Zeitpunkt) erfasst; zudem werden IP‑Adressen als potenziell personenbeziehbare Information genannt. Wenn du ein Konto anlegst, ist mindestens eine E‑Mail‑Adresse erforderlich.
PlanbookEdu nutzt Cookies und weist darauf hin, dass Anzeigen durch Werbepartner ausgeliefert werden können, die ebenfalls Cookies setzen. Für schulische Nutzung ist das ein wichtiger Punkt, weil einige Schulträger (oder Browser-Setups) Tracking/Werbe-Cookies restriktiv behandeln.
Außerdem steht in der Privacy Policy, dass Mitarbeitende/Contractors auch außerhalb des Heimatlandes sitzen können und durch Nutzung eine Übertragung entsprechender Informationen stattfindet. In Kombination damit, dass in den Terms die Betreiberfirma als PlanbookEdu LLC benannt ist, ist davon auszugehen, dass der Dienst stark im US‑Kontext verankert ist.
Warum das für deutsche Schulen besonders wichtig ist
Wenn du PlanbookEdu rein persönlich nutzt und keine sensiblen Daten einträgst, ist das datenschutzrechtlich oft einfacher als eine schulweite Einführung. Sobald du jedoch Schülernamen, Förderhinweise, Noten oder andere personenbezogene Daten planst/anhängst/teilst, wird das datenschutzrechtlich deutlich relevanter – besonders, weil es in Deutschland häufig einen AVV/DPA‑Prozess und eine Prüfung von Drittlandtransfers braucht (soweit zutreffend). Die öffentlich sichtbaren PlanbookEdu-Seiten enthalten dafür keine klaren deutschen Standardunterlagen (kein „AVV‑Download“ o. ä.), daher ist bei Schuleinsatz eine Vorabklärung mit dem Anbieter üblich.
Mobile App und Datenangaben
Für Android gibt es eine „PlanbookEdu Lesson Planner“-App, die laut Store‑Eintrag mit dem Webplaner zusammenarbeitet. Im Play‑Store‑Datensicherheitsabschnitt wird angegeben: keine Datenweitergabe an Dritte und keine Datenerhebung; zugleich ist der letzte Update‑Zeitpunkt (im sichtbaren Listing) September 2020, was für Langzeitbetrieb/Kompatibilität ein Hinweis sein kann.
Für iPhone/iPad wird im Help Center explizit erklärt, dass es keine Apple/iOS‑App gibt; du nutzt Safari für ein „app‑ähnliches“ Erlebnis.
Kosten, Lizenzmodelle und Erfahrungen
Lizenzlogik und Bezahlwege
PlanbookEdu unterscheidet klar zwischen Free und Premium. Premium schaltet vor allem Sharing, Collaboration, Anhänge, Druck/Export und mehrere Planbooks frei.
Der Premium‑Test ist als Einstieg gedacht: Nach Ablauf wechselst du automatisch zurück ins Basiskonto, ohne dass du Pläne verlierst oder automatisch belastet wirst.
Zur Zahlung nennt das Help Center:
- Einzelkauf: Kreditkarte oder PayPal; keine Rechnungsstellung/kein Purchase Order für Einzelkäufe.
- Gruppenbestellung: Purchase Orders sowie Zahlung per Scheck oder Kreditkarte.
Für Deutschland ist das pragmatisch relevant: Wenn du selbst zahlst, passt Kreditkarte/PayPal meistens. Wenn eine Schule zahlen soll, ist häufig eine Rechnungs-/Bestellprozesskette nötig – PlanbookEdu nennt dafür explizit Gruppenbestellungen mit Purchase Order (Details laufen dann typischerweise über „sales@…“).
Außerdem steht in den Terms, dass Premium eine jährliche Gebühr hat und dass Premium innerhalb von 30 Tagen erstattet werden kann (Refund‑Fenster).
Preisstand und Einordnung für den deutschen Markt
Der Anbieter kommuniziert die Preise öffentlich in US‑Dollar:
- Premium 30 US‑$/Jahr (Preisänderung ab 1. Mai 2025, erste Erhöhung seit 2011).
- Gruppenrabatte mit abgestuften US‑$‑Preisen pro Person/Jahr.
Euro‑Listenpreise oder eine speziell deutsche Preisseite sind öffentlich nicht ersichtlich; für eine schnelle Orientierung kann die Umrechnung über einen Referenzkurs dienen (siehe oben), aber der Checkout‑Endbetrag hängt in der Praxis von Zahlungsweg, Wechselkurszeitpunkt und ggf. Gebühren ab.
Support und typische Rückmeldungen aus Nutzerbewertungen
PlanbookEdu wirbt im Google‑Workspace‑Eintrag damit, Supportmails zu lesen und innerhalb von 24 Stunden zu antworten.
In externen Rezensionen wird häufig betont, dass das Tool beim Organisieren, Archivieren und Teilen von Unterrichtsplanungen hilft und gerade das Wiederverwenden von Plänen über Jahre Zeit spart.
Kritikpunkte, die in Bewertungen auftauchen, betreffen eher den „old‑school“/teilweise „clunky“ Eindruck einzelner Workflows sowie punktuelle Hürden bei der Nutzung von Google‑Kalender‑Funktionen (z. B. Darstellung/Handling).