Einsatzbereiche im Unterricht
schulKI ist auf den Einsatz in Schule und Unterricht ausgerichtet und zielt vor allem auf zwei typische Situationen: KI als Lernhilfe für Schüler:innen und KI als Entlastung für Lehrkräfte (Vorbereitung, Feedback, Material). In externen Beschreibungen wird schulKI als KI-Chatbot bzw. KI‑Plattform für Unterricht beschrieben, die durch didaktische Anpassung, Jugend- und Datenschutzvorgaben in den Schulkontext übertragen werden soll.
Im Unterricht ist besonders praxisnah, dass Lernende ohne eigenes Benutzerkonto über einen zeitlich begrenzten Zugang (Link/QR‑Code) arbeiten können. Dadurch lässt sich KI auch in Klassen nutzen, ohne dass jede Person ein eigenes Konto anlegt.
In Pilot- und Praxisberichten wird schulKI in vielen Fächern eingesetzt (u. a. MINT, Gesellschaftswissenschaften, Deutsch) und überwiegend in den Klassenstufen 5–10, aber auch darüber hinaus.
Funktionen & Anwendung
schulKI kombiniert mehrere Werkzeuge in einer Plattform. Für Lehrkräfte sind vor allem diese Funktionsbereiche relevant:
Chat-KI mit Unterrichtsmodus: Es gibt vorgefertigte Assistenten (z. B. Lernpartner, Rechtschreibunterstützung) sowie „Persönlichkeiten“ (historische Figuren), die als Dialogpartner im Unterricht genutzt werden können. Außerdem lassen sich Antwortlänge und Schwierigkeit gezielt anpassen.
Eigene Assistenten erstellen (für deine Unterrichtslogik): Du kannst eigene Chat‑Assistenten bauen und dabei Systemverhalten, Kategorie und Funktionen auswählen. Für Schulen besonders wichtig ist die Unterscheidung von Chat‑Typen: Ein „Bildungs“-Chat ist für Unterrichtsinhalte gedacht, während ein „privater Chat“ für persönliche/sensible Informationen vorgesehen ist. Laut Anleitung ist dabei die KI „Llama“ als datenschutzkonform markiert, und private Chats sind nur für die erstellende Person und eingeladene Lernende sichtbar.
Teilen mit Klassen über Freigabeschlüssel: Für Unterrichtssituationen zentral ist der Freigabeschlüssel: Du stellst einen zeitlich begrenzten Zugang ein, teilst ihn als QR‑Code/Link, und Lernende erhalten anonymen Zugang ohne zusätzliche Registrierung. Der Tokenverbrauch läuft über dein Konto. Außerdem kannst du beim Erstellen festlegen, ob fortgeschrittene (tokenintensivere) Modelle und Bild‑KI erlaubt sind.
Lehrkraftblick auf Schüler-Chats + Chat-Analyse: Du kannst die über Freigabeschlüssel entstandenen Chats einsehen (inkl. Pseudonymen für externe Nutzende) und sogar in Schüler-Chats „mitchatten“. Zusätzlich gibt es eine Chat‑Analyse, die Chats eines Freigabeschlüssels zusammenfasst – z. B. als Lernfortschritt‑Analyse oder zur Einordnung von KI‑Nutzung (Hinweis: das bleibt eine Interpretation, kein Beweis).
Aufgabenvorkontrolle (automatisiertes Feedback & Punkte): Lehrkräfte können Aufgaben anlegen (Textaufgabe, Quiz, Essay), Erwartungshorizonte/Kriterien hinterlegen und wählen, was Lernende sehen (Hinweise, Lösung, Punkte). Die Funktion ist laut Anleitung besonders für Reproduktionsaufgaben geeignet und betont ausdrücklich: Sie ersetzt nicht die Lehrkraft.
Dokumente/Arbeitsblätter & Export: In der Dokumente‑Funktion lassen sich Arbeitsblätter, Übungen und Verlaufspläne erstellen – KI‑gestützt oder manuell. Dokumente können online geteilt oder exportiert werden (u. a. PDF/Word/Markdown).
Medienwerkzeuge (für Materialproduktion): Der Bereich „Medien“ umfasst u. a. Text‑zu‑Sprache (MP3‑Download), Sprache‑zu‑Text (Transkription), Texterkennung (aus Bildern/Dokumenten), Avatar‑Videos (Portrait wird „sprechend“), kurze Videoerstellung sowie einen KI‑Detektor. Der KI‑Detektor wird ausdrücklich als Hinweisgeber beschrieben – eine sichere Erkennung von KI‑Texten sei technisch nicht möglich.
Aktuelle Neuerungen für den Unterricht (Stand 2026): Auf dem Blog werden neue Assistenz-Konzepte vorgestellt, z. B. ein „Lese‑Assistent“, der mit sokratischen Fragen das Textverständnis fördern soll, statt Lösungen vorzugeben (didaktisch angeleitet). Außerdem gibt es einen „Systemprompt‑Assistenten“, der Lehrkräften beim Erstellen eigener Assistenten strukturiert hilft.
Didaktischer Mehrwert
Der größte Mehrwert liegt in der Kombination aus Unterrichtszugang für ganze Klassen und steuerbarer Lehrkraftrolle: Du kannst KI schnell in Lernphasen öffnen (QR/Link), Parameter festlegen (Dauer, erlaubte Optionen) und später nachvollziehen, wie gearbeitet wurde.
In Pilotreflexionen wird schulKI häufig als unterstützend erlebt – etwa zur Zeitersparnis bei Vorbereitung und als Ressource im Unterricht. Gleichzeitig wird wiederholt betont, dass Ergebnisse (Aufgaben, Lösungen, Texte) immer geprüft werden müssen und die Qualität stark von Prompts und Anleitung abhängt.
Didaktisch interessant ist zudem die Möglichkeit, nicht nur „Antworten zu liefern“, sondern Lernprozesse zu strukturieren:
- Die Aufgabenvorkontrolle kann Lernenden sofort Hinweise geben, ohne dass du jede Zwischenstufe korrigieren musst (aber du behältst die Verantwortung).
- Spezialisierte Assistenten wie der Lese‑Assistent setzen bewusst auf Fragen, Strategien und Selbstkorrektur, statt auf reine Ergebnisproduktion.
Datenschutz & Hosting
Anbieter von schulKI ist die Schulverwalter GmbH (Impressum: Sitz Leipzig).
Hosting & Grundstruktur: Laut Datenschutzerklärung wird die Website extern gehostet; als Hoster wird die netcup GmbH genannt.
Welche Daten werden gespeichert? Wenn du den Dienst nutzt, werden neben Konto-/Login‑Daten auch Chats, Bilder und Aufgaben(lösungen) gespeichert, damit du später weiterarbeiten kannst. Löschungen kannst du im Konto selbst auslösen; bei Löschung am Tag der Erstellung sollen Eingaben sofort unwiederbringlich gelöscht werden, in Backups bleiben Daten bei späterer Löschung aus technischen Gründen noch bis zu 14 Tage.
Schülerzugang ohne Konto: Für den Unterricht ist relevant, dass Lernende über Freigabeschlüssel/QR‑Codes zeitlich begrenzt teilnehmen können und pseudonymisiert auftreten. Das wird sowohl in der schulKI‑Anleitung als auch in externen Beschreibungen (z. B. Telekom‑Beitrag) so dargestellt: keine Schülerkonten, Aliasnamen, Zuordnung über Lehrkraftsicht.
Welche KI-Dienste werden angebunden? Die Datenschutzerklärung listet mehrere angebundene Dienste. Für Text‑KI wird u. a. die Weiterleitung an Claude (Anthropic) sowie an ChatGPT (OpenAI) und Azure ChatGPT (Microsoft) beschrieben. Dabei wird erklärt, dass schulKI gegenüber den Anbietern als „Nutzer“ auftritt und z. B. IP‑Adressen nicht übermittelt würden; zudem werde eine kontenbezogene Identifikationsnummer übergeben, die nicht direkt einer Person zugeordnet werden könne.
Datenschutz in der Praxis: EU‑Modelle vs. internationale Modelle: In der Anleitung wird ein klarer Unterschied gemacht: Für „sichere Chats“ stehen LLaMA und DeepSeek zur Verfügung, die von europäischen Firmen auf EU‑Servern gehostet werden; dort könnten personenbezogene Daten DSGVO‑konform verarbeitet werden, ohne dass diese fürs KI‑Training genutzt werden – besonders für Schulen mit AVV. Gleichzeitig werden internationale Modelle wie ChatGPT und Claude als Optionen benannt.
Sprach-/Texterkennung: Im Blog wird die Verarbeitung bestimmter Funktionen (z. B. Sprache‑zu‑Text) als in Deutschland bei der Deutsche Telekom beschrieben; Sprachdaten sollen nach der Erkennung sofort gelöscht werden, außerdem wird ein AVV als Bestandteil der rechtssicheren Nutzung genannt.
Worauf solltest du als Lehrkraft trotzdem achten? Auch Fortbildungsangebote der Schulverwaltung/Lehrerfortbildung weisen darauf hin, dass bei KI‑Tools bereits technische Daten (z. B. IP‑Adressen) personenbezogen sein können und viele Anbieter außerhalb der EU hosten; entscheidend sind daher Tool‑Auswahl, AVV‑Status und vor allem die konkrete Nutzung (insbesondere: keine sensiblen/personenbezogenen Inhalte eingeben, wenn das nicht ausdrücklich geklärt ist).
Kosten & Lizenzmodelle
Token-Prinzip verstehen (damit nichts „unerwartet leer“ läuft): schulKI rechnet Nutzung in Token ab. In der Anleitung wird erklärt, dass beim Chatten nicht nur der neue Prompt zählt, sondern auch Kontext (ein Teil des bisherigen Chatverlaufs) erneut mitberechnet wird; dadurch können längere Chats teurer werden.
Monatliche Fair‑Use‑Grenzen bei Abos: Die Token‑Verbrauchsbedingungen nennen konkrete aktuelle Nutzungsgrenzen für Fair‑Flatrates (User Start 2.000.000, User Plus 3.000.000; Team Start 4.000.000, Team Plus 14.000.000) und betonen, dass diese Grenze so gesetzt sei, dass sie für >98 % der Kund:innen ausreiche.
Wahl der KI beeinflusst Kosten und Wartezeit: In der Modellübersicht wird beschrieben, dass standardmäßig ChatGPT‑4o‑mini über Microsoft Azure genutzt wird und für hochwertigere Antworten ChatGPT‑4o; außerdem gibt es Claude‑Modelle sowie EU‑Optionen (LLaMA/DeepSeek). Leistungsfähigere Modelle (z. B. GPT‑4o, DeepSeek R1, Claude Sonnet 3.7) kosten mehr Token und benötigen länger.
Kauf vs. Abo: Das Einzelkaufpaket (12,99 € / Jahr für 2 Mio. Token) ist laut Anleitung für Privatnutzer:innen gedacht und nicht mit Institutionen teilbar. Abos gibt es sowohl für Privat als auch für Institutionen; beim Kauf auf Rechnung wird in der Anleitung eine einmalige Bearbeitungsgebühr (10 €) erwähnt.
Zahlungsoptionen: Auf der Website werden u. a. Kredit-/Girokarte, PayPal sowie (für Angebote) Rechnungskauf genannt. In der Datenschutzerklärung wird für Zahlungen zudem Stripe als Dienstleister genannt; alternativ sei Rechnungskauf per Überweisung möglich.
Schule, Kollegium, Träger – organisatorisch wichtig: In der Anleitung wird beschrieben, wie Schulen angelegt werden, Kolleg:innen per Code beitreten und Token gemeinsam genutzt werden können; AVV‑Abschluss wird im Schulkontext explizit erwähnt. Wichtig im Alltag: Der Tokenstand des Schulkontos ist für beigetretene Kolleg:innen aktuell nicht einsehbar; wenn das Schulkonto leer ist, kann die Abrechnung auf private Token der jeweiligen Person zurückfallen.
Fördermöglichkeiten: In der Anleitung werden Förderkontexte (z. B. Startchancenprogramm) und ein bayerisches Medien-/KI‑Budget als mögliche Finanzierungswege angesprochen; schulKI bietet laut Dokument auch Unterstützung bei Antragstellung/Einführung an.
Erfahrungen & Bewertungen
Pilotprojekt mit vielen Schulen (Deutschland): bildung.digital beschreibt einen Pilotversuch ab Sommer 2023 mit 71 Schulen aus 15 Bundesländern; Schulen erhielten zum Testen ein großes Token‑Budget (50 Mio. Token). In den Auswertungen wird schulKI in nahezu allen Fächern genutzt, besonders häufig in Klassen 5–10. Häufig genannte Pluspunkte: spannende Lernmöglichkeiten und Zeitersparnis in bestimmten Bereichen. Häufig genannte Grenzen: Ergebnisse müssen kontrolliert werden, Promptqualität ist entscheidend, und technische Rahmenbedingungen (Endgeräte, Internet, Wartezeiten) können den Einsatz erschweren.
Blick eines großen Technologiepartners: Ein Beitrag der Deutsche Telekom (Februar 2026) stellt schulKI als KI‑Chatbot für Unterricht vor, betont den Lehrkräftebezug (Entwicklung „von Lehrkräften für Lehrkräfte“) und beschreibt zentrale Praxisfeatures: vielfältige Tools (u. a. für Vorbereitung, Bewertung, Kommunikation), zeitlich begrenzte Teilnahme von Schüler:innen ohne Accounts via QR‑Code sowie Aliasnamen zur Zuordnung.
Einordnung im Markt: Das Deutsches Schulportal ordnet schulKI als kommerziellen Anbieter neben anderen Plattformen ein und beschreibt u. a. den Zugang ohne Registrierung für Lernende sowie die Verbindung zum Unternehmen Schulverwalter. Auch die Zusammenarbeit mit dem Ernst Klett Verlag (Arbeitsheft) wird dort erwähnt.
Praxisbeispiel aus einem Medienzentrum: Das Medienzentrum Oberallgäu beschreibt schulKI als webbasiertes Tool (u. a. Chatbots, Text‑zu‑Bild, Spracherkennung, automatische Korrektur) und stellt Lehrkräften im Landkreis Oberallgäu Lizenzen kostenfrei bereit (Kostenübernahme durch das Medienzentrum). Das zeigt, dass schulKI teils auch über regionale Strukturen in die Fläche gebracht wird – allerdings mit lokalen Bedingungen (Lizenzkontingente, individuelle Registrierung).