Einsatzbereiche im Unterricht
Für den Schulalltag ist itslearning vor allem dann interessant, wenn du eine zentrale Schaltstelle suchst: Materialien bereitstellen, Aufgaben einsammeln, Feedback geben, Tests durchführen, Termine organisieren und mit Lernenden oder Eltern kommunizieren – ohne für jeden Schritt ein separates Tool zu benötigen. Der Anbieter beschreibt das System ausdrücklich als cloudbasiertes Online-LMS für Lehren und Lernen.
Im deutschen Markt wird itslearning häufig nicht als Einzellösung einer Lehrkraft, sondern als Schul-, Träger- oder Landeslösung genutzt. Beispiele:
- In Berlin kann itslearning – neben dem Lernraum Berlin – als kostenfreie Lernplattform für öffentliche Schulen bereitgestellt werden. Der Zugang ist dort u. a. über Single Sign-on vorgesehen und erfordert in der Praxis ein Onboarding bzw. eine Freischaltung über das Schulportal.
- In Schleswig-Holstein wird itslearning explizit als Landeslösung geführt und für öffentliche Schulen kostenfrei bereitgestellt.
- In Bremen/Bremerhaven wird die Nutzung als landesweite Möglichkeit seit 2015 beschrieben.
Für dich als Lehrkraft bedeutet das: Häufig ist der wichtigste Schritt nicht „kaufen“, sondern klären, ob deine Schule, dein Träger oder dein Bundesland bereits einen Zugang organisiert und wie Kurse, Klassen, Rollen und Logins aus Schulportal oder Identitätsmanagement in itslearning ankommen.
Funktionen & Anwendung
itslearning ist klassisch als LMS aufgebaut: Du arbeitest kursbasiert – etwa mit Klasse, Kurs, AG, Kollegium oder Projektgruppe – und kombinierst dort Struktur, Material, Aktivitäten und Kommunikation.
Ein zentrales Element sind die Pläne. Sie dienen als Kursfahrplan, mit dem du Umfang, Reihenfolge und Inhalte des Unterrichts vorbereitest. Pläne können angepasst, geteilt und organisationsweit wiederverwendet werden.
Für die Materialarbeit ist relevant, dass du Ressourcen aus unterschiedlichen Quellen einbinden kannst: Upload von Dateien, Einbindung aus Cloudspeichern wie Google Drive, Dropbox oder Microsoft-Umgebungen, Multimedia-Einbindung und das direkte Aufnehmen von Audio oder Video innerhalb der Plattform werden als Standardfunktionen dargestellt.
Für Aufgaben und Rückmeldungen bietet itslearning mehrere Wege: Der Arbeitsauftrag ist auf digitale Abgabe und Feedback ausgelegt, inklusive Kopien pro Lernendem und Online-Rückgabe. Zusätzlich können Offline-Aufgaben bzw. praktische Aktivitäten als Aufgabenform zugewiesen, überwacht und bewertet werden. Für Feedback ohne Download-Pingpong wird eine Online-Anmerkungsfunktion beschrieben.
Im Bereich Tests und Bewertungen sind zwei Punkte besonders lehrerrelevant:
- Test/Quiz mit verschiedenen Fragetypen und – je nach Frageformat – automatischer Bewertung.
- Notenbuch als Sammelstelle, in der Bewertungen automatisch erfasst werden; Export, z. B. Richtung Excel, wird als Option genannt.
Für Unterrichtsorganisation und Rahmenkommunikation sind die Kommunikations- und Kalenderfunktionen wichtig. itslearning beschreibt Nachrichten, Benachrichtigungen, Ankündigungen und Massennachrichten als Kommunikationskanäle. Zusätzlich gibt es eine Aufgaben-/To-do-Übersicht und eine Veranstaltungsübersicht. Im Kalender können kursbezogene Ereignisse erstellt werden; Support-Dokumentation beschreibt u. a. automatische Kalender-Einträge für Lernende sowie Drag-and-drop und die Buchung physischer Ressourcen wie Räume oder Equipment.
Für Zusammenarbeit gibt es mehrere Bausteine: Projekte bzw. Gruppenräume, Gruppenarbeiten sowie der Hinweis, dass Live-Unterricht über Anbindungen an Videokonferenz-Tools möglich ist, etwa über Zoom oder Microsoft Teams. Zusätzlich existiert eine Bibliothek als Raum zum Teilen und Wiederverwenden von Materialien innerhalb der Organisation und darüber hinaus.
Für die Auswertung bietet itslearning Standardberichte sowie Fortschrittsberichte, die dir kurs- oder gruppenbezogen eine Momentaufnahme geben sollen. Außerdem wird erweitertes Reporting als optionale Stufe beschrieben, eher für Administration und Schulträger.
Für viele deutsche Schulen ist praxisrelevant, dass Integrationen nicht „nice to have“, sondern Organisationsgrundlage sind:
- itslearning setzt auf LTI-Integrationen und weist auf eine LTI Advantage Complete-Zertifizierung hin.
- Es gibt eine Integration zu WebUntis vom Anbieter Untis GmbH: Stundenpläne, Abwesenheiten, Vertretungen und Raumänderungen sollen synchronisiert und in Planer, Kalender und Kursen sichtbar werden. Zusätzlich werden SSO und automatische Nutzer-/Gruppen-Provisionierung als Vorteile beschrieben.
Neu zu ergänzen ist das AI Toolkit. itslearning bewirbt integrierte KI-Funktionen, mit denen Lehrkräfte Aufgaben, Tests, Worksheets, Artikel, Session-Strukturen, Glossare und Ideen direkt aus dem itslearning-Workflow heraus erstellen können. Das Toolkit ist als optionales Add-on gedacht und nicht Teil jeder Standardlizenz. Die Funktion richtet sich an Lehrkräfte; Schüler*innen nutzen das Toolkit laut FAQ nicht direkt. Datenschutzrelevant ist: itslearning beschreibt die KI als Azure-OpenAI-basiert, in Schweden gehostet, und gibt an, dass generierte Inhalte nicht gespeichert oder fürs Training genutzt werden.
Auch mobil ist itslearning relevant, weil es im Alltag oft um „schnell schauen“ oder „kurz reagieren“ geht. Dabei sollte man klar zwischen neuer itslearning-App und klassischer „itslearning mobile“-App unterscheiden. Offiziell werden beide Apps weiterhin angeboten. Die neue App fokussiert stärker auf Aufgabenübersicht, Kursorganisation und Messaging; für noch nicht nativ verfügbare Funktionen öffnet sie die Browser-Version. Typische App-Funktionen sind Mitteilungen, Updates, Nachrichten, Zugriff auf Kurse, Aufgabenliste und Kalender. Gleichzeitig bleibt realistisch einzuplanen, dass nicht alle Funktionen identisch in der App verfügbar sind und teils die Browser-Version genutzt wird.
Didaktischer Mehrwert
Der didaktische Mehrwert von itslearning entsteht weniger durch fertige Inhalte wie bei vielen Verlagslösungen, sondern durch Struktur und Prozess: Pläne, Aufgaben und Kalender liefern eine klare Sequenz – also „Was ist wann dran?“ – und reduzieren organisatorische Reibungsverluste. Genau dieses Prinzip, Lernende durch Struktur und Reihenfolge zu entlasten, ist eine Kernidee der Plan- bzw. Planer-Logik.
Für dich als Lehrkraft sind daraus vor allem drei praxisnahe Effekte ableitbar:
- Mehr Transparenz: Lernende sehen in Aufgaben- und Kalenderübersichten, was ansteht. Du kannst gleichzeitig mit Berichten und Status-Ansichten schneller erkennen, wer hinterherhinkt, und direkt aus dem Bericht heraus Kontakt aufnehmen.
- Feedback wird schneller: Digitale Abgabe, Online-Anmerkungen und automatisierte Auswertung bei geeigneten Testformaten sparen Zeit und erhöhen die Rückmeldefrequenz.
- Bessere Team- und Vertretungsfähigkeit: Wenn Unterricht in Plänen und Materialräumen sauber dokumentiert ist, wird Teamteaching und Vertretung leichter. Das ist besonders stark, wenn Stundenplan- und Vertretungsdaten über WebUntis in itslearning sichtbar werden und Vertretungslehrkräfte Zugriff auf Kursinhalte erhalten.
Das AI Toolkit kann diesen didaktischen Mehrwert ergänzen, weil es Aufgaben, Tests, Worksheets und Differenzierungsvorschläge schneller vorbereiten kann. Wichtig bleibt aber: KI-generierte Inhalte müssen fachlich und didaktisch geprüft werden. Das Tool unterstützt Planung und Formulierung, ersetzt aber keine pädagogische Entscheidung.
Im deutschen Kontext wird itslearning zudem explizit als Infrastruktur für schulisch angeleitetes Lernen zu Hause beschrieben und als Plattform, die länderübergreifend weiterentwickelt wird, u. a. in Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.
Datenschutz & Hosting
Für Schulen ist entscheidend, dass Rollen klar sind: In der Logik der DSGVO versteht sich itslearning als Auftragsverarbeiter und stellt eine Datenverarbeitungsvereinbarung bzw. DPA-/AVV-Logik sowie Dokumentation bereit. Zudem wird ein Datenschutzbeauftragter benannt und Unterstützung bei Betroffenenrechten erwähnt.
Transparenz über Unterauftragnehmer ist für Lehrkräfte indirekt wichtig, weil sie erklärt, wo Daten technisch verarbeitet werden können und welche Zusatzdienste optional sind. Die öffentliche Subprozessorenliste nennt u. a. Amazon Web Services, Cloudflare, Microsoft, Lunaweb, Ziggeo, SDUI und itslearning-/Sanoma-Gruppenunternehmen. Wichtig: Diese öffentlich einsehbare Liste ist mit „Last Updated: October 2022“ markiert. Vor einer schulischen Freigabe sollte daher die aktuelle DPA-/AVV-Anlage geprüft werden, statt allein auf die öffentlich sichtbare Liste zu vertrauen.
Wichtig für deine Praxis: Sobald deine Schule zusätzliche Tools aktiviert, etwa Plagiatsprüfung, Videokonferenzen, Kollaboration oder KI-Funktionen, können weitere Datenflüsse entstehen. Das zeigt sich sowohl in der Subprozessorenlogik als auch in der Integrationslogik über LTI-Apps von Drittanbietern.
Beim AI Toolkit ist datenschutzrechtlich zusätzlich zu beachten, dass itslearning die Funktion als optionales Add-on beschreibt. Das Tool richtet sich an Lehrkräfte, nicht an Lernende. Laut Anbieter werden generierte Inhalte nicht gespeichert oder zum Training verwendet; trotzdem sollte vor Aktivierung geprüft werden, ob der Träger die KI-Funktion, die genutzte Infrastruktur und mögliche Datenflüsse freigibt.
Zusätzlich sollten die App-Store-Datensicherheitsangaben berücksichtigt werden. Google Play weist für die itslearning-App je nach Nutzung personenbezogene Daten, Nachrichten und weitere Datentypen aus; außerdem können Dateien/Dokumente und Geräte- bzw. andere IDs mit Dritten geteilt werden. Das widerspricht nicht zwingend dem DPA-Modell, sollte aber als App-Store-Datensicherheitsangabe bei Mobile-Nutzung, Push-Nachrichten, Dateien und Kommunikation mitgedacht werden.
Je nach Bundesland oder Träger können zusätzliche datenschutzorganisatorische Regeln gelten, zum Beispiel Löschfristen oder Protokollierungs-/Auswertungsprozesse. In Schleswig-Holstein wird in begleitenden Hinweisen beispielsweise beschrieben, dass gespeicherte Dokumente bzw. Daten regelmäßig zum Schuljahresende gelöscht werden können und Konten beim Verlassen des Systems gelöscht werden sollen. Solche Hinweise sind landesspezifisch und müssen im jeweiligen Einsatzkontext geprüft werden.
Kosten & Lizenzmodelle
Das kommerzielle Grundmodell wird vom Anbieter so beschrieben: Zunächst wird geklärt, wie viele Nutzer*innen lizenziert werden sollen und welche Zusatzleistungen oder Integrationen gebraucht werden. Danach fällt eine jährliche Lizenzgebühr an, ergänzt ggf. um einmalige Anfangskosten für Implementierung, Einrichtung oder Training. Add-ons wie zusätzlicher Speicher, unbegrenzter Speicher, erweitertes Reporting, Plagiatsprüfung, Integrationen oder das AI Toolkit können den Preis verändern.
Es gibt keinen öffentlichen Listenpreis für Einzelpersonen. itslearning wird typischerweise als Schul-, Träger- oder Landeslizenz angeboten. Einzelne Lehrkräfte kaufen itslearning in der Regel nicht selbst; häufig erfolgt der Zugang über Schule, Schulträger oder Landeslösung.
Für Lehrkräfte in Deutschland ist daher häufig der wichtigere Punkt nicht „Wie viel kostet es pro Lehrkraft?“, sondern: „Wer zahlt und wie kommt die Schule ran?“ In mehreren Bundesländern bzw. Kommunen wird itslearning als zentrale Lösung bereitgestellt:
- Berlin: itslearning wird als Landeslizenz beschrieben und ist in die Portal-/SSO-Logik eingebunden. Zudem ist die Einbindung von Erziehungsberechtigten vorgesehen und die Nutzung wird in Schulbereichen bzw. Accounts dokumentiert.
- Schleswig-Holstein: itslearning wird als Landeslösung für öffentliche Schulen bereitgestellt; die Vertragslaufzeit wird in Anbieterkommunikation mit vier Jahren ab 01.08.2025 plus Verlängerungsoption dargestellt.
- Bremen/Bremerhaven: Eine landesweite Nutzungsmöglichkeit seit 2015 wird offiziell beschrieben.
- Auch außerhalb von Landeslösungen wird itslearning als kommunale Cloud-Komponente beschrieben, etwa in Düsseldorf mit freiwilliger Nutzung vieler Schulen über eine Cloud-Lösung der itslearning GmbH.
Wenn deine Schule keine zentrale Lizenz hat, ist die Beschaffung typischerweise eine Schul- oder Trägerentscheidung. Historische Preisbeispiele, etwa ältere öffentliche Berliner Angaben, eignen sich höchstens als kontextgebundene Orientierung und sollten nicht als aktueller Standardpreis dargestellt werden. Sie ersetzen kein aktuelles Angebot.
Erfahrungen & Bewertungen
Aus Lehrkräftesicht fallen bei itslearning typischerweise zwei Ebenen auseinander: die Plattform im Browser mit vollem Funktionsumfang und die mobile Nutzung, die schnell ist, aber je nach App-Variante nicht immer vollständig. Offiziell wird mittlerweile kommuniziert, dass es zwei Apps gibt: die Original-App und die neue App. Für Funktionen, die in der App noch nicht enthalten sind, kann in die Browser-Version gewechselt werden.
Bei Store-Indikatoren sollte man die Apps getrennt betrachten. Die neue Google-Play-App „itslearning“ zeigt in der ausgelesenen Ansicht 100.000+ Downloads und ein Update vom 23.06.2026. Die Original-App „itslearning mobile“ zeigt in der ausgelesenen Google-Play-Ansicht 4,7 Sterne, 16,1 Tsd. Reviews, 1 Mio.+ Downloads und ein Update vom 22.11.2024. Solche Store-Werte können je nach Region, App-Version und Zeitpunkt schwanken und sollten vor Veröffentlichung direkt im jeweiligen Store gegengeprüft werden.
Aus öffentlich einsehbaren Rezensionstexten lassen sich wiederkehrende Muster ableiten: Gelobt werden häufig schnelle Aufgaben- und Nachrichtenübersichten; kritisiert werden gelegentliche technische Probleme oder dass bestimmte Funktionen eher im Browser als „richtig“ in der App verfügbar sind. Das passt teilweise zur offiziellen Aussage, dass nicht alle Funktionen identisch in der App verfügbar sind.
Für eine breitere Software-Einordnung außerhalb des Schulkontexts führen Bewertungsportale itslearning im deutschsprachigen Raum mit einer Gesamtbewertung um 4,3/5 auf Basis einer überschaubaren Anzahl verifizierter Reviews. Gleichzeitig wird dort ausdrücklich vermerkt, dass der Startpreis nicht vom Anbieter bereitgestellt wurde. Diese Werte sind als ergänzender Hinweis nützlich, ersetzen aber keine schulische Pilotierung.
Im deutschen Schulkontext ist sichtbar, dass Länder und Träger itslearning weiter als relevante Infrastruktur betrachten. Schleswig-Holstein berichtet 2025 über eine Vertragsverlängerung und nennt dabei registrierte Schulen und landesweite Abdeckung; Berlin beschreibt itslearning weiterhin als ergänzendes LMS und dokumentiert Nutzungszahlen, Accounts und Portal-Integration.