Einsatzbereiche im Unterricht
NotenBox ist als digitale Noten- und Klassenverwaltung klar auf den Lehrkraft-Alltag ausgerichtet: Noten eingeben, gewichten, auswerten, dokumentieren – ohne dass es gleich eine komplette Schulplattform (LMS/Kommunikation/Dateiverteilung) sein muss. Das zeigt sich schon im eigenen Selbstverständnis als „Notenverwaltung mit Fokus“ und dem Hinweis, dass die Daten „bei Ihnen“ bleiben.
Im Schulalltag ist NotenBox sowohl für Klassenlehrkräfte als auch für Fachlehrkräfte gedacht und nennt explizit mehrere Schularten bis hin zur Sek II (inkl. Punktesystem 0–15) sowie Berufsschule.
Typische Einsatzszenarien aus Lehrkraft-Sicht:
- Im Unterricht schnell festhalten: mündliche Leistungen, kurze Beobachtungen, Hausaufgaben, Anwesenheit – häufig praktisch über Sitzplan/Strichlisten und direkt auf dem Mobilgerät.
- Nach dem Unterricht sauber nacharbeiten: Notenbereiche pflegen, Gewichtungen anpassen, Notenspiegel/Statistiken prüfen, Zeugnisnoten vorbereiten.
- Schuljahreswechsel (ohne alles neu anzulegen): Klassen „versetzen“ und alte Klassen ins Archiv schieben, damit du weiter Zugriff hast, aber im Alltag nicht alles in einer Liste liegt.
Funktionen & Anwendung
NotenBox ist historisch eine „Familie“ aus Desktop-Software und mobilen Apps. Der Anbieter AWIN-Software beschreibt die Entwicklung seit den 1990ern und eine kleine Entwicklergruppe (2–4 Personen), die Lehrkräfte-Feedback einbezieht.
Wichtig für die Praxis ist die Unterscheidung der iPad/iPhone-Welt:
- Es gibt eine neuere NotenBox 2021+ mit „vollem Funktionsumfang“ (ab iOS 14), die nicht zwingend an einen „Stamm-PC“ gebunden ist.
- Daneben existieren NotenBox-7-Apps, die ausdrücklich nur zusammen mit NotenBox am Computer genutzt werden können und per WLAN synchronisieren.
Kernfunktionen in der Notenverwaltung
Für die klassische Notenarbeit bietet NotenBox (speziell in NotenBox 7) ein recht strukturiertes Modell:
- Klassen anlegen und verwalten; pro Klasse bis zu 50 Schüler*innen.
- Pro Klasse bis zu 30 Fächer; pro Fach bis zu 12 Notenbereiche (z. B. schriftlich/mündlich/Praktisches), die du mit Faktoren 0–99 gewichten kannst.
- Pro Notenbereich bis zu 20 Leistungen je Halbjahr; mehrere Berechnungsmethoden sind vorgesehen und lassen sich auch im laufenden Schuljahr verändern.
In der täglichen Anwendung zeigt sich das in typischen Bausteinen:
- Noteneingabe mit Arbeiten/Terminen, Notenschlüssel und Notenspiegel (inkl. Ausdruck).
- Schüleransicht („Schüler im Detail“) mit Notentabelle, Leistungsverlauf/Diagramm, Statistik und Zeugnisnoten.
Sitzplan, Strichlisten, Klassenbuch-Elemente
NotenBox unterstützt im Alltag nicht nur „reine Noten“, sondern auch Dokumentations-/Orga-Elemente:
- Strichlisten, Klassenbuch, „Fach auf einen Blick“, „Schüler auf einen Blick“, Durchschnitte, Zeugnisnoten (als Listen/Ansichten).
- Sitzplan: laut Anbieter können bis zu drei Sitzpläne pro Klasse genutzt werden; dort lassen sich u. a. Unterrichtsbeobachtung, Strichlisten, Noten, Notizen und (optional) Fotos verarbeiten.
Ausdrucke, Export und Weiterverarbeitung
Für viele Lehrkräfte entscheidend ist, was aus dem System „raus“ kommt:
- Ausdrucke: u. a. Notenschlüssel, Arbeiten, diverse Listen, „Schüler/Fach auf einen Blick“ und Sitzplan.
- Export: Listen (inkl. Zeugnisnoten, Durchschnitte, Strichlisten und – falls in einer App genutzt – Klassenbuch) können entweder per Zwischenablage in andere Programme übernommen oder als Datei gespeichert werden.
Synchronisation und Gerätewechsel
NotenBox ist darauf ausgelegt, zwischen Geräten zu wechseln: PC/Mac zu Tablet/Smartphone und zurück. Dabei existieren – je nach Version – unterschiedliche Wege und Stolpersteine:
- NotenBox 7 (Windows/macOS) synchronisiert mit Mobilgeräten „punkt-zu-punkt“ über WLAN oder Kabel; der Anbieter betont, das sei bewusst eine datenschutzfreundliche Alternative zur Cloud.
- Gleichzeitig werden bei Synchronisationen automatische, verschlüsselte Sicherungskopien auf dem Mobilgerät beschrieben.
- Für NotenBox mac/NotenBox iPad/iPhone 2021 werden außerdem Synchronisationsbeziehungen und typische Fehlerquellen (WLAN/Firewall/Router, iOS-Berechtigung „Lokales Netzwerk“) in den FAQs erläutert – hilfreich, wenn im Kollegium verschiedene Gerätekonstellationen existieren.
Didaktischer Mehrwert
Der didaktische Nutzen von NotenBox entsteht weniger durch „Unterrichtsinhalte“ und mehr durch saubere, nachvollziehbare Leistungsdokumentation und die daraus entstehende Steuerbarkeit deines Bewertungsprozesses.
Ein konkretes Praxisbeispiel ist die Notizfunktion: Das Handbuch empfiehlt Notizen zu einzelnen Noten/Arbeiten ausdrücklich dafür, Datum und Inhalt bei mündlichen Noten dokumentieren zu können (kurze Notiz + Datum + Stichpunkte). Das kann helfen, Bewertungen gegenüber Lernenden/Eltern transparenter zu begründen und die eigene Dokumentationsroutine zu stabilisieren.
Zweitens kann der grafische Leistungsverlauf dazu beitragen, Leistungsentwicklungen (Tendenzen, auffällige Veränderungen) schneller zu erkennen – gerade bei vielen Lerngruppen.
Drittens stärkt die flexible Gewichtungslogik die fach- und schulformspezifische Bewertungspraxis: Beispielrechnungen zeigen, dass einzelne Noten (z. B. Arbeiten 2-fach/3-fach) direkt in die Durchschnittsbildung einfließen können. Das ist besonders nützlich, wenn du in einem Fach klare Regeln für schriftliche vs. mündliche Leistungsteile abbilden willst.
Datenschutz
NotenBox positioniert sich stark als „lokale“ Lösung. Zentral sind dabei drei Punkte: Speicherung, Verschlüsselung und Synchronisation.
Lokale Speicherung statt Standard-Cloud
Der Anbieter erklärt, dass Schülerdaten nicht automatisch in einer Cloud gesichert werden sollen und dass die Synchronisation zwischen Computer und mobilen Geräten als lokale Punkt-zu-Punkt-Synchronisation (Kabel/WLAN) ausgelegt ist.
Für Windows wird konkret beschrieben, dass Klassendaten standardmäßig nicht im Dokumente-Ordner liegen, sondern in einem eigenen Pfad auf Laufwerk C: (mit dem Ziel, typische Cloud-Backups zu vermeiden) und zusätzlich passwortgeschützt/„verschleiert“ gespeichert werden.
Verschlüsselung und Zugriffsschutz
Bei den mobilen Apps betont der Anbieter, dass Schülerdaten in verschlüsselten Klassendateien verwaltet werden und nicht in die Kontakte bzw. andere Systemdatenbanken geschrieben werden.
Zusätzlich wird AES256-Verschlüsselung auf mobilen Geräten genannt; Synchronisation soll lokal und „doppelt AES256“ verschlüsselt erfolgen.
Eine schulische Datenschutz-Dokumentation (Verarbeitungstätigkeit, Stand 2018) beschreibt NotenBox ebenfalls als lokal arbeitendes Verfahren (u. a. Passwortschutz, Gerätevollverschlüsselung, AES256-verschlüsselte Klassendateien; Synchronisation im lokalen Netz ohne Cloud/Internetverbindung; AES256-verschlüsselte Übertragung mit gerätespezifischem Code).
In den App-Store-Einträgen ist außerdem jeweils vermerkt, dass der Entwickler keine Daten erfasst („Keine Daten erfasst“) – ein zusätzliches Signal, dass die Apps nicht als Tracking-/Cloud-Dienst angelegt sind.
Relevanter Hinweis zu WebDAV/Server-Synchronisation
Gleichzeitig wirbt NotenBox (z. B. in den Funktionsseiten) auch mit Synchronisationswegen wie „Schulserver“, „WebDAV“ und Nextcloud.
Das ist funktional attraktiv (weil es Gerätewechsel erleichtern kann), datenschutzrechtlich aber der Punkt, an dem du genau hinschauen musst: Sobald personenbezogene Schülerdaten auf extern gehosteten Servern liegen oder ein Dienstleister Zugriff haben könnte, ist in Schulen oft Auftragsverarbeitung im Spiel und es braucht einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO (in der Regel durch Schulleitung/Schulträger, nicht durch einzelne Lehrkräfte). Das betont z. B. ein FAQ des Kultusministerium Baden-Württemberg ausdrücklich (Lehrkräfte dürfen solche Verträge nicht wirksam abschließen).
Log-Dateien und Supportfälle
Für Supportzwecke sieht NotenBox vor, dass du im Fehlerfall Log-Dateien senden kannst. Laut Anbieter enthalten diese u. a. Bedienabläufe, Lizenzname, IP-Adressen, Gerätenamen/Modelle, Betriebssystemversionen, lokale Pfade – und auch URLs von WebDAV/Nextcloud-Verbindungen.
Für den Unterrichtsalltag heißt das: Wenn du Logs verschickst, solltest du vorher prüfen (oder schulintern abstimmen), ob und welche Informationen darin enthalten sind und ob sie schulisch freigegeben sind.
Kosten & Lizenzmodelle
NotenBox verkauft keine „Schullizenz pro Schüler“, sondern lizenzierte Software-Nutzung. Die Lizenzbedingungen sprechen ausdrücklich von „lizenzieren, nicht verkaufen“ und erlauben Nutzung auf einem oder mehreren Geräten (jeweils in der aktuellsten verfügbaren Version) – für den Lizenzzeitraum inklusive Teilnahme an der Weiterentwicklung.
Zeitlogik der Lizenz
Ein häufiges Missverständnis ist die „lebenslange Lizenz“: Der Anbieter erklärt, dass es zwar eine NotenBox-7.1-Dauer-Lizenz geben kann, aber für Nachfolger/Apps ggf. eine Verlängerung/Erweiterung nötig ist, wenn „Lizenz abgelaufen“ erscheint.
Für den deutschen Markt sind die Shop-Angebote aktuell klar auf „bis Sommerferien 2026“ getaktet (Lehrerlizenz/Referendar/Sammelbestellung/Schullizenz/Schullizenz-Verlängerung).
Lehrerlizenzen und Sammelbestellung
Die Lehrerlizenz unterscheidet nach Status (Neukunde, Bestandskunde, Referendar) und hat transparente Einstiegspreise: 44 € (Neukunde), 15 € (Bestandskunde), 32 € (Referendar), jeweils bis Sommerferien 2026.
Bei Sammelbestellungen nennt der Shop 35 € (Referendare 28 €) bis Sommerferien 2026.
Schullizenz
Die Schullizenz funktioniert pro Klasse, nicht pro Lehrkraft: Sie darf von allen Lehrkräften der Schule auf beliebig vielen Geräten genutzt werden; die Gebühr richtet sich ausschließlich nach der Zahl der vorhandenen Schulklassen.
Im Detail nennt der Shop 15 € pro Klasse (Schullizenz) bzw. 10 € pro Klasse (verlängern/erweitern) und beschreibt den Umfang als Komplettpaket (Windows/macOS/iPad/iPhone, + Android für ältere Geräte), mit unbefristeter Windows-7.1-Komponente und zeitlich befristetem Zugriff auf Nachfolger/Apps bis Sommerferien 2026.
Kauf-/Support-Abwicklung
Im Shop wird wiederholt darauf hingewiesen, dass Freischaltdaten (Benutzername/Kennwort) per E-Mail gesendet werden und zusätzlich Post (Rechnung) vorgesehen ist; bei Namensänderungen bietet der Anbieter eine nachträgliche Anpassung der Lizenz an.
Als Supportkontakt wird in den Nutzungsbedingungen u. a. eine Support-Adresse genannt; außerdem werden Telefonzeiten und eine konkrete Kontaktadresse ausgewiesen (Inhaber: Andreas Winter).
Erfahrungen & Bewertungen
Ein belastbarer Blick auf „Alltagserfahrungen“ ergibt sich vor allem aus App-Store-Bewertungen (mit dem Hinweis, dass diese immer subjektiv und gerätespezifisch sind).
NotenBox 2021+ im App Store
NotenBox 2021+ steht im deutschen App Store mit 3,7/5 bei 24 Bewertungen. Als letzte dokumentierte Version wird 8.20.3 vom 19.03.2022 angezeigt.
Inhaltlich zeigen Rezensionen ein gemischtes Bild: gelobt werden u. a. der unabhängige Einsatz ohne Stamm-PC (und trotzdem Zusammenspiel möglich) sowie die Funktionsbreite (Noten, Strichlisten, Klassenbuch, Sitzplan, Notizen, Druck/Export). Kritisiert wird u. a., dass Sitzplan-Workflows (z. B. Fehlzeiten/Hausaufgaben/Material) gegenüber der Vorgängerversion als weniger direkt empfunden werden.
NotenBox 7 für iPhone im App Store
Die NotenBox-7-iPhone-App steht im deutschen App Store bei 3,9/5 (33 Bewertungen). Die Beschreibung betont den Einsatz nur zusammen mit NotenBox am Computer sowie Synchronisation per WLAN und automatische, verschlüsselte Sicherungskopie. Die letzte angezeigte Aktualisierung ist 05.08.2021 (Version 7.1.78).
Rezensionen thematisieren vor allem Synchronisation und Support: Es gibt Kritik an (früheren) Sync-Problemen, aber auch dokumentierte Entwickler-Antworten („Problem behoben“) und positive Rückmeldungen zur Erreichbarkeit/Hilfe.
Signale aus der Schulpraxis
In schulischen Foren taucht NotenBox immer wieder als „Schullizenz läuft aus – wir suchen Alternative“ auf. Ein Beispiel: In einem Thread (2023) wird ausdrücklich erwähnt, dass eine Schullizenz zum Ende des Schuljahres ausläuft und eine ähnliche, intuitive Stand-alone-Alternative gesucht wird. Das ist weniger eine Qualitätsaussage als ein realistisches Signal für den Lizenzrhythmus (verlängern oder wechseln).