Einsatzbereiche im Unterricht
Schule macht KI ist weniger eine klassische Unterrichtssoftware als eine Kombination aus Lehrerfortbildung und Materialbasis für den Unterricht. Der Kurs richtet sich laut Kursseite an Lehramtsstudierende und Lehrkräfte, vor allem aus nicht-naturwissenschaftlichen Fächern, damit sie das Thema KI in der Sekundarstufe I und II unterrichten können. In der aktuellen Lehrkräftebroschüre wird der Einsatz zusätzlich sehr breit gedacht: von Sprachen über Gesellschaftskunde, Ethik und Politik bis hin zu Geschichte, Kunst, Philosophie und Informatik. Auch Projektwochen und Projekttage sind ausdrücklich vorgesehen.
Für den Unterricht bedeutet das: Das Angebot eignet sich gut, wenn du KI zunächst selbst verstehen und dann in einzelne Unterrichtsreihen übertragen willst. Besonders stark ist der Kurs überall dort, wo Medienbildung, Demokratiebildung, ethische Reflexion und generative KI zusammenkommen. Die Themenseite „KI in der Schule“ zeigt außerdem, dass Schule macht KI nur ein Teil eines größeren Schulangebots ist; dort findest du ergänzend weitere Lehrkräftekurse wie Schule macht Daten, KI-Explorables für die Schule oder Learning Analytics für Lehrkräfte.
Funktionen & Anwendung
Inhaltlich ist der Kurs klar aufgebaut. Die offizielle Kursseite nennt vier Themenblöcke: Grundlagen zu KI und maschinellem Lernen, KI-Ethik und Zukunftsvisionen, generative KI in Sprache und Kreativität sowie Methoden und Praxisübungen für die Unterrichtsgestaltung mit Fokus auf generativer KI. Die aktuelle Lehrkräftebroschüre konkretisiert das auf vier Module à 120 Minuten und nennt zusätzlich Unterrichtsabläufe, Arbeitsblätter sowie Verweise auf Tools. Das ist für Lehrkräfte praktisch, weil der Kurs nicht nur Wissen vermittelt, sondern direkt eine Brücke in die Unterrichtsvorbereitung schlägt.
Auch die Lernziele sind für den Schulalltag sinnvoll formuliert. Nach Abschluss sollst du KI verständlich erklären, Potenziale und Grenzen von KI unter ethischen Gesichtspunkten beurteilen, generative KI-Anwendungen für Sprache und Text einschätzen und zielgerichtete Prompts entwickeln können. Für die Nutzung registrierst du dich auf dem KI-Campus, schreibst dich in den Kurs ein und arbeitest die Inhalte online durch. Auf Plattformebene gibt es Filter für Schwierigkeitsgrad und Themen, was hilfreich ist, wenn du nach dem Kurs direkt mit weiteren Angeboten weitermachen möchtest.
Im Test wirkt das Angebot dadurch niedrigschwellig, aber nicht oberflächlich. Die Plattform betont selbst, dass ihre Angebote auf akademischem Niveau angelegt sind; gleichzeitig ist Schule macht KI als Einsteigerkurs ohne Vorkenntnisse konzipiert. Genau diese Mischung ist für viele Lehrkräfte interessant: genug fachliche Substanz, ohne dass du dich erst durch Informatikgrundlagen kämpfen musst.
Didaktischer Mehrwert
Der didaktische Mehrwert liegt vor allem darin, dass Schule macht KI nicht bei einer allgemeinen Tool-Show stehen bleibt. Der KI-Campus unterscheidet für Schule drei Perspektiven: Lernen über KI, Lernen mit KI und Lehren mit KI. Schule macht KI liegt klar im Bereich „Lernen über KI“, schlägt aber mit generativer KI, Prompting und Unterrichtsmethoden zugleich die Brücke zum reflektierten „Lernen mit KI“. Für dich heißt das: Du bekommst nicht nur Erklärwissen, sondern auch Gesprächsanlässe, Bewertungsmaßstäbe und konkrete Unterrichtsideen.
Besonders überzeugend ist die Verbindung aus Fachinhalt, Ethik und Unterrichtspraxis. Der Kurs will nicht nur vermitteln, was KI technisch ist, sondern auch, wie du gesellschaftliche Auswirkungen beurteilst und wie Schülerinnen und Schüler generative KI kritisch und selbstbestimmt nutzen können. Das passt gut zu aktuellen Anforderungen in Schule, weil es Medienbildung, Demokratiebildung und Urteilsfähigkeit mit dem praktischen Umgang mit KI verknüpft.
Für Lehrkräfte kommt ein weiterer Pluspunkt dazu: Die KI-Campus-Originale sind offen lizenziert. Dadurch bleiben die Inhalte nicht in einem geschlossenen System eingeschlossen, sondern lassen sich grundsätzlich in die eigene Lehre integrieren und weiterverwenden. Zusammen mit Arbeitsblättern, Unterrichtsabläufen und Tool-Verweisen senkt das die Hürde vom „Ich habe mich fortgebildet“ zum „Ich setze morgen etwas im Unterricht um“.
Datenschutz
Beim Datenschutz ist die Plattform vergleichsweise transparent. Verantwortlich für die Datenverarbeitung ist der Stifterverband. Für die Registrierung werden nach eigener Angabe im Kern Name, Benutzername, E-Mail-Adresse und ein Passwort benötigt; weitere Angaben sind freiwillig. In den KI-Campus-Originalen werden außerdem Lernfortschritt, Zertifikate, Forenbeiträge und weitere Lernaktivitäten verarbeitet, damit die technische Funktion und die Qualität der Inhalte überwacht werden können. Zugriff auf diese Kursdaten haben laut Datenschutzerklärung nur Administratorinnen und Administratoren des KI-Campus sowie die jeweiligen Kursdozierenden.
Für Lehrkräfte wichtig ist auch der praktische Schulkontext. Wenn du den Kurs nur selbst nutzt, läuft das über ein individuelles Nutzerkonto. Wenn jedoch Lernende unter 16 Jahren direkt registriert werden sollen, verlangt die Datenschutzerklärung vorab die Einwilligung der Erziehungsberechtigten. Außerdem nennt der Anbieter mehrere vertraglich gebundene Auftragsverarbeiter für die Plattforminfrastruktur und weist darauf hin, dass ein Konto über das Profil wieder gelöscht werden kann.
Insgesamt macht das einen seriösen Eindruck. Es ist kein datenschutzfreier Raum, aber die Zuständigkeiten, Pflichtdaten und Verarbeitungszwecke werden offen benannt. Für die reine Eigenfortbildung als Lehrkraft ist das gut handhabbar. Wenn du den Kurs direkt mit jüngeren Schülerinnen und Schülern über Einzelkonten nutzen möchtest, solltest du die Alters- und Einwilligungsfrage vorab sauber klären.
Kosten & Lizenzmodelle
Das Kostenmodell ist für Lehrkräfte erfreulich einfach. Du brauchst weder eine Testphase noch ein Abo noch eine Einzellizenz: registrieren, einschreiben, kostenlos lernen. Die FAQ des KI-Campus sagen ausdrücklich, dass die Nutzung aller Lernangebote kostenfrei ist. Kosten können nur bei extern empfohlenen Angeboten für Prüfungen oder Zertifikate anfallen. Für Schule macht KI selbst passt das nicht, weil der Kurs auf der Plattform als kostenloses KI-Campus-Original geführt wird.
Wichtig ist auch die Lizenzseite. Anders als bei vielen kommerziellen Schultools kaufst du hier keine geschlossene Nutzungserlaubnis, sondern arbeitest mit offen lizenzierten Materialien. Für Lehrkräfte ist das ein echter Vorteil, wenn du Inhalte anpassen, in Fortbildungen weitergeben oder in eigene Unterrichtssettings übernehmen möchtest. Wer allerdings ein klassisches Schulsoftware-Modell mit Adminrechten, Rollenmanagement und institutioneller Steuerung sucht, findet hier eher ein offenes Selbstlern- und OER-Modell als eine typische Schulträgerlösung.
Erfahrungen & Bewertungen
Öffentlich sichtbar ist zunächst die Kursbewertung auf der Plattform selbst: Schule macht KI steht aktuell bei 4,83 von 5 Sternen auf Basis von 6 Bewertungen. Das ist positiv, aber die Bewertungsbasis ist klein. Gleichzeitig listet der KI-Campus den Kurs Ende 2025 als einen seiner „All-Time Favorites“. In demselben Rückblick nennt die Plattform mehr als 130.000 registrierte Lernende und über 60.000 ausgestellte Zertifikate insgesamt, was zumindest für Reichweite und Nutzungstiefe spricht.
Von außen fällt das Bild ebenfalls eher positiv aus. Das Bildungsportal Begabungslotse ordnet Schule macht KI ausdrücklich als Einstiegskurs ein und hebt hervor, dass die KI-Campus-Kurse Anregungen für den eigenen Unterricht wie Stundenabläufe, Arbeitsblätter und interaktive Übungen enthalten. Auch der KI-Campus selbst beschreibt den Kurs 2025 in seiner Einstiegskurs-Auswahl als besonders geeignet für Lehrkräfte, für die KI noch Neuland ist.
Für die Praxis heißt das: Das Angebot hat gute Signale bei Relevanz und inhaltlicher Qualität, lebt aber weniger von einer großen öffentlichen Review-Kultur als viele kommerzielle Lehrertools. Deshalb lohnt sich ein eigener Probedurchlauf besonders. Da der Kurs kostenlos ist, ist diese Hürde zum Glück sehr niedrig.