Klimazonen
Gebiete mit ähnlichen langjährigen Temperatur- und Niederschlagsverhältnissen. Zur Einteilung dienen je nach System unterschiedliche Grenzwerte und Merkmale.
Geografie · Wetter & Klima · Klasse 6–8
Warum wachsen an manchen Orten dichte Wälder, an anderen nur niedrige Pflanzen? Vergleiche Landschaften und finde heraus, was Wasser, Wärme und Höhenlage bewirken.

Das kannst du danach: Klima- und Vegetationszonen unterscheiden, typische Pflanzenformationen zuordnen und ihre Grenzen erklären.
Gebiete mit ähnlichen langjährigen Temperatur- und Niederschlagsverhältnissen. Zur Einteilung dienen je nach System unterschiedliche Grenzwerte und Merkmale.
Großräume mit ähnlichen typischen Pflanzenformationen, zum Beispiel Regenwald, Savanne oder Tundra. Wasser und Wärme sind wichtig; Böden, Feuer, Tiere und Nutzung wirken ebenfalls.
Eine Beleuchtungszone wird astronomisch durch Wende- und Polarkreise begrenzt. Klimazonen haben keine so geraden Grenzen. Vegetationszonen sind ebenfalls keine exakte Kopie der Beleuchtungszonen.
Temperatur und Länge der Wachstumszeit begrenzen, welche Pflanzen sich entwickeln können. In kalten Gebieten ist die Vegetationsperiode oft kurz.
Entscheidend sind Niederschlag, Verdunstung, Speicher im Boden und die jahreszeitliche Verteilung. Dieselbe Jahresmenge kann bei langer Trockenzeit ganz andere Folgen haben.
Nährstoffe, Bodentiefe, Staunässe, Hanglage und Salz beeinflussen Pflanzen. Auch auf kleiner Fläche können deshalb verschiedene Pflanzengesellschaften vorkommen.
Vegetationsperiode bedeutet die Zeit, in der Pflanzen unter geeigneten Bedingungen wachsen können. Für viele außertropische Vergleiche nutzt man vereinfachend eine Temperaturgrenze um 5 °C; die tatsächlichen Ansprüche hängen von Pflanzenart und Wasserangebot ab.
| Vereinfachter Großraum | Klima | Mögliche Vegetation |
|---|---|---|
| Tropen | Ganzjährig warm; Niederschläge reichen von ganzjährig feucht bis stark saisonal oder sehr gering | Regenwald, Savannen, auch Trockenräume |
| Subtropen | Meist heiße Sommer und mildere Winter; trockene und feuchte Ausprägungen | Wüsten, Hartlaubvegetation, feuchte subtropische Wälder |
| Gemäßigte Zone | Deutlicher Jahresgang; Meeresnähe und Kontinentalität prägen Temperatur und Niederschlag | Laub-/Mischwälder, Steppen; in kühlen Teilbereichen Nadelwälder |
| Kalte und polare Räume | Lange kalte Zeit, kurze kühle Wachstumszeit bis dauerhafte Eisbedeckung | Borealer Nadelwald im Übergang, Tundra, Kälte-/Eiswüste |
Diese Übersicht dient der Orientierung. Manche Schulatlanten unterscheiden zusätzlich eine subpolare oder kaltgemäßigte Zone; andere fassen sie anders zusammen. Die borealen Nadelwälder gehören zu kalten, aber noch waldfähigen Klimaten. Prüfe deshalb immer die Legende der verwendeten Karte.
| Vegetation | Typische Bedingungen und Anpassung | Beispielraum |
|---|---|---|
| Tropischer Regenwald | Ganzjährig warm und ausreichend feucht; mehrere Stockwerke, viele immergrüne Laubbäume | Amazonasbecken |
| Savanne | Ganzjährig warm, Wechsel von Regen- und Trockenzeit; Gräser mit locker stehenden Bäumen | Teile Ost- und Westafrikas |
| Heiße Wüste/Halbwüste | Sehr wenig verfügbares Wasser; lückige Vegetation, Wassersparen und teils Wasserspeicherung | Sahara und Randgebiete |
| Hartlaubvegetation | Winterregen, trockene Sommer; kleine, feste, oft immergrüne Blätter begrenzen Wasserverlust | Mittelmeerraum |
| Feuchter subtropischer Wald | Warme bis heiße Sommer und ausreichend Feuchte; oft immergrüne und laubwerfende Bäume | Teile Südostchinas |
| Laub- und Mischwald | Ausreichend Wasser, warme Wachstumszeit, kalte oder kühle Winter; Blattabwurf vieler Arten | Mitteleuropa |
| Steppe | Zu wenig Wasser für geschlossenen Wald; ausgedehnte Gräser, häufig kontinentaler Jahresgang | Inneres Eurasiens |
| Borealer Nadelwald / Taiga | Lange kalte Winter, kurze Sommer; viele kältetolerante Nadelbäume | Kanada, Nordeuropa, Sibirien |
| Tundra und Eiswüste | Tundra: kurze kühle Sommer, niedrige Pflanzen und keine geschlossenen Wälder. Eiswüste: extrem wenig Pflanzenleben | Arktische Randgebiete; Eisschilde |
Savannen lassen sich nach Länge der feuchten Zeit in Feucht-, Trocken- und Dornsavannen unterteilen. Je länger die Trockenzeit, desto lückiger wird häufig die Vegetation. Die Übergänge sind fließend; Feuer, Beweidung und Böden beeinflussen das Bild.
Wähle ein vereinfachtes Klimaprofil. Vermute zuerst eine Vegetation, öffne anschließend die Begründung. Es handelt sich um fiktive Modellräume, nicht um Messdaten oder eine automatische Klimaklassifikation.
Modellraum A: ganzjährig warme Monate, keine ausgeprägte Trockenzeit.
Tropischer Regenwald ist plausibel. Wasser und Wärme erlauben lange Wachstumszeiten. Aus dem Klima allein lässt sich nicht sagen, ob der heutige Wald gerodet wurde.
Modellraum B: ganzjährig warm, ausgeprägte Regen- und Trockenzeit.
Savanne ist plausibel. Gräser und viele Bäume sind an saisonalen Wassermangel angepasst. Die Trockenzeit beeinflusst Baumdichte und Artenzusammensetzung.
Modellraum C: heißer trockener Sommer, milder feuchter Winter.
Hartlaubvegetation ist plausibel. Feste, kleinere Blätter und weitere Anpassungen verringern Wasserverlust. Nicht die gesamten Subtropen haben dieses Klima.
Modellraum D: warme Sommer, kalte Winter, ausreichend Niederschlag.
Laub- und Mischwald ist plausibel. Viele Laubbäume überstehen den Winter ohne Blätter. Böden und Nutzung können das tatsächliche Bild verändern.
Modellraum E: lange kalte Zeit, nur kurzer kühler Sommer.
Tundra ist plausibel. Niedrige Pflanzen können wachsen, für geschlossene Wälder reichen die Bedingungen nicht. Tundra ist nicht gleichbedeutend mit einer dauerhaft geschlossenen Eisdecke.

Mit zunehmender Höhe wird es im langfristigen Mittel meist kälter. Deshalb können in einem Gebirge auf kurzer horizontaler Entfernung unterschiedliche Höhenstufen auftreten: im dargestellten Alpenbeispiel von Wald über alpine Matten zu Fels und Schnee. Exposition, Niederschlag und Nutzung verändern die Grenzen.
Die Baumgrenze ist kein überall gleich hoher Strich. An sonnigen und schattigen Hängen können die Bedingungen verschieden sein. Durch Rodung und Beweidung kann die tatsächliche Waldgrenze unter der klimatisch möglichen liegen.
Beschreibe drei Unterschiede zwischen Tal und Hochlage. Erkläre sie mit Temperatur und Wachstumszeit. Musterlösung: Oben stehen keine geschlossenen Wälder, Pflanzen bleiben niedriger, Fels und Schnee nehmen mehr Raum ein. Es ist kälter und die Wachstumszeit kürzer. Aus dem Bild lassen sich keine exakten Höhenmeter ablesen.
Ein braunes Feld auf einem Foto kann abgeerntet sein; es beweist keine Wüste. Ein Nadelwald kann angepflanzt sein; er beweist keine boreale Klimazone. Unterscheide die klimatisch mögliche natürliche Vegetation von der heute tatsächlich vorhandenen Landbedeckung.
Arid beschreibt ein Wasserdefizit: Niederschlag reicht im betrachteten Zeitraum nicht aus, um den potenziellen Wasserverlust durch Verdunstung auszugleichen. Humid bedeutet einen Feuchteüberschuss im verwendeten Vergleich. In Walter-Lieth-Klimadiagrammen nutzt man vereinfacht P < 2T als Trockenmonats-Regel. Sie ist eine Diagrammkonvention und keine universell exakte Wasserbilanz. Prüfe die Skalierung; die Regel gehört nicht ungeprüft zu jedem Diagramm.
Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Städte, Feuer und Beweidung verändern die Landbedeckung. Bewässerung ermöglicht Anbau in trockenen Räumen, benötigt aber Wasser und kann bei ungünstiger Bewirtschaftung zur Versalzung beitragen. Rodungen verändern Lebensräume und Wasserhaushalt.
Mit dem Klimawandel können sich geeignete Lebensräume verschieben. Pflanzen und Böden reagieren nicht sofort; Wanderungsmöglichkeiten, Nutzung und Störungen beeinflussen die Entwicklung. Eine Zonengrenze verschiebt sich deshalb nicht wie eine scharfe Linie auf Knopfdruck.
Zwei warme Modellräume erhalten jeweils 900 mm Niederschlag im Jahr. In A verteilt er sich relativ gleichmäßig, in B fällt fast alles in wenigen Monaten. Warum kann sich die Vegetation unterscheiden?
Lösung: In B müssen Pflanzen eine längere Trockenzeit überstehen. Wasserverfügbarkeit, Verdunstung und Bodenspeicher unterscheiden sich trotz gleicher Jahressumme. Die genaue Pflanzenformation ist mit diesen Angaben allein noch nicht eindeutig bestimmt.
Klasse 6–8 · 1–2 Unterrichtsstunden. Einstieg über die vier Landschaftsausschnitte. Basis: Klima und Vegetation zuordnen und mit Wasser/Wärme begründen. Vertiefung: Höhenstufen, abweichende Zonensysteme und Nutzungseinflüsse. Kartenarbeit mit dem im Unterricht verwendeten Atlas verbinden.
Lehrplanorientierung: Bayern, Realschule 7: Planetarische Grundlagen, Klima und Vegetation; Afrika südlich der Sahara. Die Klassenangaben sind Richtwerte; Bundesländer und Schulformen setzen unterschiedliche Schwerpunkte.
Weitere Orientierung: Bayern, Gymnasium 7: Naturgeographie Europas. Fachlicher Überblick: National Geographic: Vegetation regions. Diese Seite bietet den Gesamtüberblick; Regenwald, Savannen, Wüsten und Landnutzung werden in eigenen Themen vertieft.
Passend zum Lernziel: kostenlose PDFs mit Lösungen auf Lernmarktplatz.

Klimagroßzonen zuordnen und erklären, warum ihre Grenzen nicht gerade verlaufen.
Arbeitsblatt ansehen →
Temperaturkurven, Niederschlagssäulen und Kenngrößen auswerten.
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