Klima und Wetter
Lange Regenpausen, hohe Verdunstungsnachfrage und Starkregen können Vegetation und Boden belasten. Klimawandel kann bestehende Risiken verändern oder verstärken.
Geografie · Wetter & Klima · Klasse 7–10
Warum verliert Land seine Fruchtbarkeit? Untersuche das Zusammenspiel von Klima, Nutzung und Boden – und finde heraus, welche Schutzmaßnahmen zu welchem Problem passen.

Das kannst du danach: Dürre und Desertifikation unterscheiden, Ursachen verknüpfen und passende Schutzmaßnahmen begründet bewerten.
Desertifikation ist die Verschlechterung von Land in ariden, semiariden und trocken-subhumiden Gebieten – also bestimmten Trockengebieten. Das Land verliert biologische oder wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Klimatische Schwankungen und menschliche Aktivitäten wirken dabei zusammen.
Es geht nicht nur um vorrückenden Wüstensand. Auch ein Acker mit abgetragenem Oberboden, eine überlastete Weide oder ein versalzter Bewässerungsboden kann betroffen sein. Eine natürliche Wüste ist nicht automatisch das Ergebnis falscher Nutzung.
| Begriff | Woran du ihn erkennst |
|---|---|
| Trockenzeit | Regelmäßiger Abschnitt des normalen Jahresgangs. |
| Dürre | Ungewöhnlich lange oder starke Trockenheit gegenüber dem üblichen Zustand. |
| Landdegradation | Längerfristige Verschlechterung der Leistungsfähigkeit von Land, auch außerhalb der Trockengebiete. |
| Desertifikation | Landdegradation in den von der Definition erfassten Trockengebieten. |
Lange Regenpausen, hohe Verdunstungsnachfrage und Starkregen können Vegetation und Boden belasten. Klimawandel kann bestehende Risiken verändern oder verstärken.
Fehlende Bodenbedeckung, zu kurze Erholungszeiten, Verdichtung oder schlecht angepasste Bewässerung können die Belastbarkeit verringern.
Unsichere Landrechte, eingeschränkte Weidewege, Armut, Marktanreize oder fehlender Zugang zu Beratung beeinflussen Entscheidungen. Menschen handeln nicht unter gleichen Möglichkeiten.
Beispiel: Wenn mobile Tierhaltung durch Zäune oder Konflikte auf kleine Räume beschränkt wird, können sich Tiere an wenigen Wasserstellen konzentrieren. Das Risiko ergibt sich dann aus dem Zusammenspiel von Nutzung, Zugang und Erholung – nicht allein aus der Existenz von Viehhaltung.
| Prozess | Was geschieht? | Mögliche Folge |
|---|---|---|
| Wassererosion | Abfluss löst und transportiert Bodenmaterial. | Fruchtbarer Oberboden und Nährstoffe gehen verloren. |
| Winderosion | Wind trägt lockere, ungeschützte Feinpartikel ab. | Bodenverlust und Staubbelastung nehmen zu. |
| Verdichtung und Verschlämmung | Poren werden zusammengedrückt oder die Oberfläche wird verschlossen. | Wasser versickert schlechter; mehr fließt oberflächlich ab. |
| Verlust organischer Substanz | Weniger Pflanzenreste gelangen in den Boden oder vorhandene Substanz wird abgebaut. | Bodenstruktur, Nährstoffumsatz und Wasserspeicherung können leiden. |
| Versalzung | Salze reichern sich im Wurzelraum an. | Viele Kulturpflanzen können Wasser schlechter aufnehmen; Erträge sinken. |
Diese Prozesse können sich verstärken: Weniger Pflanzenbedeckung erleichtert Abtrag; schlechterer Boden erschwert neues Wachstum. Diese Rückkopplung ist kein unvermeidliches Schicksal. Frühzeitiger Schutz kann sie abschwächen.
Vergleiche die beiden Flächen hinsichtlich Bedeckung und Abfluss. Erkläre einen möglichen Zusammenhang. Muster: Auf der stärker bedeckten Fläche schützen Pflanzenreste und Wurzeln den Boden; rechts kann Wasser mehr Bodenmaterial mitführen. Das Bild ist eine Anschauung, keine Messung. Allein daraus lässt sich kein langfristiger Trend beweisen.
Der Sahel liegt südlich der Sahara und umfasst unterschiedliche Landschaften und Gesellschaften. Niederschläge schwanken räumlich und zwischen Jahren stark. Regenfeldbau und Viehhaltung sind wichtige, oft miteinander verbundene Nutzungen. Andere Trockengebiete mit Degradationsrisiken liegen etwa im Mittelmeerraum, in Zentralasien und in Teilen Australiens.
Eine geringe Ernte kann verschiedene Ursachen haben. Um Desertifikation zu untersuchen, braucht man mehrjährige Beobachtungen von Vegetation, Boden, Ertrag und Wasserhaushalt sowie Informationen zur Nutzung. Auch eine Zunahme der Satelliten-Grünfärbung beweist nicht allein, dass Bodenqualität, Artenvielfalt und Lebensgrundlagen gleichermaßen verbessert sind.
Untersuche drei fiktive Fälle. Wähle zuerst eine passende Maßnahme und begründe, welchen Prozess sie beeinflusst. Öffne dann die Erklärung.
Nach starken Schauern entstehen Rinnen auf einem wenig bedeckten Hangacker.
Welche Maßnahmen setzen am sichtbaren Prozess an?
Erklärung: Bodenbedeckung, geeignete Grasstreifen und standortgerecht angelegte Konturlinien können Abfluss bremsen. Hangneigung, Platz, Wartung und Starkregen müssen berücksichtigt werden.
An einer Wasserstelle ist die Vegetation stark beansprucht, obwohl entferntere Weiden zeitweise verfügbar wären.
Reicht es, nur neue Bäume zu pflanzen?
Erklärung: Nein. Zugang zu Weiden, Wasserverteilung, Erholungszeiten und Absprachen zwischen Nutzenden müssen mitgeplant werden. Bäume lösen nicht automatisch die Nutzungskonzentration.
Auf einer bewässerten Fläche wachsen Pflanzen schlechter; Messungen zeigen steigende Salzgehalte.
Warum ist mehr Wasser ohne weitere Prüfung keine sichere Lösung?
Erklärung: Zusätzliches Wasser hilft nur unter passenden Bedingungen, wenn Salze aus dem Wurzelraum ausgewaschen und sicher abgeleitet werden können. Wasserqualität, Grundwasserstand und Drainage müssen fachlich geprüft werden.

Pflanzenreste, Zwischenkulturen oder geeignete Dauerpflanzen können Abtrag begrenzen. Allerdings werden Pflanzenreste oft auch als Futter oder Brennstoff gebraucht.
Konturlinien, Mulden oder andere standortgerechte Maßnahmen können Wasser sammeln und Versickerung fördern. Falsche Dimensionierung kann bei Starkregen Schäden verursachen.
Vorhandene Wurzeln und junge standortgerechte Bäume können geschützt und gepflegt werden. Artenwahl und Wasserbedarf sind wichtiger als möglichst viele Setzlinge.
Angepasste Anbaufolgen, Weideruhe, erhaltene Wanderwege und klare Absprachen helfen, Belastung und Regeneration zusammenzubringen.
Das Bild veranschaulicht Prinzipien und ist kein Bauplan. Maßnahmen müssen zu Boden, Hang, Niederschlag und lokalen Rechten passen. Grasland ist ein wertvolles Ökosystem; nicht jede offene Landschaft soll zu Wald werden.
Ökologische Wirkung allein reicht nicht. Eine Maßnahme muss auch bezahlbar, dauerhaft pflegbar und fair organisiert sein. Wer darf die Fläche nutzen? Wer stellt Arbeit bereit? Wer bekommt Erträge? Werden Probleme auf Nachbarflächen oder flussabwärts verlagert?
| Prüfkriterium | Beispiel für eine überprüfbare Frage |
|---|---|
| Boden und Wasser | Nehmen Erosion und Salzgehalt ab? Wird weniger Wasser verschwendet? |
| Vegetation | Können sich standortgerechte Pflanzen erholen? |
| Lebensgrundlagen | Werden Ernten oder Futterangebot verlässlicher? |
| Gerechtigkeit | Sind betroffene Gruppen beteiligt und Nutzungsrechte geklärt? |
| Dauerhaftigkeit | Sind Wartung, Finanzierung und Kontrolle auch später möglich? |
Erfolg sollte über mehrere Jahre und im Vergleich zu ähnlichen Bedingungen beurteilt werden. Ein besonders regenreiches Jahr allein ist kein Beleg für die Wirkung einer Maßnahme.
Fülle zwei flache Schalen mit ähnlicher Erde und neige sie gleich stark. Bedecke eine Oberfläche mit trockenem Pflanzenmaterial, lasse die andere frei. Gib mit einer kleinen Gießkanne langsam dieselbe Wassermenge darauf und fange den Abfluss getrennt auf. Vergleiche Menge und Trübung.
Modellgrenzen: Gleiche Erde, Neigung und Wassermenge sind wichtig. Eine Schale bildet weder tiefe Wurzeln noch echten Starkregen oder jahrelange Bodenentwicklung ab. Trübung zeigt mitgeführte Teilchen, misst aber nicht alle gelösten Nährstoffe. Arbeitsplatz schützen und das Wasser nicht trinken.
Ein Projekt meldet eine Million gepflanzte Bäume. Welche zusätzlichen Angaben brauchst du?
Musterlösung: Überlebensrate nach mehreren Jahren, passende Arten und Standorte, Wasserbedarf, Auswirkungen auf bestehendes Grasland, Beteiligung und Rechte, Pflegekosten sowie tatsächliche Entwicklung von Boden und Einkommen. Pflanzzahlen allein zeigen noch keinen Erfolg.
Klasse 7–10 · 1–2 Unterrichtsstunden. Begriffe trennen, eine Wirkungskette erklären und Schutzmaßnahmen anhand ökologischer und sozialer Kriterien bewerten. Vertiefung: Datenkritik, Salzhaushalt und Modellversuch.
Lehrplanorientierung: Bayern, Realschule 7: Nordafrika und westliches Asien; ergänzend Bayern, Gymnasium 10: tropische und arid-subtropische Räume. Die Klassenangaben sind Richtwerte; die Zuordnung variiert nach Bundesland und Schulform.
Fachquellen: UNCCD: Begriffsdefinitionen; UNCCD: Maßnahmen nachhaltiger Landbewirtschaftung; FAO: Salty soils. Enthalten sind Ursachen, Prozesse, Folgen, Sahelbezug, Bodenschutz, Interessenkonflikte und Erfolgskontrolle.
Passend zum Lernziel: kostenlose PDFs mit Lösungen auf Lernmarktplatz.

Dürre und Landdegradation unterscheiden und Schutzmaßnahmen beurteilen – Klasse 7–9.
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Saisonale Veränderungen beschreiben und Anpassungen erklären – Klasse 6–8.
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